Aktivitäten rund um die Bundestagswahl 2017

Wie schon im letzten Jahr und nunmehr zum fünften Mal hieß es auch zu Beginn dieses Schuljahres wieder die Juniorwahl für die Jahrgänge 9 bis 12 an unserer Schule zu organisieren und vorzubereiten, diesmal anlässlich der Bundestagswahl. Das Anliegen der Juniorwahl ist es, durch eine möglichst realitätsnahe Simulation der Bundestagswahl interessierten Schulen bundesweit die Gelegenheit zu bieten, ihre Schülerinnen und Schüler mit Politik in Kontakt zu bringen, den Ablauf von demokratischen Wahlen kennenzulernen und selbst zu erfahren sowie das Wahlkampfgeschehen so auch direkter zu verfolgen und sich mit den unterschiedlichen inhaltlichen Positionen der Parteien im Vorfeld im Unterricht auseinanderzusetzen.

Als Einstieg in die Woche, in der die Juniorwahl stattfand, haben wir darüber hinaus am Montag, den 18.09. 2017, eine Podiumsdiskussion mit den Direktkandidatinnen und –kandidaten des Wahlkreises Reinickendorf (077), in dem unsere Schule liegt, veranstaltet. Eingeladen waren die jeweiligen Direktkandidatinnen und –kandidaten des Bündnis ‘90/Die Grünen, der CDU, der FDP, der Linken und der SPD. Wir haben uns sehr darüber gefreut, dass alle eingeladenen Direktkandidatinnen und
-kandidaten es ermöglichen konnten, persönlich an dieser Veranstaltung teilzunehmen. Bei der Podiumsdiskussion standen die Themen Asyl und Integration sowie die europapolitischen Positionen der Parteien im Vordergrund. Für knapp zwei Stunden hatten zum einen unsere Gäste, Frau Hüttl (FDP), Frau Remlinger (Bündnis‘90/Die Grünen), Herr Karge (SPD), Herr Dr. Steffel (CDU) und Herr Taş (Die Linke), die Möglichkeit unseren Schülerinnen und Schüler ihre Positionen zu den beiden Themenschwerpunkten vorzustellen und persönlich Akzente zu setzen und zum anderen unsere Schülerinnen und Schüler der Oberstufe sowie der 10a und der 9c die Chance den Direktkandidatinnen und –kandidaten Fragen zu stellen. Durch die sehr kompetente und gelungene Moderation der Podiumsdiskussion durch ein Team von Oberstufenschülerinnen und -schülern unseres 12. Jahrgangs ist es gelungen, sowohl gemeinsame inhaltliche Schnittmengen als auch Unterschiede bei den Positionen deutlich werden zu lassen und auch die rhetorischen Fähigkeiten der Politikerinnen und Politiker waren gefragt. Gerne hätten unsere Schülerinnen und Schüler noch mehr Fragen gestellt. In jedem Fall fand im Nachgang der Podiumsdiskussion in den Geschichts- und PW-Kursen noch ein angeregter Austausch statt und die Vergabe der Erststimme bei der Juniorwahl am 20. September 2017 hat aufgrund des persönlichen Eindrucks, den unsere Schülerinnen und Schüler gewonnen haben, die „Echtheit“ des simulierten Wahlaktes erhöht, so die Rückmeldung vieler Schülerinnen und Schüler.

Die Organisation der Juniorwahl lag in diesem Jahr in den Händen unserer Mittelstufe und zwar konkret in der gemeinsamen Ausübung der Wahlleitung durch die 9c und 10a. Beide Klassen haben sich engagiert bei der Vorbereitung und Durchführung der Juniorwahl sowie in der Aufbereitung der Wahlergebnisse und der schulweiten Bekanntmachung dieser eingebracht. Im Folgenden findet sich ein Bericht der 10a über die Juniorwahl sowie auf diesem Wege nochmals eine Übersicht über die an der Schule bereits veröffentlichen Wahlergebnisse.

Ich möchte mich bei allen Schülerinnen und Schülern, die zum Gelingen der beiden Veranstaltungen beigetragen haben, ganz herzlich bedanken und freue mich auf die gemeinsame Umsetzung weiterer Projekte.

