Unser Chinaaustausch 2016/17

Nach langer Zeit konnten wir in diesem Schuljahr endlich unseren Chinaaustausch mit einer neuen Partnerschule reaktivieren. Im Oktober 2016 ist unsere Austauschgruppe bestehend aus 10 Schüler/innen der Klassenstufen 10-12 in Begleitung von Dr. Endisch und Fr. Zemke zu einer zwölftägigen Reise ins Reich der Mitte aufgebrochen und mit unvergesslichen Eindrücken zurückgekehrt. Während dieser Reise haben wir eine Woche bei unserer Partnerschule und den Gastfamilien in Beijing (Peking) verbracht und sind im Anschluss noch für drei Tage nach Chengde gefahren, um mehr von der beeindruckenden Geschichte und Kultur Chinas zu erleben.

Unser Besuch bei der Fengtai Experimental School in Beijing war geprägt von vielen Aktivitäten und Besichtigungen. Den Schülerinnen und Schülern wurde z.B. die Möglichkeit gegeben, chinesische Kalligraphie, Musik und Tanz kennenzulernen. Hinzu kamen sportliche Aktivitäten und das Zubereiten originalchinesischer Gerichte. Besonders wichtig bei unserem Austausch war es aber, das Leben in den chinesischen Familien und den chinesischen Schulalltag kennenzulernen. So eine Erfahrung bietet sich nur selten und ist Kernpunkt unseres Austauschprogramms. Denn im Geschichts-, Erdkunde- oder Fremdsprachenunterricht kann man viel über andere Länder und Kulturen lernen, sie aber selbst zu erleben, vermittelt ein viel intensiveres Verständnis für die andere Kultur, aber auch für die eigene.

Diese Erfahrung war für unsere Teilnehmer/innen von besonderer Bedeutung. Unsere Schülerinnen und Schüler haben in sehr unterschiedlichen Familien gewohnt, wurden aber alle ausgesprochen herzlich aufgenommen. Das gilt auch für unsere Partnerschule, die uns gleich nach der Ankunft in einer kleinen Zeremonie begrüßte und bei unserer Abreise mit einer großen Feier verabschiedete. Dazwischen konnten wir neben den eingangs erwähnten Aktivitäten auch einige der berühmtesten Sehenswürdigkeiten Chinas erleben. So waren wir beispielsweise auf der Großen Mauer und in der Verbotenen Stadt, haben uns aber auch die moderne Seite Beijings mit dem Olympiagelände und dem Kunstviertel 798 angesehen. Wer Bilder dieser Sehenswürdigkeiten kennt, findet sie  beeindruckend, wer aber selbst dort war, wird dies nie wieder vergessen …

Unvergesslich wird auch der Rückbesuch unserer chinesischen Partnerschüler bleiben. Dieser erfolgte vom 7.2. bis 14.2. diesen Jahres, liegt also nur wenige Tage zurück. Besucht haben uns neun Schüler/innen und zwei Begleitlehrer der Partnerschule. Trotz der kalten Temperaturen konnten sich unsere chinesischen Gäste viel von Berlin ansehen sowie unsere Schule und ihre deutschen Gastschüler besser kennenlernen.

Im Folgenden kann man einen kleinen Bericht der gesammelten Eindrücke und Erlebnisse unserer Schülerinnen und Schüler in China sowie einen Bericht über den Rückbesuch der chinesischen Gruppe lesen. Bilder unserer Austauschfahrt können auch im Foyer unserer Schule angeschaut werden. Wer sich selbst einen Eindruck von der chinesischen Kultur und Lebensweise, den Menschen und der Faszination des Landes verschaffen will, der ist herzlich eingeladen bei unserem nächsten Chinaaustausch im Herbst 2017 teilzunehmen. Anmeldungen und Fragen hierzu können jederzeit an Fr. Zemke gerichtet werden.

