65 Kilometer Marsch des 11. Jahrgangs!

Nach dem erfolgreichen Adventsmarsch im Dezember brachen am 26. März 2022 erneut 15 motivierte Schüler des 11. Jahrgangs der Bertha vom S-Bahnhof Erkner auf, um den eigens organisierten Marsch in Richtung Bernau zu bezwingen! Die Routenlänge betrug 65 Kilometer!

Um etwa 09.00h kamen wir nacheinander am S-Bahnhof Erkner mit der S-Bahn oder dem Regionalzug an. Ein Ort, der einem größerem deutschen Dorf ähnelt. Um 09.30h machten wir uns dann auf den Weg.

Der Plan: unserer Marschroute folgen und um 03h morgens am S-Bahnhof Bernau-Friedenstal ankommen!

Ein Auftrag, der eindeutig leichter gesagt als getan war! Nach anfänglichen Orientierungsschwierigkeiten in der neuen Gegend waren wir jedoch relativ schnell wieder auf Kurs und betraten nach einer halben Stunde das erste große Waldstück in Richtung unseres ersten Ziels: das Griechische Restaurant in Strausberg nach etwa 30 Kilometern!

Unterwegs wurde uns dann klar, dass 65 Kilometer tatsächlich eine sehr große Distanz ist ;) Aber mit lauten Musikboxen und exzellenter Gesellschaft sollte das zu schaffen sein. Nach einigen Kilometern trafen wir aber bereits auf unser erstes Hindernis. Ein Waldweg auf der eingezeichneten Marschroute existiert gar nicht. Um Zeit zu sparen schlugen wir uns dann also etwa eine Unterrichtsstunde lang durch Unterholz und kamen daher nur sehr langsam voran! Die ersten Zweifel kamen auf. Aber als wir dann endlich nach 13 Kilometern wieder eine Landstraße mit Autos sahen, fühlten wir uns der nächsten Pause schon gleich näher! Nach etwa 15 Kilometern machten wir eine Viertelstunde Pause in Herzfelde und sammelten noch eine 16. Begleiterin aus dem Jahrgang ein. Ausgestattet mit Wanderausrüstung und einigen Snacks wurde die etwas längere Pause natürlich genossen.

Von Herzfelde aus fehlten uns noch etwa 15 Kilometer, in denen sich schon erste Auswirkungen der langen Laufbelastung zu spüren machten. Die ersten schlappen Beine, Blasen, Fuß- oder Knieschmerzen. Unser medizinisches Equipment begann hier seine Karriere! Auf einer langen Distanz durch Felder und Landstraßen konnten wir einige Eindrücke von der schönen Natur, der dörflich-ruhigen Gegend und unserem Durchhaltevermögen sammeln. Nach 25 Kilometern und 6 Stunden laufen kamen wir dann endlich am ersten funktionsfähigen S-Bahnhof an: S Hegermühle! Hier verließen uns 3 Personen unseres Marschtrupps.

Zu 13. meisterten wir die verbleibenden 4-5 Kilometer bis zum Restaurant. Um 16.30h marschierten wir dann endlich stolz in den Griechen, freuten uns darüber, dass unsere Vorbestellung und Reservierung geklappt hat und natürlich auch darüber, dass hier eine Toilette war!

Der Restaurantbesuch war großartig. Wir speisten an einem exklusiven langen Tisch und der Hunger wurde schmackhaft gestillt! Als wir den Griechen um 18.56h verließen war bereits klar, dass sich einige aus Strausberg auf den Heimweg machen werden. Nach etwa 20 Minuten Marsch verließen uns dann also 6 weitere Märschler am S Bahnhof Strausberg Stadt. Respekt an diejenigen, die bisher mitgelaufen sind. 30 Kilometer am Stück läuft man auch nicht alle Tage!

