Altsprachlicher Bildungsgang ab Klasse 5

 

Seit vielen Jahren schon bieten wir Schülerinnen und Schülern ab Klasse 5 einen altsprachlichen Bildungsgang. Er wendet sich vor allem an leistungsfähige und leistungswillige Schülerinnen und Schüler und widmet sich besonders der Pflege der Alten Sprachen und der intensiven Beschäftigung mit der Kultur des Abendlandes. Damit helfen wir ihnen, ihre Identität in der europäischen Staatengemeinschaft zu finden und ein intellektuell-friedliches Miteinander zu entwickeln. Diese  Ziele sind verankert in den Leitlinien unserer Schule und entsprechen dem geistigen Erbe unserer Namenspatronin Bertha von Suttner.

Der altsprachliche Bildungsgang beginnt in Klasse 5 mit Latein als zweiter Fremdsprache (nach Englisch als erster Fremdsprache ab Klasse 3). Am Ende der 10. Klasse wird den Schülerinnen und Schülern bei mindestens ausreichenden Leistungen das Latinum zuerkannt.

In Klasse 8 wählen die Schülerinnen und Schüler des altsprachlichen Bildungsganges verpflichtend eine dritte Fremdsprache, entweder Altgriechisch oder Französisch.

Schülerinnen und Schüler, die sich in Latein schon sehr gut zurechtfinden und neugierig auf eine intensive Begegnung mit der Antike sind, wählen dann erfahrungsgemäß gern Altgriechisch. Damit können sie zum Abitur das Graecum erwerben oder mit dem Leistungsfach Altgriechisch einen überdurchschnittlichen Abiturabschluss erreichen. 

Aber welchen Wert haben die alten Sprachen denn noch, sie werden doch gar nicht mehr gesprochen? Die Antwort ist klar: Mit den alten Sprachen, mit deren Grammatik und Wortschatz, kommen die Schülerinnen und Schüler des altsprachlichen Bildungsganges auch in den modernen Fremdsprachen schnell voran. Dies unterstützen wir zusätzlich durch ein bilinguales Angebot (Englisch) ab Klasse 7 im Erdkunde/IT Kurs.

Ab Klasse 10 bieten wir auch Kurse für die externen Sprachprüfungen DELF in Französisch und CAMBRIDGE ADVANCED CERTIFICATE in Englisch. Wir vergeben außerdem zum Abitur das Exzellenzlabel „CertiLingua“. Dieses Zertifikat bestätigt eine hohe Sprachkompetenz in Englisch und Französisch sowie die Teilnahme an internationalen Projekten und die damit erworbene interkulturelle Kompetenz. All diese Zertifikate erleichtern den Schülerinnen und Schülern die Aufnahme eines Studiums an einer Universität im europäischen Ausland.

Viele Schülerinnen und Schüler wählen ab Klasse 9 zusätzlich auch Chinesisch oder Spanisch als freiwillige Wahlfächer hinzu. Damit verfügen sie am Ende ihrer Schulzeit über Kenntnisse in vier Fremdsprachen!

Aber geht diese intensive Beschäftigung mit den Fremdsprachen nicht auf Kosten anderer Fächer? Nach unseren Erfahrungen ist genau das Gegenteil der Fall. Im Rahmen unserer Aktivitäten als MINT-freundliche Schule bieten wir unseren Schülerinnen und Schülern vielfältige Möglichkeiten außerhalb des Regelunterrichts, sich zu erproben und ihre Stärken zu entdecken. Viele Schülerinnen und Schüler des grundständigen Zweiges wählen in der Oberstufe daher zwei Leistungskurse aus dem naturwissenschaftlichen Aufgabenfeld. Anschließend werden dann Ingenieurswissenschaften, Medizin, Physik oder Mathematik studiert, und das mit großem Erfolg.

Durch die intensive Sprach- und Textarbeit in den Alten Sprachen werden generell fächerübergreifende Qualifikationen wie Genauigkeit im Lesen, Bewusstsein von Sprache, kombinatorisches und analytisches Denken, differenziertes Ausdrucksvermögen und die Fähigkeit zu gedanklichem Transfer vermittelt, Kompetenzen, die allen Fächern gleichermaßen zugute kommen. Die Schüler erwerben große Sicherheit im mündlichen und schriftlichen Gebrauch der deutschen Sprache, und durch ihre Analysefähigkeit erzielen sie besonders herausragende Erfolge in Mathematik oder Philosophie. An den musischen Fächern besteht traditionell ein starkes Interesse, dem wir mit einem breiten Angebot außerhalb des Unterrichts Rechnung tragen.

Der altsprachliche Bildungsgang - eine Alternative für Schülerinnen und Schüler, die mehr wollen!

E. Ites-Pätzold