Die Autorin Karin Gündisch zu Besuch am 19.3.2014

Zu unserer  letzten Lesung in diesem Schuljahr laden wir herzlich ein. Die Autorin Karin Gündisch liest aus ihrem Jugendroman COSMIN am 19.3.2014, um 10 Uhr in der Mediothek.

Der Rom-Junge Cosmin war nur für kurze Zeit in der Schule. Er lebt mit seiner Familie in einem kleinen Dorf in Rumänien und bettelt Touristen um übrig gebliebenen Proviant und Süßigkeiten an. Mit seiner Schwester im Schlepptau hat er meistens Erfolg. Die Lehrerin des Dorfes aber lässt nicht locker.: Wenn Cosmins Mutter ihn in die Schule schickt, bekommt sie für ihren Fernseher Strom von der Schulleitung. Das beeindruckt Cosmin sehr….

Die Geschichte von Cosmin spielt in dem rumänischen Dorf Prislop. Fotografien zu  dem Leben in diesem Ort werden im Foyer zu sehen sein.

Wir danken der „Stiftung Senfkorn Pankow“ für die finanzielle Unterstützung dieser Veranstaltung.

S. Seite

COSMIN von Karin Gündisch

Am 19. März versammelten sich 5 Klassen in der Aula - gespannt auf die letzte Lesung des Jahres.

Die Autorin Karin Gündisch stellte ihren Jugendroman "Cosmin" vor, in dem es um einen zwölfjährigen Jungen geht, um Cosmin, der nur einmal für kurze Zeit in die Schule ging und dann nie wieder. Denn Cosmin muss für seine Familie Geld beschaffen. Er ist gut darin, Touristen und Wanderer in den umliegenden Bergen um übrig gebliebenen Proviant und Geld anzubetteln.

Doch bevor Karin Gündisch liest, erzählt sie von sich: Sie wurde in Rumänien geboren und war schon als Kind von den Roma, die sich selbst Zigeuner nennen, fasziniert.

Nach ihrem Schulabschluss studierte sie in ihrer Heimat Deutsch und Rumänisch, um später Deutschlehrerin zu werden. Nachdem Sie nach Deutschland gezogen war, fing sie an, Geschichten zu schreiben. Für "Cosmin" besuchte sie das Dorf Priscan, in dem die Geschichte spielt und in dem viele Kinder betteln müssen, weil ihre Familien so arm sind. Aussicht auf Besserung gibt es nicht, denn oft gehen die Kinder nicht zur Schule und haben so auch kaum die Chance, eine Berufsausbildung zu machen.

Im Roman wird den Kindern die Geschichte von einem Rom erzählt, der dachte, wenn er einen Kürbis ausbrütet, schlüpft ein Pferd. Das macht Cosmin nachdenklich, denn er brütet zwar kein Pferd aus, aber hütet eins Tag für Tag. Zum ersten Mal überlegt er, ob es sich vielleicht doch lohnen würde, in die Schule zu gehen.

Karin Gündisch erklärt uns, dass ihr größter Traum ist, dass alle Kinder zur Schule gehen, damit sie dann die Möglichkeit haben, ihr Leben selbst zu gestalten.

Wir haben außerdem viel Spannendes über die Roma erfahren: Ihre Geschichte, wie sie gewandert sind und dass sie verfolgt wurden und dass die Autorin wirklich einen Cosmin kannte, der heute schon Kinder hat. Karin Gündisch erklärte alles so, dass es für uns verständlich war und beantwortet alle Fragen bereitwillig.

Interessant fanden wir, dass sie am Ende einen Absatz auf Rumänisch vorgelesen hat und ein Mitschüler aus unserer Klasse las den gleichen Text noch einmal auf Kroatisch. So bekamen wir eine Vorstellung vom Klang dieser Sprachen: ganz schön fremd - genau wie das Leben von Cosmin, obwohl die Geschichte heute und in Europa spielt.