Nun begann der mit Abstand spannendste Teil des Marsches, denn es wurde mit der Zeit immer dunkler. Noch geschützt vom Licht der Lanstraße bereiteten wir uns schon auf das letzte lange Waldstück vor, das wir in der Nacht bezwingen werden. Zu siebt gingen wir am Waldrand in das schwarze Loch, dass von dunklen Bäumen umgeben war. Weit und breit waren fast keine Menschen mehr zu sehen. Die Taschenlampen und die Musikbox füllten die Leere und das Dunkel unserer Umgebung. Wir waren definitiv die einzigen in diesem Wald! Zwischenzeitlich wurde es tatsächlich sehr unheimlich, da das GPS ungenau war, wir den Weg durch das Gestrüpp suchen mussten, die Musikbox aus war und ein Uhu regelmäßig unheimliche Geräusche von sich gab. 7 Schüler eines berliner Gymnasiums irgendwo im Wald im Osten. Ob uns hier jemand in nächster Zeit gefunden hätte? Fraglich. Ob Mama Recht hatte, dass es nachts im Wald gefährlich ist? Vielleicht. Ob wir es vielleicht lassen? Auf keinen Fall!

Stundenlang liefen wir nur durch den dunklen Wald. Ab etwa 40 Kilometer begannen sich die Fuß- und Beinschmerzen wieder bemerkbar zu machen. Einige entschlossen sich daher, beim Erreichen einer Bushaltestelle nach 50 Kilometern den Bus Richtung Berlin zu nehmen. Wir kamen um Mitternacht an der Haltestelle an. Das Problem jedoch: der angekündigte erlösende Bus, der wohl um 00.23h hätte fahren sollen, kam doch nicht. Der nächste kam um 10h morgens. Etwa 1,5 Stunden warteten also 4 Leute an der einsamen Bushaltestelle im Nirgendwo darauf, dass Bekannte sie abholen kamen! Respekt für das Erreichen von 50 Kilometern!

Während dessen liefen die drei verbleibenden Märschler des Jahrgangs tapfer weiter auf dem Weg nach Bernau. Kurz nach 50 Kilometern erreichten wir unsere Spitzengeschwindigkeit von etwa 7 Km/h! Nach etwa einer Stunde begannen wir aber zu humpeln und das Laufen wurde nach etwa 56 Kilometern zur absoluten Hölle. Wir durchquerten dann einen Windpark und sahen von ganz nahem die pompösen und leuchtenden Windräder, die sich in der Nacht unter dem klaren Sternenhimmel drehten. Ein einmaliger Abnlick! Plötzlich jedoch liefen wir fast in eine Hochspannungsleitung, die kurioserweise enorm tief hing. Das laute Knistern der Leitung in Kombination mit der hohen Luftfeuchtigkeit des Nebels war erschreckend. Wir hatten wahrscheinlich im Nebel und der Erschöpftheit Sperrschilder übersehen. Aus Angst vor der Hochspannungsleitung liefen wir dann quer durch den Windpark einen Umweg, der uns sicher eine Stunde mehr kostete! Alleine 15 Minuten Pause haben uns so aus der Laufbewegung gebracht und Schmerzen verursacht, dass wir uns entschlossen erstmal ohne Pausen weiter zu marschieren. Viele Waldwege und Landstraßen später kamen wir dann in den Ort Bernau, wo wir um kurz vor 05h morgens den ersten und einzigen Passanten vor uns sahen. Das erste humane Wesen seit etwa 9 Stunden! Wegen unseres erkennbar unnatürlichen Ganges wechselte dieser doch tatsächlich die Straßenseite :)

Um etwa 05.20h erreichten wir dann endlich leidend den S Bahnhof Bernau-Friedenstal und waren sehr froh den Marsch hinter uns gebracht und unsere Komfortzone erweitert zu haben!

Auch dieser Marsch war ein abentuerliches, spannendes und lustiges Unterfangen, das viele sicherlich an ihre körperlichen Grenzen gingen ließ. In einem kann sich jeder von uns sicher sein: Nicht jeder kann von sich behaupten 25, 30, 50 oder 65 Kilometer durch Wald, Unterholz und Nacht gelaufen zu sein! Wir sind stolz auf uns alle und freuen uns schon auf den nächsten Spaziergang ;)

-Maximilian Brömme (Jg. 11)