Einladung beim Regierenden Bürgermeister

Klaus Wowereit, Regierender Bürgermeister von 2001 bis 2014, war es wichtig, mit den Schülern der Bertha ins Gespräch zu kommen

„25 Jahre Einheit, 4 Regierende Bürgermeister, 1 Stadt“

Unter dieser Überschrift hatte Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller zu einem Politiktalk am 6. Oktober 2015 in das Rote Rathaus eingeladen. Rückblickend sollten die vier ehemaligen Regierenden Bürgermeister Berlins, Eberhard Diepgen (Regierender Bürgermeister von 1984 bis 1989 und von 1991-2001), Walter Momper (1989-1991), Klaus Wowereit (2001-2014) und Michael Müller, vor den geladenen Gästen über die vergangen 25 Jahre diskutieren. Auch von unserer Schule waren 20 Schüler dabei, begleitet von Frau Kriener, sowie Frau Gerber mit ihrem Mann.

Nach einem kurzen Empfang begann die Veranstaltung um 18.30 Uhr. Zunächst wurde über jeden Bürgermeister ein kurzer Film gezeigt. Anschließend hielten die vier Politiker jeweils eine kurze Eingangsrede. Auch Hans-Jochen Vogel, Regierender Bürgermeister im Jahre 1981, kam in einer Videobotschaft zu Wort.

Im Festsaal des Roten Rathauses blickte das Publikum gemeinsam mit den Stadtoberhäuptern auf 25 Jahre Einheit der vormals geteilten Stadt zurück.

Dass der Abend nicht langweilig werden sollte, versprach bereits eine Äußerung Eberhard Diepgens, der Klaus Wowereit vorwarf, seine Pflicht nicht ausreichend erfüllt zu haben, und wehmütig erläuterte, dass er selbst gerne noch weiter regiert hätte, um vor allem das Wohnungsbauproblem zu lösen und die Integration von Ausländern in Berlin zu fördern. Wowereit, der dies nicht auf sich sitzen lassen wollte, schoss zurück und erklärte, Diepgen sei „sozialdemokratischer als die SPD“. Nachdem Diepgen, Momper, Wowereit und Müller ihre persönlichen Verdienste um die Stadt hervorgehoben hatten, sprachen sie sich einstimmig für die Bebauung des Tempelhofer Feldes aus. Vor allem Müller zeigte sich enttäuscht über die gescheiterte Volksabstimmung und kündigte an, es in fünf bis zehn Jahren nochmals versuchen zu wollen. Momper meinte dazu, dass in diesem Fall ein Referendum gar nicht nötig gewesen wäre.

Anschließend erörterten die Bürgermeister die Flüchtlingskrise. Heute sei es keine Frage mehr, in welchem Stadtteil ein Asylbewerberheim gebaut werde, so Müller, weil es überall welche gebe. Gerade wegen der hohen Zahl an neuankommenden Flüchtlingen wäre eine Bebauung des Flugplatzes an den Randbereichen sinnvoll gewesen, so die einträchtige Meinung. Nur Momper gab zu bedenken, dass Berlin über genug Freiflächen verfüge und die gescheiterten Pläne für Tempelhof deshalb nicht allzu tragisch seien.

Eberhard Diepgen (Reg. BM 1984 – 1989, 1991 – 2001) ließ sich von Nikola Trivic (links) und Jason Witte (rechts) in die Mitte nehmen ...
... und Walter Momper (Reg. BM 1989 – 1990) stand ebenso für ein Gespräch zur Verfügung ...

Im Anschluss an die Veranstaltung lud Müller zu einem Empfang, bei dem wir die Gelegenheit hatten, mit den Bürgermeistern persönlich zu sprechen und Fotos zu machen.

Insgesamt hat uns allen der Abend sehr gut gefallen, da sowohl die vergangenen 25 Jahre intensiv betrachtet als auch über aktuelle Themen gesprochen wurde. Wir freuen uns bereits auf zukünftige ‚Rathausdialoge‘.

Jason Witte, Leistungskurs Geschichte (Hr. Koch), 12. Jahrgang (Schuljahr 2015/16)

Der derzeitige Regierende Bürgermeister verabschiedete die Schüler der Bertha am Ende einer gelungenen Veranstaltung im Roten Rathaus.