 

Unsere Partnerschule – Die Fengtai Experimental School in Beijing

Die Fengtai Experimental School wurde im Jahr 1989 gegründet. Die Schule gehört zu den Schlüsselschulen in Beijing. Sie besteht aus einer Grund-, Mittel- und Oberschule mit insgesamt ca. 60 Klassen und 228 Lehrer/innen, die auf mehrere Schulgelände verteilt sind. Das Gelände der Mittelschule verfügt u.a. über  Unterrichts-, Internats- und Bürogebäude, eine Mensa, einen großen Sportplatz und ein Basketball-Spielfeld. Zu den Unterrichtsfächern zählen beispielsweise Chinesisch, Englisch, Mathematik, Naturwissenschaften, Geschichte, Politik, Geografie, Musik, Kunst und Sport.

Reisebericht China 2016

1. Tag, 14.10., Freitag:

Nach ca. 10 Stunden Flug via Frankfurt ist unsere 12-köpfige Gruppe in Peking angekommen. Als wir die Fengtai Experimental School erreichten, wurden wir im Rahmen einer Begrüßungszeremonie willkommen geheißen. Anschließend haben wir an einem Kalligrafiekurs teilgenommen, ein chinesisches Volkslied gesungen und Diabolo spielen gelernt. Den Abend haben wir dann in den Gastfamilien ausklingen lassen.

2./3. Tag, 15./16.10., Wochenende:

Das erste Wochenende hat jeder Schüler mit seiner Gastfamilie verbracht. Die meisten haben den Himmelstempel und den Sommerpalast besichtigt, bei einigen ging es auch in den Zoo.

4. Tag, 17.10., Montag:

Endlich war es soweit: Wir fuhren nach Badaling und bestiegen dort den höchsten Punkt der chinesischen Mauer – atemberaubende Aussicht und kein Smog. Es hat gut getan, die Sonne zu spüren und Frischluft zu atmen. Nach dem Mittagessen gibg es dann zum Olympischen Dorf. Wir schauten uns das Vogelnest, den Wasserwürfel und die olympische Fackel an.

5. Tag, 18.10., Dienstag:

Wir sind losgefahren, um den berühmten Tiananmen Platz anzugucken, auf dem das Mausoleum von Mao Zedong steht. Von dort ging es direkt in die Verbotene Stadt. Nach einer ausführlichen Besichtigung der unzähligen Höfe und Gärten, fuhren wir zurück in die Schule. Dort erlernten wir zuerst einen chinesischen Volkstanz und anschließend töpfern wir gemeinsam mit chinesischen Schülern Masken der Beijing Oper.

6. Tag, 19.10., Mittwoch:

Trotz des stark verdichteten Verkehrs kamen wir im berühmten Künstlerviertel 798 an. Uns erwarteten verschiedenste Galerien und Kunstläden, in denen die moderne chinesische Kunstszene dargestellt wurde.

7. Tag, 20.10., Donnerstag:

Nachdem wir den Seidenmarkt besucht haben, probierten wir in der Schule ein letztes Mal den Volkstanz und das Volkslied, weil wir diese zusammen mit chinesischen Schülern bei der Abschiedszeremonie aufführen sollten. Bei dieser Zeremonie führten die chinesischen Schüler verschiedene Tänze und musikalische Einlagen vor. Zum offiziellen Abschluss dieses Austauschs wurden Dankesreden gehalten und Präsente verschenkt.

Am Abend kochten wir gemeinsam mit unseren Gastschülern traditionelle Nudelgerichte, die wir im Anschluss bei einem Festmahl verspeisten.

8. Tag, 21.10., Freitag:

Am Morgen verabschiedeten wir uns von unseren Gastfamilien und machten uns auf den Weg zum Bahnhof, um von dort aus mit dem Schlafzug durch die chinesische Provinz nach Chengde zu fahren. Nach der Ankunft genoss unsere Gruppe das erste gemeinsame Abendessen in einem chinesischen Restaurant.

