Rückblicke auf den Projekttag „50 Jahre Mauerbau“

Am 12.9.1961 war es soweit: die Abiturienten der „Ostklassen“ unseres Gymnasiums (die „Westklassen“ waren bereits fertig) sollten zur mündlichen Abiturprüfung antreten. Leider war dies aber einem Großteil der Schüler nicht mehr möglich, denn mitten in den

Die betroffenen Ostschüler des Abiturjahrgangs hatten jetzt im Mai in der Aula ihr Buch „Immer auf der Hut - Als die Mauer dazwischen kam“ mit ihren sehr persönlichen Erinnerungen an diese Zeit vorgestellt.

Wir haben die Ereignisse, ihre Hintergründe und Folgen zum Anlass genommen, um uns im Rahmen eines Projekttages auf vielfältige Art mit der Thematik auseinander zu setzen. Die Eindrücke der verschiedenen Jahrgangsstufen davon waren und sind im Foyer der Schule zu sehen.
Die in der Zusammenarbeit der Leistungskurse Kunst mit dem Künstler Roman Kroke im Tacheles entstandene künstlerische Verarbeitung des Themas wird noch im Medienforum der Berliner Senatsverwaltung für Bildung Wissenschaft und Forschung und im Foyer der Schule ausgestellt werden.

Eine kleine Auswahl von Schülerimpressionen ist im Anschluss zu finden und gibt einen Hinweis auf die für viele beeindruckenden Erfahrungen, die sie so im Umgang mit der deutschen Geschichte machen konnten.

Marion Gerber, Oktober 2011

Die 7. Klassen haben sich die Ereignisse im Kontext des Mauerbaus mit Hilfe einer Mauer-Tour (vom ehemaligen Grenzübergang Friedrichstraße über die Kapelle der Versöhnung, entlang der Gedenkstätte Bernauer Straße und des ehemaligen „Geisterbahnhos“ Nordbahnhof) mit Hilfe eines Fragebogens zu den jeweiligen Standorten selbständig erarbeitet. Abschließend wurden die Schüler im Detsches Historisches Museum, kurz DHM, thematisch in einer Sonderführung „50 Jahre Mauerbau“ informiert.

J. Volland, 30.9.2011

Die Ausstellung vermittelte uns mit zahlreichen Fotos, Ausstellungsstücken und
Filmen einen Eindruck über die Grausamkeit der ehemaligen Grenze. Wir erfuhren, welche
großen Risiken Menschen eingingen, um aus der DDR zu fliehen. Nicht alle Fluchtversuche gingen gut aus.
Wir wurden von einem Mann durch die Ausstellung geführt, der selbst aus der DDR geflüchtet ist und lange als Fluchthelfer gearbeitet hat. Er erzählte uns viele interessante und außergewöhnliche Fluchtgeschichten. Eine davon hat mich besonders beeindruckt:
Eine Familie baute sich aus mühsam zusammengesuchten Materialien heimlich
einen Heißluftballon und wollte damit nachts über die Grenze fliegen. Im Dunkeln konnten die Flüchtlinge aber nicht genau erkennen, ob sie die Grenze bereits überflogen hatten. Deshalb erkundeten sie nach ihrer Landung erstmal vorsichtig das Gebiet. Plötzlich sah einer der Flüchtlinge einen Traktor mit westdeutschem
Kennzeichen. Da wussten sie: Die Flucht war geglückt!
Sophie Müllenbach; Kl. 6c


Projekttag
Am Montag, dem 12.09.11, besuchten wir mit unserer Klasse 6c das Checkpoint-Charly-Museum in Berlin. Wir wurden von einem Mann durch das Museum geführt. Ich fand gut, dass der Museumsführer aus Erfahrung sprechen konnte. Er war selbst Soldat an der Mauer.
Doch nachdem er gesehen hatte, dass ein anderer Soldat einen Menschen angeschossen hatte, flüchtete er mit fünf anderen über die Mauer nach West- Berlin. Dort machte er eine „spezielle Ausbildung" und wurde zum Fluchthelfer. Das heißt, er half Menschen aus
Ostberlin, über die Mauer zu flüchten. Als Fluchthelfer baute man auch Tunnel, die aber spätestens nach drei Monaten durch Spione aus Ostberlin verraten und deshalb mit Beton verdichtet wurden. Der Museumsführer hat an sechs von 40 Tunneln mitgebaut.
Außerdem baute er auch Autos so um, dass sich ein Mensch in einem versteckten Kofferraum unter dem richtigen Kofferraum verstecken konnte. Mit diesem Auto führ dann ein Westberliner über die Grenze und hatte, wenn er wieder nach West-Berlin kam, einen Menschen im versteckten Kofferraum, den die Grenzkontrolleure nicht finden konnten. Wegen dieser Fluchthilfen sollten viele Attentate auf den Museumsführer ausgeführt
werden. Er hatte Glück, dass er die Attentate überlebt hat. Der Museumsführer hat seine Erlebnisse und viele andere Fluchtversuche sehr genau und spannend erzählt. Seit dem Museumsbesuch kann ich mir die Zeit der Mauer genauer vorstellen.
Felix Steinberg, KL. 6c


