Schüler der BvS in der Gedenkveranstaltung am 2.5.15 im Abgeordnetenhaus

„Die Hand , die Sie uns gereicht haben, die lassen wir nicht mehr los“

(Schüler und Schülerinnen der BvS lasen in der Gedenkveranstaltung am 2.5.15 im Abgeordnetenhaus  zum Kriegsende 1945 aus Zeitzeugenberichten)

Am 02.Mai 1945 unterzeichnet General Weidling in Berlin die Kapitulation Berlins. Berlin kapituliert schließlich vor den sowjetischen Soldaten, die schon im April einmarschiert waren. Der Krieg ist vorbei! Nazi-Deutschland ist besiegt! Endlich schweigen die Waffen. Was in Berlin bleibt, sind Trümmer, Verlust, schreckliche Erinnerungen und die Chance, nun endlich nach vorne zu blicken!  

70 Jahre später, am 02.Mai 2015 erinnerte das Land Berlin mit einer Gedenkveranstaltung im Abgeordnetenhaus an diese Ereignisse. Eröffnet wurden die Feierlichkeiten durch die mahnenden Worte Ralph Wielands, dem Präsidenten des Abgeordnetenhauses, der Verpflichtung den Frieden von 1945 zu wahren, immer nachzukommen. Nach einem Klavierstück, vorgetragen von Lev Vinocour, einem russischen Pianisten,der die gesamte Veranstaltung, musikalisch begleitete, folgte eine Rede von Michael Müller, dem Regierenden Bürgermeister von Berlin. Auch er unterstrich die Verantwortung, die sich für uns heute ergibt, einen solchen Schrecken nie wieder geschehen zu lassen und den Frieden zu wahren. Nach dieser Rede kam der  Kernpunkt der gesamten Feierlichkeiten, eine Lesung von Zeitzeugenberichten, vorgetragen durch Schüler unseres  Gymnasiums . Gelesen wurden dabei zum einen ein Brief des sowjetischen Soldaten Wladimir Gelfand und zum anderen Passagen aus den Büchern der Zeitzeugen Eleonore Kujawa, Rahel Mann und Arno Kiehl. Letztere nahmen auch an den Feierlichkeiten teil, kündigten ihre „jungen Stimmen“ an und betteten das Gelesene durch ihre Erzählungen in einen zeitlichen Kontext ein. In den Passagen berichten die Zeitzeugen, wie sie die Tage kurz vor Kriegsende in Berlin und den Tag der Kapitulation selbst, erlebt haben. Der Außenminister, Frank-Walter Steinmeier, schloss an mit einer Rede, in der er ebenfalls an die Verantwortung appellierte, die wir alle durch unsere Geschichte tragen. Er lobte die Zusammenarbeit, die heute zwischen Deutschland und den Alliierten von 1945 besteht und dankte für das Vertrauen, das Deutschland so schnell wieder entgegengebracht wurde und immer noch wird. „Die Hand, die Sie uns gereicht haben, die lassen wir nicht mehr los.“, sagte er und betonte die Notwendigkeit der internationalen Kooperation und Freundschaft.  

Beendet wurde die Veranstaltung sehr ausdrucksstark durch fünf Musiker aus Frankreich, Russland, Großbritannien, den USA und Deutschland, die zusammen ein Quintett von Robert Schumann interpretierten. Für uns als Beteiligte stellte die Gedenkveranstaltung und die hautnahe Begegnung mit den Zeitzeugen ein eindrucksvolles Erlebnis dar.  

Dorothea Bähr, Klasse 10 a

Simulation Europäisches Parlament (SIMEP) 2014 – Europa gestalten

Vom 30. November bis zum 01. Dezember 2014 konnten viele engagierte Schüler unserer Schule an der 16. Simulation des Europäischen Parlaments (SIMEP) im Deutschen Bundestag und im Abgeordnetenhaus von Berlin teilnehmen. Wir schlüpften in die Rolle eines Europaabgeordneten und vertraten die Interessen eines Landes und einer Fraktion. Über den Ablauf und die Erkenntnisse aus der Simulation berichten Schüler unserer Schule im folgenden Bericht.

Vom 30. November bis zum 01. Dezember konnten viele engagierte Schüler unserer Schule an der 16. Simulation des Europäischen Parlaments (SIMEP) im Bundestag und im Abgeordnetenhaus Berlin teilnehmen. Bei der SIMEP schlüpften wir in die Rolle eines Delegierten und vertraten die Interessen eines Landes und einer Fraktion. Wir stellten uns aktuellen, relevanten sowie politischen Thematiken und versuchten durch Beratungen mit Delegationen anderer Länder und Fraktionen, einen gemeinsamen Konsens zu finden. Im Laufe der Debatten durften wir dann live miterleben, was es bedeutet, sich um Wörter zu streiten, lange zu sitzen und zu diskutieren. Dabei standen bei der diesjährigen SIMEP drei Themen im Vordergrund: Energie & Klima, die Öko-Verordnung und der Asyl- & Migrationsfonds.

