Auf den Spuren der Frauen aus Lidice - Exkursion nach Ravensbrück

Die Arbeitsgemeinschaft Gedenken an die Verbrechen der Nationalsozialisten in Europa beschäftigt sich seit Herbst 2012 mit Gedenken in Theorie und in Praxis. Einen besonderen Schwerpunkt legen wir dabei auf das tschechische Dorf Lidice, welches in der Nacht vom 9. auf den 10. Juni 1942 von den Nationalsozialisten dem Erdboden gleich gemacht wurde.

Im Zuge unserer Auseinandersetzung mit der Vernichtung Lidices besuchten wir am 13. und 14. März 2014 das ehemalige Frauenkonzentrationslager in Ravensbrück in der Nähe von Fürstenberg an der Havel. Dorthin wurden die 196 Frauen aus Lidice deportiert, nachdem die Männer Lidices in der Nacht erschossen worden waren.

Das Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers wurde nach der Befreiung durch die Rote Armee von dieser als Militärstützpunkt genutzt und im Jahre 1993 zu einer Gedenkstätte umgewandelt. Die ehemaligen Aufseherinnen-Häuser werden seit 2002 teilweise als Jugendherberge genutzt.

Bei einer ersten Erkundung des Geländes fielen uns die besondere Lage des Konzentrationslagers auf, welches direkt am See mit Blick auf Fürstenberg gelegen ist, sowie die vielen informativen Ausstellungen, die auf dem Gelände verteilt sind. Es war nicht genug Zeit sich alle Ausstellungen individuell anzusehen, da wir uns mit einem Arbeitsauftrag ausgestattet, auf die Suche nach Informationen zu unserem bestimmten Thema machten. Später arbeiteten wir zu unserem gewählten Thema eine Präsentation aus. So beschäftigten wir uns den restlichen Nachmittag mit dem Lageralltag, den verschiedenen Biographien der Frauen oder der Endphase des Lagers.

Nach dem Abendessen verbrachten wir einen typischen Jugendherbergsabend mit Süßigkeiten und Gesellschaftsspielen.

Nach einer erholsamen Nacht und einem ausgiebigen Frühstück wurde die Projektarbeit am Freitagmorgen fortgeführt.

Auf eine kurze Rücksprache innerhalb der Arbeitsgruppen und mit unserem Teamleiter Thomas folgte das Vertiefen der Rechercheergebnisse. Dazu besaßen wir die Möglichkeit, uns eigenständig auf dem Gelände zu bewegen und die Vielzahl an Informationstafeln sowie die Ausstellung in der ehemaligen Kommandantur der Gedenkstätte zu nutzen.

Die Hauptausstellung ist vor knapp einem Jahr eröffnet worden und überaus ansprechend und interessant gestaltet. So fiel es uns nicht schwer, in die Thematik einzutauchen. Und dementsprechend verging der Vormittag deutlich schneller, als es uns lieb war. Denn die Gedenkstätte bot noch viele weitere bewegende Informationen, für deren Erschließen uns schlussendlich bis zur Abreise am Nachmittag leider keine Zeit mehr blieb.

Doch zuvor präsentierten die einzelnen Gruppen noch ihre Erkenntnisse, welche sie während ihrer Projektarbeit erlangt hatten. Dies vermittelte uns allen ein umfassendes Bild von dem grausamen Alltag der Lagerfrauen, über Einzelschicksale bestimmter Frauen, bis hin zu der Endphase des Lagers.

Dabei zeigte sich uns, wie wichtig das Besuchen solcher Gedenkstätten ist. Denn mag es schon schwer fallen, sich das Ausmaß von 153000 Inhaftierten aus über 40 Nationen am Ort des Geschehens vorzustellen, so wäre es ohne diese Gedenkstätte - zumindest für uns –nicht begreifbar. 

Katalin H., Antonia S., AG Ihsen/Kelp

Eindrücke vom Besuch der Ministerin und der Diskussionsrunde mit Schülern