 

Text: Julia und Hayrunnisa, Klasse 7d

Jenny Erpenbeck zu Gast mit dem Roman "ALLER TAGE ABEND"

Am Donnerstag, den 30. Januar 2014, um 19 Uhr liest die Berliner Autorin Jenny Erpenbeck in der Mediothek aus ihrem jüngsten Roman "Aller Tage Abend". Alle interessierten SchülerInnen, Eltern, Kollegen und Freunde sind dazu herzlich eingeladen.

Wir erheben einen Eintrittspreis von 4 bzw. 2.

Der Roman besteht aus fünf Büchern, die in sich abgeschlossen und zu Ende erzählt sind, denn die Protagonistin stirbt jeweils. Trotzdem schließen die Bücher organisch aneinander an, denn der Tod ist immer nur eine von mehreren Möglichkeiten, und durch eine ungeahnte Wendung der Geschichte ist die Heldin im nächsten Buch dem Tod entronnen und tritt dem 20. Jahrhundert aufs Neue gegenüber.

S.Seite

Pascale Hugues zu Besuch bei Bertha

Anlässlich des deutsch-französischen Tages am 22. Januar wird Pascale Hugues aus ihrem neuen Buch "Ruhige Straße in guter Wohnlage" vorlesen. Die bekannte Kolumnistin schildert darin die wechselhafte Geschichte ihrer Straße. Deutsche Mentalitätsgeschichte von einer Französin aufgezeichnet: mal amüsant, mal bewegend, aber stets charmant erzählt.

Wenn Sie dabei sein wollen, kommen Sie am Mittwoch, den 22. Januar 2014, um 18:00 Uhr in die Mediathek. Im Anschluss können Sie Fragen stellen, Bücher signieren lassen und  - wenn Sie möchten - auf die deutsch-französische Freundschaft anstoßen - à la vôtre!

Unkostenbeitrag: 4 , ermäßigt 2

O. Saathoff

„Ich wollte auch mal doof sein“ - Karin Bruder bei uns in der Bertha

Es herrscht eine entspannte Atmosphäre, Karin Bruder lacht zusammen mit den Schülern und überhaupt steht sie locker am Pult in unserer Mediothek, als wären die Schüler und Lehrer, die ihr an diesem Freitag am 8.11. in der 2. und 3. Stunde zuhören, alte Bekannte. Trotzdem ist keiner unaufmerksam, man lauscht interessiert den Leseproben und später ihren Antworten auf Fragen.

„Ich wollte auch mal doof sein“, antwortet sie zum Beispiel auf die Frage, warum ihr Hauptcharakter des Buches „Zusammen allein“ denn so gar nicht den typisch-sympathischen Protagonisten aus anderen Romanen gleichen wolle. Denn Karin Bruder ist (zumindest teilweise) eine Schriftstellerin und als solche lebt sie mehrere Leben und versetzt sich häufig in die Situation ihrer Figuren. Wir erfahren viel über sie und ihren Beruf, insbesondere in der Fragerunde, die auf eine Einführung in das Buch und einige Leseproben folgt. Auf jede Frage geht Frau Bruder genau ein. Überraschend ist ihre Antwort auf die Frage, wie sehr der Inhalt von „Zusammen allein“ der Realität entspreche: Es sei nicht ihre Geschichte, meint Karin Bruder, vielmehr habe sie die politische Lage in Rumänien in der Zeit der Diktatur von Ceausescu über den Fernseher hier in Deutschland verfolgt, da sie schon mit zehn Jahren aus Rumänien ausgewandert sei. Ansonsten habe sie vor allem Recherchen getätigt, jedoch Angst gehabt, ihr Buch könnte „von Historikern zerpflückt werden“. Wie bitte?! Wer „Zusammen allein“ gelesen hat, könnte meinen, die Autorin sei selbst immer zugegen gewesen, so glaubwürdig ist das Leben der Figuren dort geschildert. Doch anscheinend haben sich zwei Jahre Recherche und eine große Portion Heimatliebe bezahlt gemacht. Und die rumänischen Wurzeln konnte man zumindest bei den Leseproben noch deutlich hören: bei ihrem Vortrag mit authentisch rumänischem Akzent einiger Charaktere aus dem Buch brachte Karin Bruder den ganzen Raum zum Schmunzeln.