Elf Europaabgeordnete entsandte unsere Schule (hier im Berliner Abgeordnetenhaus)

Am ersten Tag trafen wir uns um 08:30 Uhr am Südeingang des Paul-Löbe-Hauses, direkt gegenüber vom Reichstagsgebäude. Nach einer Sicherheitskontrolle und der Aushändigung von Shirt, Material und Obst, ging es weiter über die signifikante Brücke, die Spree überquerend, in das Marie-Elisabeth-Lüders-Haus. Dort sammelten sich alle Delegierten in einem Anhörungssaal und die SIMEP wurde feierlich mit der Europahymne begonnen. Es folgte eine kurze Videobotschaft des Präsidenten des Europäischen Parlaments Martin Schulz, der auch Schirmherr der SIMEP ist. Anschließend berieten sich die Abgeordneten in ihren Ländergruppen zu den einzelnen Themen. Nach den Beratungen stand die Mittagspause auf der Agenda. Während des Mittagessens versuchten „Lobbyisten“ mit großzügigen Versprechen die Abgeordneten zu beeinflussen. Gestärkt versammelten sich wieder alle Abgeordnete im Anhörungssaal des Marie-Elisabeth-Lüders-Hauses, um die verschiedenen Länderpositionen auf eine karikierende, Klischee behaftete Art und Weise zu präsentieren. Anschließend hielt Rainer Wieland, Vizepräsident des Europäischen Parlaments, eine Rede mit anschließender Debatte. Es folgte nun die Beratung in den einzelnen Fraktionen. Dort wurden verschiedene Arbeitsgruppen gebildet, die sich auf die einzelnen Thematiken spezialisierten. Die Ergebnisse der einzelnen Arbeitsgruppen wurde anschließend der Fraktion vorgestellt und die gesamte Fraktion stimmte jeweils über die Ergebnisse der Arbeitsgruppen ab. Damit endete der erste der Tag der SIMEP 2014.

Der zweite Tag der SIMEP begann in aller Frühe (07:30 Uhr) im Abgeordnetenhaus von Berlin. Nach einer weiteren obligatorischen Sicherheitskontrolle leitete man uns in den Plenarsaal. Dort empfing uns der Präsident des Abgeordnetenhauses, Ralf Wieland, mit einer Begrüßungsansprache. Im Anschluss daran hielt Jutta Steinruck, Abgeordnete des Europäischen Parlaments, eine Rede und riet uns, immer an den „Menschen“ zu denken, den ein Beschluss im Endeffekt beträfe und dessen Leben davon beeinflusst würde. Danach fanden sich die einzelnen Arbeitsgruppen aller Fraktionen zusammen und versuchten einen Konsens bezüglich der am Vortag entworfenen Änderungsvorschläge zu finden. Dies gestaltete sich aufgrund der verschiedenen Interessenslagen der einzelnen Fraktionen als sehr schwierig. Es ist als schade zu betrachten, dass die verschiedenen Delegierten nicht vollends aufpassten und sich daher des Öfteren wiederholten und wenig neue Punkte äußerten. Aus diesen Gründen war der Entscheidungsfindungsprozess relativ lang. Nach einem langen Kampf der einzelnen Fraktionen und Delegierten untereinander, konnte man sich auf einen gemeinsamen Standpunkt einigen. Die Ergebnisse der Ausschüsse wurden dann in die Fraktionssitzungen zurückgetragen. Anschließend gab es die Mittagspause, in der man Kraft für die sechsstündige Plenarsitzung sammeln sollte. Die finale und bedeutendste Debatte fand im Plenarsaal des Abgeordnetenhauses von Berlin statt. Alle Delegierten nahmen nach Fraktionen geordnet im Plenarsaal Platz und die letzte Sitzung der SIMEP wurde eröffnet. Es wurde diskutiert, diskutiert und diskutiert. Allerdings hatte man nicht unbegrenzt Zeit, weshalb man für jeden der ca. 20 Änderungsvorschläge nur relativ wenig Zeit hatte, diesen gründlich vorzustellen und dem Plenum zu präsentieren. Auch hierbei war es wiederum sehr schade, dass sich einige Punkte der sprechenden Abgeordneten als redundant oder unqualifiziert erwiesen, da diese wohl unaufmerksam waren oder ihre Fraktion verbissen vertreten wollten. Aufgrund dieser Gegebenheiten dauerte diese Debatte recht lang. Am Ende der Debatte wurde - positiv - darüber abgestimmt, ob der Bericht, wie er nun vorliegt, dem wirklichen Europäischen Parlament zugeschickt werden solle. Daraufhin wurde die letzte und finale Debatte und somit auch die SIMEP 2014 beendet - so wie sie begann mit der Europahymne. Nach Danksagungsreden und Ehrungen der Organisatoren, gab es in der Wandelhalle einen Empfang. Gegen 20:45 Uhr machten sich die meisten der Delegierten auf den Heimweg und die SIMEP 2014 endete.

Im Großen und Ganzen war und ist die SIMEP eine gute Gelegenheit, vertiefte Einblicke in den politischen Alltag zu erhalten. Im Nachhinein ist uns nun klar, warum es in einem Parlament und in einer Demokratie so lange dauert, Beschlüsse zu fassen, mit denen Veränderungen veranlasst werden können. Denn wenn wir bei der SIMEP innerhalb von zwei Tagen um Wörter streiten und für ein paar Änderungsanträge so „lang“ brauchen, erhält man einen Eindruck davon, wie es im echten Parlament ablaufen muss. Bei der SIMEP traten die Stärken und Schwächen einer Demokratie deutlich zu Tage. Denn das Auffallende an einer Demokratie ist, dass absolut jeder etwas zu einer Sache sagen kann und darf, auch wenn dieser fachlich niemals mit der Thematik in Berührung gekommen ist. Das kostet Zeit und Nerven und ist uns persönlich in diesen zwei Tagen des Öfteren aufgefallen. Allerdings war die SIMEP keine negative Erfahrung. Man hatte durchaus Spaß und fühlte sich "wichtig", aufgrund der imposanten Räumlichkeiten, in denen wir die Sitzungen und Debatten abhielten. Wir möchten jeden einzelnen Schüler ermutigen, dieser Simulation beizuwohnen, um Europa und das dahinterstehende System zu erleben und zu verstehen.

Anna Krauß, Paul Titus Taegtow, Carolin Tyrchan