 

9. Tag, 22.10., Samstag:

Wir sind bei strahlendem Sonnenschein aufgebrochen, um den Kleinen Potala Tempel und den Puning Tempel zu besichtigen. Dort haben wir das erste Mal Mönche (Lamas) gesehen, die ein religiöses Ritual abgehalten haben. Im Anschluss besichtigten wir den Alten Sommerpalast, die größte Parkanlage Chinas, die gleichzeitig die älteste Kaiserresidenz ist.

10. Tag, 23.10., Sonntag:

Die letzte Sehenswürdigkeit war der Sledgehammer-Peak. Mit einem Sessellift sind wir auf die Spitze des Berges gefahren. Danach ging es mit dem Zug zurück nach Peking.

Nachdem wir wieder in Peking angekommen waren, nutzten wir die verbleibende Zeit, um zum berühmten Wangfujing-Markt zu gehen, wo es einige außergewöhnliche Spezialitäten gab. Einige aßen dort Heuschrecken und Skorpione.

11. Tag, 24.10., Montag:

Früh am Morgen flogen wir über Frankfurt nach Berlin zurück, das wir erschöpft, aber glücklich und mit vielen Erlebnissen im Gepäck am Nachmittag erreicht haben.

 

Lina und Selin (Klasse 12)

 

 

 

Rückbesuch der chinesischen Gruppe 2017

Direkt nach den Winterferien hat uns die Gruppe unserer Beijinger Partnerschule besucht. Die Winterzeit ist mit Blick auf die Optik und die Temperaturen für eine Berlinreise nicht die schönste, dennoch hatten wir mit dem Wetter insoweit Glück, dass wir uns viel von Berlin ansehen konnten. Die Gruppe ist am Dienstag, den 07.02.17 gegen Mittag an unserer Schule eingetroffen und wurde von Frau Ites-Pätzold, den Gastschülern und uns Begleitlehrern ganz herzlich willkommen geheißen.

In den folgenden Tagen hatten die Gastschüler viele Gelegenheiten sich Berlin und Potsdam anzusehen, etwas zur deutschen Geschichte zu erfahren und auch ein bisschen Esskultur kennenzulernen. Das Essen ist in China sehr wichtig und ein chinesischer Magen nicht an deutsche Küche gewöhnt, dennoch hat allen die traditionelle Berliner Currywurst gut geschmeckt.

Das Besichtigungsprogramm bot unseren Gästen einen guten Überblick über die Sehenswürdigkeiten Berlins und wurde mit Interesse aufgenommen. Am ersten Tag waren wir auf dem Alexanderplatz, im Nikolaiviertel, auf der Museumsinsel und dem Gendarmenmarkt. Dabei haben wir auch das Pergamon- und das Deutsche Historische Museum besucht. Ein kleines Highlight für die Schüler war das Schokoladengeschäft am Gendarmenmarkt mit seinen aus Schokolade nachgebildeten Sehenswürdigkeiten und einem reichen Angebot an Mitbringseln für die Familie. In China ist Schokolade ein angesehenes Geschenk und gute Schokolade auch nicht billig.

Am zweiten Tag ging es für unsere Gäste von der Berliner Mauer zum Brandenburger Tor, in die Kuppel des Reichstags, zum Kudamm und auf den Potsdamer Platz. Es war zwar der Tag, an dem die Berlinale begonnen hat, doch konnten unsere Gastschüler noch keine prominenten Schauspieler sehen, dafür aber den Berliner Boulevard der Stars, der auf großes Interesse stieß, da dort die deutschen Filmstars auch als Hologramme zu sehen sind.

Der dritte Besichtigungstag hat die Gruppe dann nach Potsdam geführt – von royaler Pracht bis hin zum bürgerlichen Leben. Zunächst haben wir das Neue Palais und Schloss Sanssouci besucht. Im Winter sind die Besichtigungsmöglichkeiten im Park des Schlosses leider begrenzt, dennoch war das Interesse an der kaiserlichen Sommerresidenz groß, denn ich China sind solche Paläste deutlich anders angelegt. Am Nachmittag waren wir im holländischen Viertel – samt Besuch in einem holländischem Café und Besichtigung eines rekonstruierten Wohnhauses.

