Altsprachlicher Bildungsgang ab Klasse 5

Seit dem Schuljahr 1983/84 bietet die Bertha-von-Suttner-Oberschule einen altsprachlichen Bildungsgang für Schülerinnen und Schüler ab Klasse 5 an.

Der altsprachliche Bildungsgang ist in seinem Anspruch ein Angebot für kognitiv begabte, leistungsfähige und leistungswillige Schülerinnen und Schüler. Er widmet sich besonders der Pflege der Alten Sprachen und der intensiven Beschäftigung mit der Kultur des Abendlandes. Diese Auseinandersetzung mit den kulturellen Wurzeln des heutigen Europas soll unsere Schülerinnen und Schüler unterstützen, eine Identität in der europäischen Staatengemeinschaft und ein intellektuell-friedliches Miteinander zu entwickeln. Diese Ziele sind verankert in den Leitlinien unserer Schule und entsprechen dem geistigen Erbe unserer Namenspatronin Bertha von Suttner.

Im altsprachlichen Bildungsgang ist neben Englisch (1. Fremdsprache ab Kl. 3) Latein die
2. Fremdsprache, die ab Klasse 5 unterrichtet wird. Am Ende der 10. Klasse wird den Schülerinnen und Schülern bei mindestens ausreichenden Leistungen das Latinum zuerkannt.

In Klasse 8 wählen die Schülerinnen und Schüler des altsprachlichen Bildungsganges verpflichtend eine dritte Fremdsprache. An der Bertha-von-Suttner-Oberschule haben sie die Option zwischen Altgriechisch oder Französisch.

Schüler, die besondere analytische Fähigkeiten aufweisen, sich in ihrer ersten Fremdsprache Latein schon gut zurechtfinden und neugierig auf eine intensive Begegnung mit der Antike sind, haben in der Vergangenheit gerne Altgriechisch gewählt, mit dem Abitur das Graecum erworben oder mit dem Leistungsfach Altgriechisch einen überdurchschnittlichen Abiturabschluss erreicht.

Auf der Grundlage ihrer sicher beherrschten Grammatik- und Wortschatzkenntnisse kommen die Schülerinnen und Schüler des altsprachlichen Bildungsganges aber auch in den modernen Fremdsprachen schnell voran.
Dies unterstützen wir zusätzlich durch ein bilinguales Angebot ab Kl. 7 in Erdkunde.
Besonders interessierte Schülerinnen und Schüler bereiten sich in Kursen ab Klasse 10 auf die externen Sprachprüfungen DELF in Französisch und Cambridge Advanced Certificate in Englisch vor. Ab dem Schuljahr 2012/13 wurde das CertiLingua vergeben, ein Zertifikat, das die erworbene Sprachkompetenz in Englisch und Französisch sowie die Teilnahme an internationalen Projekten bestätigt.
Die Schülerinnen und Schüler erwerben damit international anerkannte Zertifikate, die ihnen die Aufnahme eines Studiums an einer Universität im europäischen Ausland erheblich erleichtern.

Über die dritte Fremdsprache hinaus wählt eine beachtliche Zahl von Schülerinnen und Schülern Chinesisch (ab Kl. 9) oder Spanisch (ab Kl. 9) als Wahlfächer hinzu, sodass sie bis zum Abitur nicht selten 4 Fremdsprachen auf unterschiedlichen Kompetenzstufen erworben haben, was dem Anspruch an Mehrsprachigkeit mehr als entspricht.

Seit dem letzten Schuljahr haben Schülerinnen und Schüler in der Oberstufe individuelle Freiheit in der Wahl ihrer Leistungskurse.
Was wäre allerdings ein altsprachlicher Bildungsgang ohne Teilnahme am Unterricht in einer Alten Sprache? Deshalb fördern und unterstützen wir die Wahl von Kursen in den alten Sprachen ausdrücklich.

Oft wird die Frage gestellt, ob die intensive Beschäftigung mit den Fremdsprachen nicht auf Kosten anderer Fächer gehe. Nach unseren Erfahrungen ist das Gegenteil der Fall.

Durch die intensive Sprach- und Textarbeit in den Alten Sprachen werden generell fächerübergreifende Qualifikationen wie Genauigkeit im Lesen, Bewusstsein von Sprache, kombinatorisches und analytisches Denken, differenziertes Ausdrucksvermögen und die Fähigkeit zu gedanklichem Transfer vermittelt – Kompetenzen, die allen Fächern gleichermaßen zugute kommen.
Die Schüler erwerben große Sicherheit im mündlichen und schriftlichen Gebrauch der deutschen Sprache, und durch ihre Analysefähigkeit erzielen sie besonders herausragende Erfolge in Mathematik oder Philosophie. An den musischen Fächern besteht traditionell ein starkes Interesse.

Durch die Auseinandersetzung mit den Inhalten lateinischer und griechischer Originaltexte schulen wir die kulturelle und personale Kompetenz unserer Schülerschaft und tragen zu einer Verbesserung der Allgemeinbildung und Studierfähigkeit bei. In diesem Zusammenhang ist es unser Ziel, unsere Schüler mit Erfolg zum Latinum und Graecum zu führen. Wir fördern die ästhetische Bildung durch die Beschäftigung mit Literatur, Musik und Kunst. Und nicht zuletzt leisten wir einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung und Festigung von individuellen Wertmaßstäben auf dem Boden antiken philosophischen Gedankengutes.


Der altsprachliche Bildungsgang - eine Alternative für Schülerinnen und Schüler, die mehr wollen als andere.