Kursfahrt nach Straßburg vom 10.-14.6.2013

Unsere Kursfahrt nach Straßburg begannen wir um 4 Uhr 45 vor der Schule und trotz der frühen Stunde freuten wir uns alle auf die schöne, französische Stadt im Elsass, eine Region, um die jahrhundertelang zwischen Frankreich und Deutschland gekämpft wurde. Viele konnten während der zehnstündigen Fahrt ein bisschen Schlaf nachholen oder die Landschaft von zum Beispiel Thüringen oder Baden-Württemberg betrachten.

Als wir uns Straßburg näherten, sahen wir gleich den gotischen Münster, der als bekanntestes Wahrzeichen neben dem europäischen Parlament alle anderen Bauwerke der Stadt eindrücklich überragt. Einige von uns wagten es sogar in ihrer Freizeit, im Turm die 332 Stufen bis zur 66 Meter hohen Plattform zu erklimmen.

Am zweiten Tag der Fahrt besichtigten wir die kleine Stadt Colmar. Die von Straßburg  65 Kilometer entfernte Stadt empfing uns mit einem Bauwerk, das wir alle  nicht erwartet hatten: Die New Yorker Freiheitsstatue thronte erhaben im Miniaturformat vor der Stadtgrenze. Nach der Führung durch das Unterlinden-Museum mit dem berühmten Isenheimer Altar von Matthias Grünewald erfuhren wir beim Gang durch die alten Straßen der Innenstadt dann auch den Grund für das Vorhandensein der doch etwas merkwürdigen Empfangsstatue: In Colmar steht das Wohnhaus des Bildhauers Auguste Bartholdi, des Schöpfers der Freiheitsstatue. Die gesamte Führung über versorgte unsere nette Leiterin uns nicht nur mit interessanten historischen und architektonischen  Details über die schönen Gassen Colmars, sondern bestach uns auch mit  ihrem französischem Charme und Akzent.

Der dritte Tag der Fahrt war sowohl für die PW-Schüler und Herrn Starke als auch für die Deutsch-Schüler und Frau Lütje ein sehr interessanter Tag. Am Vormittag besuchten wir das europäische Parlament, welches zwölf Mal pro Jahr in Straßburg tagt. Wir hatten zuerst die Möglichkeit durch einen  Mitarbeiter des Parlamentes etwas über die Arbeits- und Funktionsweise der EU zu erfahren. Dabei half uns auch der von uns am vorherigen Freitag besuchte Europa-Kompaktkurs, bei dem wir viel über die Geschichte und die Institutionen Europas gelernt haben. Danach konnten führten wir ein Gespräch mit dem Parlamentsabgeordneten der Europäischen Grünen, Michael Cramer. Er brachte uns dabei sowohl sein Leben als Abgeordneter als auch die positiven und negativen Seiten Europas nahe. Das wohl spannendste war dann aber doch das Miterleben einer Sitzung des europäischen Parlamentes. Die Diskussion vieler  Abgeordneter über die Auswirkungen der Eurokrise vor allem auf die Jugendarbeitslosigkeit fesselte uns alle und jedem tat es leid, dass wir nach einer guten halben Stunde den Plenarsaal wieder verlassen mussten.

Europäisches Parlament
gotischer Münster in Strassburg

Nach einer ausgiebigen Mittagspause machten wir uns dann gemeinsam auf die Spuren von Goethe in Straßburg. Wieder wurden wir von französischem Akzent und dem umfangreichen Wissen unseres Leiters gefesselt. Wir erfuhren viel über Goethes Leben, als er 1770 für knapp zwei Jahre nach Straßburg kam, um sein in Leipzig begonnenes Jurastudium zu beenden. Bei der Besichtigung der wichtigsten Orte von Goethes Leben in der Stadt erfuhren wir viele Details über den berühmten deutschen Dichter, wie zum Bespiel seine Freundschaft zu Herder oder Lenz.

Wir ließen unsere Fahrt schließlich am Donnerstag mit dem Besuch der Hohkönigsburg ausklingen. Nachdem wir die rasante Busfahrt über die engen Kurven hoch zur Burg gut überstanden hatten, genossen wir zuerst den wunderbaren Ausblick, der uns durch das schöne Wettre, das wir die ganze Fahrt über genießen durften, noch schöner vorkam. Während des Rundgangs konnten wir dann viel über die Geschichte der Burg erfahren, die fast genauso umstritten war wie das Gebiet, in dem sie liegt. Durch den 30-jährigen Krieg zerstört, schenkte die Stadt Schlettstadt (heute Sélestat) nach der Annexion des Elsass durch Deutschland (1871) im Jahre 1899 die immer noch majestätische Ruine Kaiser Wilhelm II. Dieser ließ sie in den Jahren 1901–1908 durch den Berliner Architekten und Burgenforscher Bodo Ebhardt restaurieren. Wir genossen danach noch die Natur, als wir den Berg gemeinsam hinunter wanderten.

Während unseres Aufenthaltes hatten wir auch viel Zeit, die wunderbare Atmosphäre der Stadt Straßburg einzufangen. Ob Crepes, Macarons oder einfach nur durch die Gassen der Stadt schlendern – jeder konnte in seiner Freizeit individuell diese schöne Stadt erkunden und etwas von dem speziellen französischem Charme mitnehmen.

Ein bisschen Wehmut machte sich dann auf der Rückfahrt breit, da jeder von dem Esprit der Stadt gefesselt war. Aber wir gingen auch mit einem lachenden Auge, weil wir zusammen eine schöne und entspannte Fahrt genießen konnten.

Franziska Leon; Schülerin des 2. Semesters