Neben all den erlebten Sehenswürdigkeiten hat Berlin natürlich noch viel mehr zu bieten. Das konnten unsere Gäste dann am Wochenende mit ihren Gastfamilien gemeinsam erleben. Wie auch bei unserem Besuch in China konnte jede Gastfamilie mit ihrem Gastschüler das Wochenende frei gestalten, ob nun mit Besichtigungen, Shopping, Theaterbesuchen, Sport oder anderen Familienaktivitäten.

Am Montag hatten die Gastschüler dann die Möglichkeit, den Unterricht in unserer Schule zu erleben. Dabei haben sie nicht nur im Englisch-, Chemie- oder Musikunterricht hospitiert, sondern auch im Kunstunterricht mitgemacht und eine eigene Deutschstunde erhalten. In diesem Zusammenhang möchte ich Frau Li, Frau Beck, Frau Kühn, Frau Kloss-Dietrich, Herrn Zinnert und Dr. Endisch danken, dass sie unsere Gäste so freundlich in ihrem Unterricht aufgenommen und eingebunden haben. Für die chinesische Gruppe war des eine sehr interessante Erfahrung, da der Unterricht doch sehr verschieden zu dem in China ist, viel freier und kreativer. Und Kreativität konnten die chinesischen Schüler dann auch am Nachmittag einsetzen als sie beim Kennenlernen einiger deutscher Traditionen selbst Ostereier gestaltet haben.

Den letzten Abend haben wir dann mit einer gemeinsamen Abschiedsfeier auf der Bowlingbahn verbracht, wobei alle ihre sportlichen Fähigkeiten unter Beweis stellen konnten. Das war nicht nur ein großer Spaß für unsere Gastgruppe, sondern auch für die deutschen Gastschüler und ein schöner Abschluss unseres Austauschs.

Den Ausklang bildete am nächsten Tag ein gemeinsames Abschiedsfrühstück bevor die chinesische Gruppe zum Flughafen aufgebrochen ist. Herr Koch hat unsere Gäste verabschiedet und dabei einiges von den besonderen Begegnungen in China und Berlin erfahren. Die Aussage eines unserer Schüler trifft den Kern unseres Austausches sehr gut und wird sich hoffentlich auch auf vielen weiteren Austauschbegegnungen bewahrheiten: „Wir sind richtig gute Freunde geworden.“

So erfolgte der Abschied mit einem lachenden und einem weinenden Auge und der Hoffnung, neu gewonnene Freunde in Beijing oder in Berlin bald mal wieder zu sehen.

In diesem Sinne möchte ich all unsere Schüler dazu auffordern, doch auch an einem unserer nächsten China-Austausche teilzunehmen. Für das nächste Schuljahr können sich interessierte Schülerinnen und Schüler ab Klasse 10 gern bei mir melden.

 

Fr. Zemke (Chinesischlehrerin)

 

 

 

Eckdaten zum nächsten Chinaaustausch 2017/18

 

Hinfahrt:

·         Oktober 2017

·         10-12 Tage vor und in den Herbstferien

·         Teilnehmer/innen ab Klasse 10

·         Kosten: Flug, Reiseversicherungen, Visum, Gruppenfahrt nach Chengde

·         Inhalte:

- eine Woche in Beijing mit Kennenlernen der chinesischen Schule, Wohnen in chinesischen Gastfamilien, Besichtigungen in Beijing, Wochenendprogramm in den Gastfamilien

- 3 Tage Gruppenfahrt nach Chengde

 

Rückbesuch:

·         August 2018

·         eine Woche nach den Sommerferien

·         Aufnahme chinesischer Austauschschüler in der Familie

·         Kosten: Verpflegung und Unterkunft in der Familie, zusätzliche Verpflegung während der Besichtigungen, Eintrittsgelder, Transport, ggf. Abschiedsveranstaltung

·         Inhalte: Besichtigung von Berlin und Umgebung für die Austauschgruppe, Kennenlernen unserer Schule, Wochenendprogramm in den Gastfamilien, gemeinsame Abschlussveranstaltung