Musizieren in Zeiten der Pandemie

Während wir von August bis zu den Herbstferien noch relativ normale Orchesterproben durchführen konnten, durften wir ab Ende Oktober wegen der steigenden Infektionszahlen nicht mehr in gemischten Lerngruppen zusammenkommen. Im Orchester liegt ja der Charme gerade darin, dass viele Schüler*innen aus verschiedenen Klassen und Jahrgangsstufen miteinander musizieren. Somit durften nur noch maximal 2-3 Musik*innen zusammenkommen, außer im 11. Jahrgang - hier spielen 10 Schüler*innen im Ensemble mit, so dass wir unser Adventsmusizieren bis Dezember vorbereiten und durchführen konnten. Mit einigen anderen motivierten Musiker*innen gab es immerhin einige Stunden Kammermusik in dieser Zeit.

Der zweite Lockdown im Dezember stellte uns vor die Frage: Wie können wir weiter zusammen Musik machen, ohne uns wirklich zu treffen? Mit einer Gruppe von Geigen und einer Gruppe von Celli starteten wir also unter der Leitung von Herrn Daiber und Frau Suckow den Versuch des Online-Musizierens. Auch die Bläser musizierten im 2. Halbjahr einmal wöchentlich in Stimmgruppen per Zoom: drei Trompeter unter der Leitung von Johann Wilsdorf (10f), drei Flötistinnen unter der Leitung von Josephine Siegel (11. Jahrgang) und vier Klarinettisten unter der Leitung von Joshua Schünke (11. Jahrgang). Schnell merkten wir dabei, dass das Internet hier an seine Grenzen stößt. Das kontinuierliche Wechselspiel von Wahrnehmen und Reagieren, das für gemeinsames Musizieren erforderlich ist, wird hier durch die Verzögerung verhindert oder zumindest deutlich erschwert.

Einerseits nutzten wir also die Zeit, Bogentechnik zu üben (die Streicher) und die Geläufigkeit der Finger zu verbessern. Wir spielten Tonleitern und übten Lagenwechsel. Andererseits spielten wir zwei- und dreistimmige stimmige Stücke (Duos/Trios), wodurch zumindest seitens der Schülerinnen und Schüler ein Gefühl des Zusammenspiels erzeugt werden konnte. Das funktionierte folgendermaßen: Wegen der Latenzen funktioniert ein gleichzeitiges Zusammenspiel, bei dem sich alle gegenseitig hören, nicht. Also hatte nur der jeweilige Leiter der Stimmgruppe sein Audio an und die anderen Teilnehmer*innen spielten mit ausgeschaltetem Mikrophon, hörten also nur sich selbst und den Leiter der Stimmgruppe. Anders als im Orchester, wo normalerweise mehrere Musiker*innen zusammen eine Stimme spielen, man sich also im Zweifel an den anderen orientieren kann, bestand hier die Herausforderung darin, die eigene Stimme so genau zu kennen, dass man sie solistisch durchspielen konnte.

Insgesamt hat uns die Zeit gezeigt, dass es durchaus möglich ist „am Ball“ oder in unserem Fall: „am Instrument“ zu bleiben. Das gemeinsame Musizieren kann das Online-Musizieren jedoch nicht ersetzen, fehlt doch das direkte Aufeinanderreagieren und das soziale Miteinander - beides wichtige Faktoren für ein positives Musiziererlebnis, den "Flow", der doch den Reiz des Ensemblespiels ausmacht.

Dorin Daiber, Alina Suckow

Chor im Online-Modus

Die Musik ist von der Corona-Pandemie schwer in Mitleidenschaft gezogen. Gemeinsames Musizieren – essentiell für die Schulgemeinschaft und das persönliche Wohlbefinden - ist nur unter Auflagen möglich.

Für Chöre bedeutet das: Proben mit 2m Abstand, im Freien, mit Maske. Jeder Sänger, jede Sängerin weiß, was das bedeutet: Man hört vor allem sich selbst. Kaum vorstellbar, dass so auch nur annähernd ein Chorklang entstehen kann.

Und trotzdem haben wir es geschafft: In der Windschneise vor der Aula haben wir uns dienstags (der Kleine Chor) und freitags (der Große Chor) bei jedem Wetter zum Singen getroffen und einige Stücke zum Klingen gebracht, z.B. Haus am See, Sometimes I feel like a motherless child, The Rhythm of Life.

Nach den Herbstferien trauerten wir dann sogar dieser Art des Probens hinterher. Denn es gab nun keine Gesamtproben mehr, nur Schüler aus einer Kohorte durften noch zusammen singen. Das war in Präsenz nur noch mit dem 11er Jahrgang sinnvoll. Immerhin kam so noch ein schönes Weihnachtssingen - selbstverständlich im Freien und mit Riesenabstand – zustande.

Im Januar dann waren wir alle im Lockdown. „Proben“ gab es ab sofort online, und nur zum Klavier. Die anderen konnte man gar nicht mehr hören – wegen der Latenz mussten alle ihr Mikro ausschalten. In dieser Zeit entstand eine ganze Sammlung von Übe-mp3s, immer in der Hoffnung, bald wieder in Präsenz alle – dann gut geübten - Stimmen zusammensetzen zu können.

Dieser Moment ließ bis zum Mai auf sich warten. Dann aber konnten wir unser Glück kaum fassen, vor der Aula hörte man wieder richtige Chormusik! In den wenigen Wochen bis zum Schuljahresende probten wir einige Stücke, die wir hoffentlich bald beim Herbstkonzert vorstellen können.

Ina Goldenbaum

Musik im Advent (7.12.-15.12.)

Montags in der 7. Stunde und dienstags in der 3. Stunde musizieren Schülerinnen und Schüler und die Musiklehrerinnen und -lehrer im Foyer und im Neubau für jeweils 5-10 Minuten. Es erklingt weihnachtliche und festliche Musik für Streichinstrumente.

Wer möchte, kann die Tür seines Unterrichtsraumes geöffnet lassen und zuhören.

Es geht los am Montag, den 7.12. um 14.10 und 14.25 mit Leonie und Peer aus der 9b, am 8.12. um 10.10 und 10.25 spielen Frau Goldenbaum, Frau Prabava, Frau Styrie und Frau Suckow.

 

Viel Spaß beim Zuhören und eine schöne Adventszeit wünscht der Fachbereich Musik.

 

Ein bisschen Weihnachten

Weihnachtssingen in ganz kleiner Besetzung

Kurz vor dem Dezemberlockdown haben wir mit viel Abstand und nur wenigen Proben ein kleines Weihnachtssingen auf dem Schulhof auf die Beine gestellt. So konnten wir uns wenigstens ein bißchen weihnachtlich gestimmt aus der Schule verabschieden.

 

Wenn man auf das Bild klickt, kann man etwas davon hören.