„Ich habe immer noch sehr viele Ideen, einen ganzen Ordner voll“, sagt sie schließlich, sie traue sich aber noch nicht so recht an ein Thema. Doch man darf optimistisch sein, denn eine Idee geistere ihr schon besonders lang im Kopf herum, erzählt sie. Und schließlich kann man von Karin Bruder nach „Asphaltsommer“ und „Zusammen allein“ doch nur Gutes erwarten, oder?

 

Marlene Peine, 9b

Karin Bruder zu Gast mit ihrem Roman „Zusammen allein“

am 8.11.13, um 9:00 Uhr in der Mediothek

Seit dem vergangenen Schuljahr entdecken wir Europa auch literarisch und konzentrieren uns dabei auf die Länder Osteuropas. 

Karin Bruder, die als Siebenbürgendeutsche in Rumänien geboren wurde, erzählt eine Geschichte aus der Zeit der Chauchescu-Diktatur.

Agnes ist 15 Jahre alt, als ihr Vater Siebenbürgen verlässt und nach Deutschland flieht. Ein Jahr später, im Frühling 1987, folgt Agnes’ Mutter ihrem Mann in den Westen. Agnes bleibt alleine in zurück und muss sich zunächst gegenüber dem rumänischen Geheimdienst Securitate, aber auch gegenüber ihren Verwandten behaupten. Trotz der materiellen Not beschließt Agnes, in Rumänien zu bleiben, wo sie das Ende der Diktatur erlebt.

Holly-Jane Rahlens liest aus ihrem Roman „Everlasting“

Wird die deutsche Sprache in 250 Jahren ausgestorben sein?

Am Montag, dem 21. Oktober 2013, fand eine Autorenlesung im Rahmen der 5. Autorenlesereihe am Europäischen Gymnasium Bertha-von-Suttner statt. Die in New York aufgewachsene Wahlberlinerin Holly-Jane Rahlens las an diesem sonnigen Tag aus ihrem neuen Roman „Everlasting“.

Der Roman handelt von Finn, einem jungen Mann,  der in der Zukunft lebt. Als Linguist ist er einer der wenigen, die die tote Sprache Deutsch beherrschen. Daher bekommt er den Auftrag, das Tagebuch eines jungen Berliner Mädchens, das über 250 Jahre vor ihm, also in unserer Gegenwart, gelebt hat, zu entziffern. Finn ist schnell von den Aufzeichnungen des Mädchens fasziniert und gerät unversehens in ein Zeitreiseabenteuer, in dem auch das Mädchen eine Rolle spielt.

Holly-Jane Rahlens war sehr freundlich, auch wenn sie ein wenig nervös schien, als das Mikrophon nicht funktionierte. Sie hat einige Stellen ihres Romans vorgelesen und auch erläutert. Außerdem beantwortete sie viele Fragen der Schüler und war dabei sehr offen und ehrlich. Etwas ungewöhnlich wirkte es, als sie begann, Fotos für ihre Facebook-Seite zu machen und das Publikum zum „liken“ der Seite ermutigte. Sie wies mehrfach darauf hin, dass man ihre Bücher am Stand kaufen könnte, was auch viele Schüler taten. Die Autorin signierte die Bücher unermüdlich und verteilte auch Autogrammkarten.

Insgesamt war es eine sehr gelungene Veranstaltung, auch wenn viele Zuschauer stark von der Sonne geblendet wurden. Zuhören konnte man aber ausgezeichnet, und viele verließen die Aula mit dem dringenden Wunsch, „Everlasting“ sofort zu lesen.

 Anna P., 7a

Lesung mit Holly-Jane Rahlens

Lesung mit Holly-Jane Rahlens am 21.10.2013

Bereits zum zweiten Mal besucht uns die in New York aufgewachsene Wahlberlinerin. Am Montag, den 21.10.2013 liest sie um 10:00 Uhr aus ihrem neuen Roman EVERLASTING.

