„Du bist alt genuuug“ oder: „Wähl dir dein Berlin!“
Wahlvorbereitung und Ausflug ins Berliner Abgeordnetenhaus


Zwei Politikgrundkurse des 11. und 12. Jahrgangs haben sich am 10.09.2026 auf den Weg zum Berliner Abgeordnetenhaus gemacht, um an einem Teil der letzten Plenarsitzung der ablaufenden Legislaturperiode teilzunehmen.
Schon vor dem Abgeordnetenhaus konnten wir lautstarke Politik in der Praxis beobachten: Streikende der Gewerkschaft „Ver.di“ übergaben im Rahmen einer aktuellen Tarifauseinandersetzung einen offenen Brief an die im Abgeordnetenhaus vertretenen Parteien. Während wir gerade in der Schlange zur Sicherheitskontrolle standen, sprach die Spitzenkandidatin von „Die Linke“, Elif Eralp den Streikenden ihre Unterstützung zu.
Drinnen machten wir uns dann auf die Suche nach der Besuchertribüne und kamen gerade noch rechtzeitig, um das Ende der „Fragestunde“ mitzubekommen, einem regelmäßigen Tagesordnungspunkt in den Plenarsitzungen, bei dem die Abgeordneten die Mitglieder des Senats befragen können. Gerade wurde Stefan Evers zur aktuellen Daten- und IT-Panne befragt und musste – indirekt auch uns auf der Tribüne – Rede und Antwort stehen.
Danach stellte die Berliner Fraktionsvorsitzende und Spitzenkandidatin der „Alternative für Deutschland“, Kristin Brinker, einen Antrag vor, in dem sie „mehr Sicherheit für Berliner“ forderten, ohne jedoch genauer zu spezifizieren, wen sie damit meinte. Die Redner*innen der anderen Fraktionen gingen hart mit der Partei ins Gericht, warfen ihr rechtsextreme Inhalte und faschistische Bestrebungen vor und nahmen Bezug zum Wahlausgang ins Sachsen-Anhalt. Besonders hat uns überrascht, wie viele Zwischenrufe es aus dem Plenum gab. Zwischendurch kochte die Auseinandersetzung so hoch, dass man die Redner*innen kaum noch verstehen konnte. Obwohl sich unverhohlen über andere Positionen lächerlich gemacht wurde, gab es keine Ordnungsrufe seitens des Sitzungsleiters. Eine solch verrohte politische Debatte hatten wir nicht erwartet.