Ich fand den Film sowie die Lesungen sehr interessant. Die Mauer hat viele Dinge verursacht, die heute
unter den Jugendlichen als unvorstellbar gelten. Deswegen hat mir der Film insbesondere gefallen, weil
ich mir die Situation besser vorstellen kann. Die Lesungen haben mich sehr angesprochen, vor allem,
weil die Geschichten von den Zeitzeugen erzählt worden sind. Dass man die Geschichte von den Zeitzeugen (Evemarie Schienger und Dr. Joachim Musehold) hört, finde ich sehr gut, man kann Fragen direkt stellen und eine wahrheitsgemäße Antwort bekommen. Die Chance, mit den Zeitzeugen gesprochen zu haben, weiß ich sehr zu schätzen.
Danilo Verskov, Kl. 9d


Heute haben uns ältere Zeitzeugen in unserer Schule besucht. In jeder 9. Klasse waren andere, uns haben
Evemarie Schienger und Dr. Joachim Musehold besucht. Sie haben mit mehreren anderen ein Buch über das früher geteilte Ost- und Westdeutschland und die Mauer und ihre persönlichen Meinungen und
Eindrücke verfasst. Aus diesem Buch „Immer auf der Hut" haben sie uns vorgelesen. Davor hatten wir noch
einen Film angesehen „Hauptsache rüber". Wir konnten ihnen auch Fragen stellen, die sie uns beantwortet hab
Es war sehr nett von ihnen, dass sie sich Zeit für uns genommen haben. Die Generation , die den Bau und Fall der Mauer noch miterlebt hat, wird immer älter und deshalb ist es eine gute Sache, mit ihnen darüber zu sprechen und ihre persönlichen Meinungen dazu zu hören.
Marie Soretzky, 9d


Projekttag, der 12. September 2011
Heute hatten wir einen Projekttag anlässlich des 50. Jahrestages der Berliner Mauer. Es sollten uns zwei Zeitzeugen Regina Thulesius und Jürgen Schleicher von ihren persönlichen Erlebnissen berichten.
Ehrlich gesagt habe ich mit ziemlich langweiligen 3 Stunden gerechnet, wurde aber angenehm überrascht.
Es fing damit an, dass wir uns einen Film über eine Flucht durch einen Abwasserkanal angesehen haben. Mich persönlich hat dieser Film sehr bewegt, da diese Angst und dieses Leid von den Menschen, die geflüchtet sind, anscheinend immer noch anhält. Nach dem Film stellten wir Regina Thulesius und Jürgen Schleicher ein paar Fragen, diese sehr ausführlich von ihnen beantwortet wurden.
Nachdem die meisten Fragen geklärt wurden, fing Regina Thulesius an ihre Geschichte aus dem Buch „Immer auf der Hut“ vorzulesen. Während sie über ihre Vergangenheit erzählte und vorlies, wurde mir klar, wie viel Glück wir alle haben, dass wir nicht wie Frau Thulesius fliehen müssen um das Abitur machen zu können. Außerdem hat es mich sehr traurig gemacht, dass ihre Familie so sehr durch diese Mauer zerstört wurde. Als sie uns ihr Familienschicksal erzählt, hatte sie Tränen in den Augen und auch meine Freunde und ich gingen sehr niedergeschlagen in die 30-minütige Pause.
Danach las uns Jürgen Schleicher aus seiner Vergangenheit vor. Wir erfuhren, dass er mit 15 Jahren schon von Frankfurt an der Oder in den Westen gegangen ist und an die Bertha von Suttner Schule wechselte. In West - Berlin wohnte er lange Zeit in einem Wohnheim. Besonders interessant fand ich, als er uns von seinen Gefühlen berichtete, als die Mauer fiel. Nämlich, dass er seinen Sohn Benjamin wickelte und die Neuigkeiten im Fernsehen sah und vor Glück geweint hat. Ich hatte das Gefühl, dass er beinahe wieder anfing zu weinen, als er uns dies erzählte.
Der Projekttag mit Regina Thulesius und Jürgen Schleicher war sehr interessant, herzergreifend und informativ und ich bedanke mich nochmals bei unseren beiden Zeitzeugen.
Alrun Keller, 10 b