Gäste sind wie immer herzlich willkommen.

Der Roman spielt im Jahr 2264. Gefühle sind unerwünscht, die Liebe ist ausgestorben, die Geburtenrate ist gesunken. Der junge Historiker und Sprachwissenschaftler Finn Nordstrom, Spezialist für die inzwischen ausgestorbene tote Sprache Deutsch, erhält den Auftrag, die 250 Jahre alten Tagebücher eines jungen Mädchens aus dem Berlin des 21. Jahrhunderts zu übersetzen. Bald ist er zunehmend fasziniert von dem Mädchen, das quasi vor seinen Augen erwachsen wird.

Nach der Lesung gibt es die Möglichkeit zum Gespräch, Bücher können gekauft und signiert werden.

S.Seite

Lesung mit Ulrike Schrimpf

ZARA - ALLES NEU - Lesung mit Ulrike Schrimpf am 25.9.13

Zara will Rapperin werden. Immerhin ist sie schon in einer Band und hat sogar ein eigenes Lied geschrieben. Doch als ihr Vater am Ende der Sommerferien nach Paris zieht und sie aus ihrer eigenen Band gekickt wird, gerät ihr Leben ziemlich durcheinander. Außerdem ist da noch Elias, Schleimbeutel allererster Sahne, der sie immer wieder auf die Palme bringt. Nur mit ihrer türkischen Freundin Perihan, die wie Zara ein Fan von Rap-Musik ist, fühlt Zara sich richtig wohl.

Wer mehr über Zara und die Autorin des Buches erfahren möchte, ist herzlich eingeladen zu der Lesung am Mittwoch, den 25.9.2013. Die Veranstaltung findet um 18 Uhr in der Aula statt und richtet sich an SchülerInnen der 5. und 6. Klasse.

 Wir freuen uns auf Ihr/euer Kommen!

Rezension zur Lesung: „Zara – alles neu“ von Ulrike Schrimpf

Am 25.09.2013 trafen sich Schüler und Schülerinnen der Klassenstufen 5 und 6 gemeinsam mit ihren Eltern, Freunden und Lehrern in der Aula, um der Autorin Ulrike Schrimpf bei einer Lesung aus dem Buch „Zara – alles neu“ zuzuhören.

Um 18.00 Uhr begann die Veranstaltung. Die Kinder strömten mit ihren Begleitern voller Vorfreude in die Aula, die sich nach und nach füllte. Nach der Begrüßung durch Frau Seite ging es los.

Ulrike Schrimpf stellte sich als Erstes kurz vor. Danach fragte sie uns etwas über ihr Buch und wollte auch über uns selbst etwas wissen. Dabei sprachen wir über das Wesentliche des Buches. Die Rote Zora, Elias, Greta und Jonnie-Poponnie, alles Figuren aus dem Buch, waren das Hauptthema. Danach las die Autorin dann das 2. Peinliche Kapitel mit sehr guter Betonung. Es war spannend und lustig.

Im Anschluss wollte Frau Schrimpf wieder die Meinungen und Fragen der Kinder hören, bei denen dann auch Star Wars und Johann Sebastian Bach eine Rolle spielten. Später las sie noch aus dem 16. Paris Kapitel und dem 20. Verschwörungs Kapitel vor. Zwischen den beiden Kapiteln nahm sie wieder Fragen der Kinder an. Leider war es dann auch schon vorbei. Man merkte gar nicht, wie die Zeit verging, weil die Autorin so supertoll vorgelesen hatte.

Schließlich verriet sie aber noch zwei „Geheimnisse“:

  1. Im Frühjahr wird der 2. Band „Zara – alles Sommer“ herauskommen. Im Herbst soll bereits der 3. Band erscheinen.
  2.  Über das Buch „Zara -  alles neu“ soll nun auch ein Film gedreht werden.

Zum Abschluss durften wir Frau Schrimpf einen Blumenstrauß überreichen. Dabei dankten wir ihr für die Lesung und gratulierten ihr zu dem tollen Buch.

