„Wir sind Zwerge auf den Schultern von Riesen sitzend, um mehr und weiter als sie sehen zu können.“

                                  AG    --     Ein philosophischer Versuch    --     AG

Wir leben in einer Welt voller Dinge, Gegenstände und Personen. Doch was erkennen wir eigentlich von diesen? Bilden wir diese Welt ab oder erschaffen wir uns eine eigene Welt im Kontakt mit der Welt da draußen? Wir haben Wissen von der Welt, aber was wissen wir denn? Welche Kriterien legen wir an, um von Wissen sprechen zu können? Auch andere Lebewesen haben Zugang zur Welt, z. B. die Tiere. Haben Tiere Wissen von der Welt? Wenn nicht, warum nicht? Fragen über Fragen.

Diesen Fragen möchte ich mit euch anhand eines Textes aus dem 17. Jahrhundert nachgehen. Warum soll es kein Text aus der Gegenwart, sondern ein Text aus vergangener Zeit sein? Weil die Fremdheit des Textes unsere eigenen Vorurteile und Selbstverständlichkeiten in Frage stellt und neue, alternative Horizonte der Beantwortung ermöglicht. Zudem gewährt uns diese Rückschau einen Einblick in einen spannenden Kampf der Ansichten im Laboratorium eines Denkens, das bis zur Gegenwart reicht.

Es gibt nur ein Problem, was aber keines sein muss. Der Text ist auf Latein verfasst, zu dem es keine Übersetzungen in andere Sprachen gibt. Wir werden also den Text übersetzen müssen und ausführlich besprechen. Auch ohne Lateinkenntnisse ist eine Teilnahme möglich. Voraussetzung ist die Freude am Denken und die Bereitschaft, die „Anstrengung des Begriffs“ (Hegel) und damit des Begreifens auf sich nehmen zu wollen. 

Vielleicht lässt sich zeigen, dass das lateinische Mittelalter gar nicht so dunkel wie immer vermutet war, und dass ohne die sprachliche Unterscheidungsfähigkeit und Differenziertheit des lateinischen Sprechens und Denkens dieser Zeit unsere heutigen Debatten über Wissenschaft, Gender, soziale Konstruktion nicht möglich wären. Wir stehen nämlich „auf den Schultern von Riesen“ (Bernhard von Chartres).

AG: Bitte bei mir melden! Zeit und Raum nach Vereinbarung

A. Buntrock