M. Rauther (Fachbereichsleiterin für Ge/PW), 14.10.2017

Bericht über die Juniorwahl 2017

Am 20.09.2017 haben wir, die Klasse 10a und die 9c, unter der Leitung von Frau Graf und Frau Rauther, die Juniorwahl organisiert und durchgeführt. Die Vorbereitungen haben schon weit im Voraus begonnen, denn das Wählerverzeichnis, die Stimmzettel, Wahlurne und der gesamte Wahlraum mussten vorbereitet werden. In jeder Klasse wurden Aufgaben für den Wahltag eingeteilt, damit alles ohne Probleme über die Bühne geht. Am Tag der Juniorwahl haben alle Klassen der Stufen 9 bis 12 gewählt. Gemäß dem Ablauf bei der Bundestagswahl waren die Schülerinnen und Schüler angehalten zuerst den Schülerausweis und die Wahlberechtigung vorzeigen, um auch wählen zu dürfen. Anschließend haben sie einen Stimmzettel bekommen und konnten dann in eine der vier Wahlkabinen ihre Stimme abgeben. Jeder Wahlberechtigte hat zwei Stimmen. Nachdem die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler ihre zwei Kreuze gesetzt hatten, galt es den Wahlzettel nur noch in die Wahlurne werfen. Damit war der Wahlakt abgeschlossen. Die Erststimme ist für einen der Direktkandidaten des Wahlkreises Reinickendorf und die Zweitstimme ist für die Partei auf Bundesebene. Wenn man mehr als zwei Kreuze oder gar kein Kreuz gesetzt hatte, dann war die Stimmenabgabe ungültig und wurde somit nicht in die Auswertung einbezogen. Bei der Abgabe nur einer Stimme wurde nur diese gewertet.

Nachdem alle Klassen gewählt hatten, war die Arbeit für uns noch nicht vorbei, denn dann begann das Auszählen der Stimmen. Hierbei wurden die Erst- und Zweitstimme jeweils getrennt ausgezählt und natürlich wurde auch jeweils zweimal ausgezählt, um die Richtigkeit des Wahlergebnisses kontrollieren zu können. Da es dabei keine Abweichungen gab, konnten wir auf ein drittmaliges Auszählen verzichten. Nachdem das Auszählen durchgeführt wurde, ging es für uns nach einem spannenden Tag nach Hause. Das Wahlergebnis durften wir allerdings erst am Beginn der Woche nach der Bundestagswahl bekanntgeben, weil es zu den Regeln der Juniorwahl gehört, das Wahlergebnis frühestens mit Beginn der Hochrechnungen ab 18.00 Uhr am Wahlsonntag zu veröffentlichen.

In ganz Deutschland haben 3.490 Schulen und 796.332 von 958.462 Schülerinnen und Schüler an der Juniorwahl teilgenommen. Dies entspricht einer Wahlbeteiligung von 83,1%. Der Gewinner der Juniorwahl ist bundesweit mit 27% die CDU/CSU, danach folgt die SPD mit 19,3%, das Bündnis ‘90/Die Grünen mit 17,9%, die FDP mit 8,8%, die Linke mit 7,3% und die AfD mit 6%. Im Vergleich zur Bundestagswahl ist es sehr auffällig, dass 13,7% der Schülerinnen und Schüler sonstige Parteien gewählt haben und auch das Bündnis ‘90/Die Grünen deutlich mehr und die AfD deutlich weniger Stimmen bekommen haben als bei der Bundestagswahl. Außerdem war zu beobachten, dass die Wahlbeteiligung bei der Juniorwahl um 6,9% höher war als bei der Bundestagswahl. Ein Grund dafür ist sicherlich, dass jede Klasse bei der Juniorwahl aufgrund des organisatorischen Rahmens ein festes Zeitfenster hatte, welches in den meisten Fällen flächendeckend wahrgenommen wurde, wohingegen die Bürgerinnen und Bürger am Wahltag sowohl über den Zeitpunkt ihrer Stimmenabgabe als auch die Frage, ob sie wählen gehen, gänzlich ohne Vorgaben entscheiden.

Abschließend ist zu sagen, dass die Juniorwahl eine sehr positive Sache ist und auf jeden Fall weiterhin beibehalten werden sollte. Ein Argument dafür ist zum Beispiel, dass die Schülerinnen und Schüler schon im frühen Alter mit dem Wählen in Kontakt gebracht werden und über die Wichtigkeit wählen zu gehen nachdenken, es quasi als Bürgerpflicht wahrnehmen. Außerdem kann sich darin eine positive Auswirkung für später zeigen, denn so würde die Wahlbeteiligung der Menschen wieder deutlich steigen und dies ist wichtig für unser Land und unsere Demokratie.

Ein Bericht von Maximilian Götsche, 10a