Unsere Empfehlung: Kommt beim nächsten Mal auch zur Lesung! Es lohnt sich auf jeden Fall!

Von: Luisa Festera, Amelie Schmidt und Nathalie Siegel (alle Kl6) 

 

 

Lesung mit Inés Garland

Lesung mit Inés Garland am 13.9.13

Mit einer internationalen Schriftstellerin beginnen wir die diesjährige Lesereihe. Die Argentinierin Inés Garland liest am Freitag, den 13.9., um 10 Uhr in der Mediothek aus ihrem Roman "Wie ein unsichtbares Band".

Erzählt wird die Geschichte von Alma, die aus der wohlhabenden Mittelschicht stammt und mit ihren Eltern jedes Wochenende auf einer Insel im Flussdelta nahe Buenos Aires verbringt. Die Nachbarskinder Carmen und Marito werden zu Spielgefährten und Freunden. Auf der Insel ist die Welt in Ordnung, soziale Unterschiede scheinen keine Rolle zu spielen. Doch die Stimmung in Argentinien ändert sich. Als Almas Eltern merken, dass ihre Tochter mehr als Freundschaft für Marito empfindet, verbieten sie ihr den Umgang. Doch da ist Alma längst mit Marito zusammen.

Im August ist der Roman mit dem Luchs-Preis von Radio Bremen und der ZEIT ausgezeichnet worden. Lesen Sie mehr unter:

http://www.radiobremen.de/unternehmen/presse/radio/fheuropa138.html

5. Autorenlesereihe an der BERTHA

Zum 5. Mal gehen wir im Schuljahr 2013/14 mit Autorinnen auf Reisen. Sie führen uns nach Paris, in die Zukunft, aber auch zu dunklen Kapiteln in der südamerikanischen und europäischen Vergangenheit. Inés Garland zeigt, wie die Liebe zweier Jugendlicher unter der argentinischen Militärjunta leidet. In Jenny Erpenbecks Roman werden wir Zeugen der Lebensgeschichte einer Emigrantin. Rumänien während der Diktatur in den 1980er Jahren wird eindrucksvoll von Katrin Bruder beschrieben. Die ebenfalls aus Rumänien stammende Karin Gündisch stellt uns die Minderheit der Roma und ihr Leben in dem südosteuropäischen Land vor.

Sie/ihr sind/seid herzlich eingeladen, uns auf unseren literarischen Ausflügen zu begleiten, in fremde Welten einzutauchen, Neues kennen zu lernen.

 

Sibylle Seite

(für den Fachbereich Deutsch)

Erste Lesung einer tschechischen Autorin an der BvS

von Seyma Dincer, Ming Ng und Oana Tonenchi

Es ist Dienstag, der 12. März 2013, um 19.05 Uhr. Die letzten Vorbereitungen werden getroffen: Das Mikrophon wird überprüft und das Glas auf dem Pult der Schriftstellerin mit Orangensaft gefüllt. Viele sind schon eingetroffen, als Jannis aus der 10a das Publikum in der Mediothek der Europäischen Schule Bertha-von-Suttner zur Autorenlesung begrüßt. Erstmals dürfen wir eine tschechische Autorin an unserer Schule willkommen heißen - Iva Procházková. Nach seiner kurzen Ansprache übergibt Jannis das Wort an die Autorin. Es hören 50 Schüler, Lehrer und Eltern gespannt zu. 

Iva Procházková wurde 1953 in Tschechien geboren und wuchs in Prag auf. Ihr Vater arbeitete ebenfalls als Schriftsteller, zudem war er in den 70er Jahren einer der intellektuellen Führer des Prager Frühlings. Dies hatte Auswirkungen auf die Karriere seiner Tochter: Sie durfte nicht studieren. Um sich ihr Leben finanzieren zu können, arbeitete sie als Putzfrau. Später fing sie an, Geschichten und Theaterstücke zu schreiben. Jedoch hatte sie ein Aufführungsverbot für ihre Werke, weshalb sie nach Deutschland auswanderte.

