Ins Zeughauskino des Deutschen Historischen Museums waren die
Landespreissieger und Förderpreisgewinner aus Berlin und Brandenburg mit weiteren Gästen zur Feierstunde eingeladen.   (Foto: Körber-Stiftung / David Ausserhofer)

Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten 2014/2015

Dr. Thomas Paulsen, Vorstandsmitglied der Körber-Stiftung (links) und der Berliner Staatssekretär für Bildung, Mark Rackles (rechts) gratulieren Shereef Alexander Salzmann (2. von links) und Jason Witte (2. von rechts) mit ihrem Tutor Th. Koch (Mitte) zum Landessieg beim Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten (Foto: Körber-Stiftung / David Ausserhofer)

Schüler des Europäischen Gymnasiums Bertha-von-Suttner mit dem Landespreis des Bundespräsidenten für ihre Forschungen zur DDR-Geschichte im Deutschen Historischen Museum ausgezeichnet

Von September 2014 bis Februar 2015 erforschten Shereef Alexander Salzmann und Jason Witte, Schüler des Europäischen Gymnasiums Bertha-von-Suttner, im Rahmen des Geschichtswettbewerbs des Bundespräsidenten das Thema „Anders Sein - Außenseiter in der Geschichte“. Die beiden Schüler erkundeten die Geschichte der Ausgrenzung von evangelischen Christen in der DDR am Beispiel einer Kirchengemeinde im ehemaligen Ostberliner Stadtbezirk Friedrichshain. Im September wurden die beiden Jungforscher nun für ihre Arbeit mit dem Titel

„... Bleiben Sie in diesem Toleranzbereich!“ - Die Rolle der evangelischen Kirche in der DDR im Spannungsfeld zwischen Selbstverständnis und Instrumentalisierung durch die Staatsführung ˗ Untersuchung am Beispiel der Auferstehungsgemeinde in Ostberlin von 1961-1989

im Deutschen Historischen Museum vom Berliner Staatssekretär für Bildung, Herrn Mark Rackles, und dem Vorstandsmitglied der Körber-Stiftung, Dr. Thomas Paulsen, mit dem Landespreis des Bundespräsidenten ausgezeichnet.

Die beiden Schüler, die auch den Leistungskurs Geschichte der Bertha belegen, forschten neben dem regulären Unterricht an zahlreiche Originalunterlagen, die sie selbst recherchierten. Im Berliner Landesarchiv am Eichborndamm werteten sie zahlreiche Akten des vormaligen Stadtbezirks Friedrichshain und des Ostberliner Magistrats in der Zeit ab dem Mauerbau 1961 aus. Zusätzlich zogen sie Spitzelberichte aus den Archiven des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR bei und führten Zeitzeugengespräche, u.a. mit der damaligen Gemeindepfarrerin, die heute in Hessen lebt. Mithilfe diverser Quellenbelege konnten Shereef Salzmann und Jason Witte herausarbeiten, wie sich das Verhältnis von Staat und Kirche aus einem geduldeten und instrumentalisierten Verhältnis seit Ende der 1970er Jahre in eine zunehmende Ablehnung, Bespitzelung und Unterdrückung der evangelischen Kirche durch das SED-Regime entwickelte – aller Entspannungspolitik in den letzten Jahren der DDR zum Trotz.

Zur Ehrung ins Deutsche Historische Museum wurden die beiden Schüler von ihrem Tutor und Geschichtslehrer Herrn Koch und ihren Eltern begleitet. Das Europäische Gymnasium ist nach den Jahren 2011 und 2013 nun zum dritten Mal in Folge mit Landespreisen beim renommiertesten deutschen Geschichtswettbewerb ausgezeichnet worden. „Die Erfolge und die Begeisterung unsere Schüler für die Vergangenheit machen uns stolz. Wir fördern ihre Neugier mit einer engagierten Begleitung in der Wettbewerbsphase, die unseren Schülern auch vertiefte Erfahrungen in das wissenschaftspropädeutische Arbeiten ermöglicht. Damit werden sie auf ein späteres Studium sehr gut vorbereitet.“ freut sich die Schulleiterin der Bertha Etta Ites-Pätzold.

Nun haben Shereef Alexander Salzmann und Jason Witte noch die Chance auf einen Preis im noch laufenden Auswahlverfahren auf Bundesebene. Für Nachfragen zu ihrer Forschung oder auch für eine Vorstellung ihrer Forschungsergebnisse stehen Jason und Shereef über das Schulsekretariat zur Verfügung.

Th. Koch, Fachbereich Geschichte/Politikwissenschaften

Berlin, den 27. September 2015


Dr. Thomas Paulsen, Körber-Stiftung, Mark Rackles, Berliner
Staatssekretär für Bildung und Günter Baaske, Brandenburger Minister für Bildung, Jugend und Sport (v.l.n.r.) würdigen die Preisträger im
Zeughauskino. (Foto: Körber-Stiftung / David Ausserhofer)