Arbeitsgemeinschaften

im Schuljahr 2018/2019

Wie in jedem Jahr gibt es an unserem Gymnasium ein vielseitiges Angebot an Arbeitsgemeinschaften. Eine Auflistung ist der PDF-Datei zu entnehmen.

Regenbogenveranstaltung

Am 17.6.2019 vormittags fand in der Aula die erste Regenbogenveranstaltung unserer Schule statt. Achtzig Schüler*innen unterschiedlichen Alters hörten sich nicht nur verschiedene Reden und Erfahrungsberichte an, sondern diskutierten auch in kleineren Gruppen über das Thema sexuelle und geschlechtliche Vielfalt. Unterstützt wurde diese Veranstaltung von der im April dieses Jahres gegründeten Diversity-AG von Frau Kettner. Sie ist an unserer Schule gemeinsam mit Frau Boltes eine Kontaktperson für schwule, lesbische, bisexuelle und transidente Schüler*innen.

Die AG´ler saßen mit den anderen Schüler*innen an einem Tisch und trieben das Gespräch dort voran, wobei auch überspitzte Aussagen besprochen wurden, die häufig von Kritikern/Kritikerinnen geäußert werden. Die daraus folgenden Diskussionen waren zum Teil sehr aufschlussreich. Meistens widersprachen die Schüler*innen den provokanten homophoben und transphoben Thesen einstimmig. Es wurde auch über eigene Erfahrungen zum Thema und über Rechte von LGBTQ-Personen gesprochen.

Die folgende Rede ist die Einleitungsrede von Jonathan, der die Regenbogenveranstaltung organisiert hat:

"Ich habe Angst. Ich habe Angst, mich zu versprechen; ich habe Angst, dass meine Rede nicht das herüberbringt, was ich erzählen möchte; und ich habe Angst, dass diese Veranstaltung nicht gut genug läuft; doch ich habe keine Angst vor Schwulen und Lesben.
Dies mag vielen hier als nichts Besonderes vorkommen, doch in unserer Gesellschaft ist das noch nicht selbstverständlich: Homophobie ist ein Thema, welches in den Medien immer wichtiger wird. Homophobie kann als Angst gegenüber homosexuellen Menschen gesehen werden, ist aber viel mehr als die Abneigung gegenüber diesen zu verstehen. Dass ein Mensch so denkt, erkennt man meist durch seine Äußerungen: „Es ist einfach nur eklig, wenn Schwule sich küssen!“ „Das ist doch nicht normal!“ oder „Die haben Probleme!“ sind Beispiele für solche Äußerungen, die man häufiger hört. Übergriffe, zu denen auch Beleidigungen gehören, häufen sich. So wurden in Wales und England im Jahr 2017 elftausend Verbrechen auf Grund der sexuellen Orientierung erfasst, wohingegen in Deutschland im Jahr 2018 nur 313 solcher Taten den Behörden bekannt waren. Viele Betroffene meiden wohl noch immer den Weg zu der Polizei, um Strafanzeige zu stellen. Die Medien scheinen sich auch noch nicht gut genug damit zu beschäftigen. So war ich über die folgende Nachricht erschrocken - ein Jahr, nachdem die Tat stattfand:

Im April 2018 prügelten drei Neonazis einen jungen Mann im Erzgebirge zu Tode. Das Motiv war Homophobie. Zeugen berichten von einer folterartigen Hinrichtung. Dass dies in den Nachrichten nicht weiter bekannt war, zeugt davon, dass das tatsächliche Ausmaß von Homophobie in Deutschland noch lange nicht bekannt ist, beziehungsweise nicht im entsprechenden Rahmen behandelt wird. 

Wieso ein Mensch übergriffig wird, ist noch nicht bekannt, aber man weiß, dass Vorurteile Hass fördern. So neigt man schneller zu einer Beleidigung, wenn man eine Eigenschaft des Gegenübers als allgemein bekannt und auch von der Gesellschaft als negativ angesehen wahrnimmt. Als Schule, die sich offen gegen jede Form von Ausschließung ausspricht, die durch Vorurteile entsteht, wollen wir diesen entgegenwirken und aufklären, da Aufklärung das stärkste Mittel gegen Vorurteile ist. Umso mehr man über Minderheiten Bescheid wissen, umso mehr Menschen wir aus diesen Gruppen kennenlernen, umso mehr stellen wir fest, wie sie sich unterscheiden und wie wenig wahr Vorurteile sind. Unser Ziel ist es nach den Erfahrungsberichten, nach den Reden und nach den Gesprächen am Tisch, mit mehr Wissen hier herauszugehen. 

Nach den Erfahrungsberichten werden wir den Regenbogenkuchen anschneiden. Der Regenbogen, der das internationale Zeichen für Toleranz und sexueller Freiheit ist, wird hier mit dem leckersten mir bekannten verbunden: Kuchen. Diese Idee hatten aber nicht wir, sondern war eine Erfindung des Vereins MANEO im Rahmen der Kampagne "Kiss Kiss" Berlin. Dabei werden an repräsentativen Orten gestiftete Regenbogenkuchen angeschnitten, wie im Berliner Abgeordnetenhaus, im Roten Rathaus und der Landespolizeischule Berlin, um dort die Toleranz gegenüber der LGTBQ-Gemeinschaft kund zu geben. Bastian Finke, der Leiter des Vereins MANEO, der sich seit fast 30 Jahren für schwule Männer einsetzt, sitzt heute auch bei uns, und steht gerne für Fragen bereit.

Ich möchte euch alle also herzlich zu der Regenbogenkuchenveranstaltung willkommen heißen und freue mich, dass jeder einzelne von euch hier ist!"

Jonathan Deisler (Jg. St. 11)

AG Diversity

Die AG Diversity ist offen für alle,

  • die sich für LGBT-Themen interessieren (L = lesbisch, G = gay/schwul, B = bisexuell, T = trans)
  • die sich für eine Gleichberechtigung aller sexuellen und geschlechtlichen Identitäten engagieren
  • die sich für eine vorurteilsfreie Schule einsetzen wollen.

Die AG Diversity bietet die Möglichkeit, sich auszutauschen, sich zu informieren und über Themen zu reden, die dich interessieren. Es können Filme geschaut, Bücher gelesen und Ausstellungen besucht werden. Außerdem wollen wir uns Aktionen überlegen und umsetzen, durch die sexuelle und geschlechtliche Vielfalt an unserer Schule sichtbar gemacht werden. Auf Diskriminierung wollen wir mit Aufklärung reagieren!

  • Wann und Wo? jeden Dienstag 14.35 Uhr (8. und 9. Stunde) in der Schulbibliothek (Raum 130) (Wer in der 8. Stunde noch Unterricht hat, kommt einfach danach vorbei.)

Trau dich und komm vorbei!