Nachdem Iva Procházková sich selbst vorgestellt und einige Fragen der Zuhörer beantwortet hat, liest sie aus ihrem Roman „Wir treffen uns, wenn alle weg sind“ vor.  Der Roman handelt von dem 18-jährigen Rom Mojmir Demeter. Er überlebt eine Epidemie, die durch das Virus EBS ausgelöst wird, jedoch verliert er viele Freunde und Bekannte. Die Betroffenen dieser Krankheit „lösen sich nach und nach auf“, bis nur noch ihre Kleidung übrig bleibt. Als ein Schüler fragt,  warum sich die Infizierten im Roman auflösen, antwortet die Autorin, dass sie sich auf das Verhalten der Menschen in einer Notsituation konzentrieren und die Leichen nicht näher beschreiben wollte. Auf die Idee mit EBS sei sie gekommen, da sie sich schon als Kind immer gefragt habe, wie es wäre, wenn sie allein auf der Welt sei. Die Schriftstellerin schreibt gern über Orte, die sie gut kennt, deswegen spielt der Roman in Tschechien und Teile davon in Prag.

Es herrscht Stille im Raum, als Iva Procházková beginnt zu lesen, denn alle wollen mehr über Mojmir und seine Geschichte erfahren. Die Autorin hat einen tschechischen Akzent und liest ruhig und entspannt, dennoch gestaltet sie die Handlung durch ihre Betonung und Gestik lebendig. Als sie zwischendurch Pausen macht, um die Charaktere näher zu beschreiben, warten die Zuhörer neugierig darauf, wie die Geschichte wohl weitergehen wird.  Dabei erwähnt sie, dass sie sich mit dem Hauptcharakter Mojmir identifizieren könne. Sie könne es sich nicht vorstellen, dass einer ihrer Protagonisten völlig anders als sie selbst sei. Immer wieder erzählt Iva Procházková Anekdoten, um die Atmosphäre im Raum aufzulockern. Man hört Gelächter und die Stimmung des Publikums ist gut.

Anschließend werden weitere Publikumsfragen beantwortet, wobei man erfährt, dass die Autorin sich vorstellen kann, eine Fortsetzung des Romans zu schreiben. Das Ende verrät sie allerdings nicht. Da jedoch viele Schüler, Eltern und auch Lehrer von Neugier auf das Ende der Geschichte erfüllt sind, kaufen sie sich den Roman am Ende der Lesung sowie weitere ihrer Werke, wie z.B. „Die Nackten“, „Carolina“ und „Orangentage“, und lassen sich die Bücher signieren.

Iva Procházková wurde für ihre schriftstellerische Arbeit unter anderem mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet. Ihre Bücher verfasst die 59-Jährige zunächst auf Tschechisch, um sie anschließend zusammen mit ihrer Tochter ins Deutsche zu übersetzen. In ihren Jugendromanen verwendet die Autorin immer die Sprache der Jugendlichen und „freche Dialoge“, damit der junge Leser eine Nähe zwischen sich selbst und dem Protagonisten findet.

Zum Schluss berichtet sie noch über ihre aktuelle Situation als Autorin. 1995 kehrte sie nach Prag zurück und lebt nun dort mit ihrem Mann, dem Regisseur Ivan Pokorný. Zurzeit arbeitet die Schriftstellerin an einem Krimi für das tschechische Fernsehen, davor hat sie ein Theaterstück verfasst. Sie mag es, wenn ihre Arbeit abwechslungsreich ist.

Als sich die tschechische Autorin gegen 21 Uhr verabschiedet, wird ihr noch ein Geschenk, eine Tasse mit dem Schriftzug der „Bertha-von-Suttner“, überreicht. Das Publikum applaudiert und ist begeistert – sowohl von der Schriftstellerin selbst als auch von ihrem Roman.

Europäische Literatur an der BERTHA

Am Dienstag, den 12. März 2013 ist die tschechische Autorin Iva Procházková bei uns zu Gast. Sie liest um 19 Uhr in der Mediothek aus ihrem Jugendroman "Wir treffen uns, wenn alle weg sind".

