Projekt archkux2: Neue Einfamilienhäuser für Berlin Reinickendorf, Grundkurs 2. Semester 2011

Im Rahmen eines mehrwöchigen, vom Kunstamt Reinickendorf aus den Mitteln des Projektfonds Kulturelle Bildung geförderten Architekturprojekts, hatten die Schüler des Grundkurses Kunst kux2 des Bertha-von-Suttner-Gymnasiums die Möglichkeit, unter Anleitung von Herrn Morsch und zwei Architekten ein modernes Einfamilienhaus zu planen und als Modell im Maßstab 1:25 umzusetzen.

Das Projekt orientierte sich dabei streng an der Entwurfs- und Planungsarbeit professioneller Architekten. Zunächst wurden im Rahmen eines Architekturspaziergangs durch die Weiße Stadt in Berlin Reinickendorf das Baugrundstück und dessen städtebauliche Umgebung erforscht. Die dort gewonnen Eindrücke schlugen sich unmittelbar in den ersten Ideenskizzen nieder. Dabei galt es nicht nur den Genius loci – den Geist des Ortes – bei der Gestaltung der Form des Baukörpers zu beachten, sondern auch die städtebaulichen Besonderheiten der Weißen Stadt, die 2008 als eine der sechs „Siedlungen der Berliner Moderne“ in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen wurde.

Im Anschluss an diese Phase verdichteten die Schülerinnen und Schüler, die in insgesamt zehn Gruppen zusammenarbeiteten, die definitive Form des Baukörpers in Form von Grund- und Aufrisszeichnungen im Maßstab 1:100, sowie in perspektivischen Ansichten. Hier wurden nicht nur die zeichnerischen Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler gefördert, sondern ganz besonders auch deren Teamfähigkeit.

Die darauf folgende Phase des Modellbaus fand unter Anleitung der Architekten Heider Schwaisch al-Ani und Galina Möller statt, die als außerunterrichtliche Experten für das Projekt gewonnen werden konnten. Hier hatten die Schülerinnen und Schüler des Grundkurses die Möglichkeit mit professionellen Materialien und Werkzeugen zu arbeiten und sich in allen ihren Gestaltungsentscheidungen von zwei Modellbauexperten beraten zu lassen. Über den regulären Unterricht hinaus gelang es, drei halbtägige Modellbauworkshops durchzuführen, bei denen ein Kunstraum des Bertha-von-Suttner-Gymnasiums in eine Modellbauwerkstatt umgewandelt wurde. Die aufwendig gestaltete Lernumgebung und das kontinuierliche Arbeiten über einen Zeitraum von mehreren Stunden hinweg ermöglichten ein hochkonzentriertes Lernen.

Die praktische Arbeit der Schülerinnen und Schüler an den Modellen wurde immer wieder von Phasen der Ergebnissicherung, Reflexion und Präsentation unterbrochen, in denen das erworbene Wissen und Können in Werkstattheften schriftlich und graphisch fixiert wurde, die eigenen Gestaltungsentscheidungen kriterienorientiert untersucht und hinterfragt wurden und das Geleistete vom anleitenden Lehrer, den Architekten und den Mitschülern gewürdigt wurde.

Die letzte Phase des Projekts diente der Entwicklung und dem Aufbau einer Architekturausstellung im Foyer des Bertha-von-Suttner-Gymnasiums.

B. Morsch