Eingeladen sind Schüler ab der Klassenstufe 8, Freunde und alle interessierten Erwachsenen. 

Als Eintritt erheben wir einen Beitrag von 4 für Erwachsene und 2 für Schüler. Bücher der Autorin können vor und nach der Veranstaltung erworben werden.

Zum Roman

EBS ist nur ein harmloses Virus, denkt der Waisenjunge Mojmir, als er die Stadt Prag verlässt, um seine Großmutter in den Bergen zu besuchen. Erst als er erfährt, dass es Millionen von Toten gibt, wird ihm klar, dass etwas Furchtbares im Gange ist. Was ist aus seinen Freunden geworden? Mit Jessica, einer der wenigen Überlebenden der Epidemie, wagt er die Fahrt zurück in die Stadt - und erfährt, wie überlebenswichtig wahre Freundschaft, Mut und Toleranz ist.

Dinge, die wir heute sagten - Judith Zander liest an unserer Schule aus ihrem Erfolgsroman

Es scheint, als wären ihr die Komplimente bei der Vorstellung beinahe unangenehm. Zurückhaltend, fast schüchtern wirkt Judith Zander, als sie am Mikrofon hantiert und gegenüber dem überwiegend jungen Publikum die Hoffnung äußert, es sei nicht von den Lehrern zu dieser Lesung geprügelt worden.

Sie entführt uns nach Mecklenburg Vorpommern, in einen Landstrich, wo die Ebene flach und die Menschen wortkarg sind. Wenn die Bewohner des fiktiven Dorfes Bresekow, in dem der Roman spielt, doch einmal den Mund aufsperren, dann nicht um mit- , sondern übereinander zu reden. 

Sie komme ja selbst daher, sei ja auch ein Fischkopf. Sie erzählt, dass sich der eine oder andere aus ihrem Heimatort in dem Roman wiedererkannt und nicht unbedingt geschmeichelt gefühlt habe  und dass sie froh sei, heute in Berlin-Tempelhof zu leben.

Aus dem vielstimmigen Roman, in welchem die Figuren sich durch ihre Art zu sprechen charakterisieren, hat sie für die Lesung Romy ausgewählt. Diese 17-jährige Gymnasiastin, der die rauen Sitten der übrigen Dorfjugend zuwider sind, stellt für das jugendliche Publikum eine potentielle Identifikationsfigur dar. Und es leidet mit Romy, die ihren 17. Geburtstag mit einer Party feiern will und vergebens auf Gäste wartet. Mit ironischer Feder und Sprachwitz schildert die Autorin die Gefühle und Gedanken Romys; eine Kostprobe:

Da saß das Geburtstagskind dann allein im ockergetünchten Gemeindehauskeller zwischen Tellern und Torte und wartete eine geschlagenen Stunde auf seine Geburtstagsgäste und fragte sich, ob es sich im Datum geirrt hatte. Doch sieh, um kurz vor acht tat sich die Tür auf, und der erste Gast  trat ein. Es war Susanne. Ihre Begrüßung:"Hallo, wo sind denn die anderen?"

Nachdem die spärlichen Gäste, die sich dann doch noch eingefunden hatten, überpünktlich das Weite gesucht haben, kann ihr nur noch eine Platte ihrer Lieblingsband helfen: Help! von den Beatles.

Die ins Deutsche übersetzten Texte diverser Beatlessongs durchziehen übrigens den gesamten Roman. Das Publikum erfährt in diesem Zusammenhang, dass die Autorin die Begeisterung für die Beatles mit ihrer Figur teilt und dass der Romantitel eine Übersetzung des Songs Things we said today ist. Auch auf weitere Fragen antwortet die junge Schriftstellerin bereitwillig - Ja, sie hatte Deutsch Leistungskurs - und am Ende sind sich alle einig, dass es sich bei Judith Zander um einen ausgesprochen sympathischen Fischkopf handelt.

O. Saathoff

Lesung von Judith Zander