Exkursion des Bio-LK ins Gläserne Labor am 22.12.2016

Am 22. Dezember besuchte der Biologie-Leistungskurs von Fr. Dexel für den Workshop "Axone, Synapsen und Dendriten in Aktion" das Gläserne Labor auf dem Campus Berlin-Buch. Dort gab es verschiedenste Stationen mit Versuchen zu verschiedenen Phänomenen und Prozessen im Körper.

Zuerst gab es einen Versuch für alle Teilnehmer, bei dem man sich in Paaren einen Ball über ca. 2 m Entfernung zuwerfen sollte. Jedoch bekam eine Person eine Brille aufgesetzt, die das Sichtfeld verzerrte und nach rechts verschob. Demzufolge warfen diese Personen den Ball weiter nach rechts anstatt geradeaus. Dieser Versuch kam später noch einmal ausführlicher vor.

Ein Blick durch die Brille: Das Blickfeld verzerrt sich

Nach dieser kurzen Einführung kamen wir dann zu den eigentlichen Experimenten. Insgesamt gab es acht Stationen:

Station 1: Alzheimer – die Altersdemenz

An dieser Station erarbeitete man sich anhand von Forschungsergebnissen, die auch am Campus erarbeitet wurden, Informationen über die Krankheit. Man hatte auch die Möglichkeit, die Unterschiede des Gehirns anhand von Gehirnproben einer gesunden und einer demenzkranken Maus mikroskopisch zu untersuchen, wobei vor allem auffiel, dass bei der kranken Maus viel weniger Gehirnmasse vorhanden war.

Station 2: Messung von Membranpotentialen

Hier wurde über 20 min. die Spannung von zwei mit Wasser gefüllten Teilkammern, die durch eine semipermeable Membran getrennt waren, gemessen. In einer Kammer war eine Salzlösung, deren Ionen durch die Membran diffundieren konnte.

Am Ende sollte die Spannung gegen 0 gehen, da sich die Konzentration der Ionen und damit der Landungsunterschied ausgleichen sollte.

Station 3: Mechanisches Reizen des Regenwurms

Bei diesem Experiment wurde ein Regenwurm auf eine Messapparatur gelegt, um die Spannung in seinem Körper (die Reaktion) bei starken und schwachen Reizen zu messen. Der Wurm lag in einer Metallvorrichtung, durch die kleine Metallstäbchen gingen, die als Messelektroden funktionierten. Dann wurde der Wurm gereizt und gleichzeitig die Messung abgenommen.

Im Vordergrund ist die Regenwurmkammer mit angebrachten Krokodilklemmen zu sehen, dahinter der Verstärker mit Kontakt zu den Klemmen und dem Messgerät

Station 4: Nerven lassen Muskeln zucken

In diesem Versuch sollte der Achillessehnenreflex untersucht werden. Dabei zuckt die Wade, wenn man wie bei der Kniescheibe auf die Achillessehne schlägt. Um die Vorgänge in der Wade zu dokumentieren, wurden dort Elektroden angebracht und der Reflex ausgelöst.

Elektroden an der Wade, mit dem Messgerät (Oszilloskop) verbunden

Station 5: EMG Elektromyogramm

Der Versuchsaufbau war hier im Prinzip der gleiche wie in Station 4, nur dass hier die Aktivität der Unterarmmuskeln gemessen wurde. Dazu bekam man wieder Elektroden aufgeklebt und musste in verschiedener Intensität und Länge einen weichen Schaumstoffball und einen harten Tennisball drücken. Dann konnte man am Bildschirm die unterschiedlichen Ergebnisse ablesen.

Die Messergebnisse zeigen unterschiedliche Anstrengung

Station 6: Elektrooculographie – Beim Lesen Zuschauen

Dieser Versuch diente der Messung der Aktionspotenziale der Augenmuskeln während des Lesens. Man bekam wieder Elektroden auf die Haut, diesmal seitlich der Augen und mittig auf der Stirn. Dann sollte man verschiedene Texte lesen, einen auf deutsch, auf englisch, auf chinesisch und einen deutschen Text, wo nur die äußersten Buchstaben der Wörter auf der richtigen Stelle waren. Man konnte erkennen, dass bei fremdsprachigen Texten mehrmaliges Lesen gefordert war.

Station 7: Arbeiten mit der Prismenbrille

Hier kam die vorher genannte Brille aus der Einleitung wieder zum Einsatz. Man sollte aus 2m Entfernung mit Klettbällen auf eine Wolltafel werfen und dabei möglichst die Mittellinie treffen. Der Ablauf war: 10 Würfe ohne Brille, 20 Würfe mit Brille, 10 Würfe ohne Brille. Zu erwarten war, dass die ersten 10 Würfe relativ gut gelingen, die nächsten Würfe eher schlecht, da die Brille das Sichtfeld verändert, dann wieder etwas besser, weil sich das Gehirn an die Umstände gewöhnt und schließlich die letzen Würfe wieder schlechter, weil sich das Gehirn erst wieder eingewöhnen muss.

Die Tafel mit angebrachten Wollfäden

Station 8: Verloren im Fingerlabyrinth

Das letzte Experiment befasste sich mit dem Gedächtnis. Es bestand darin, in 12 Versuchen blind ein Labyrinth nachzuzeichnen; im 12. Durchgang konnte ein Störfaktor dazukommen. Nach jedem Durchgang wurde die benötigte Zeit und die Anzahl der falschen Abzweigungen, die genommen wurden, gemessen.

Ein simpler Versuchsaufbau für einen fordernden Versuch

Am Ende der Arbeitsphase wurden alle Versuche vorgestellt und ausgewertet.

Abschließend hat der Workshop viel Spaß gemacht, da man sowohl einen Einblick in professionelle Arbeitsmethoden bekommen als auch diese selber ausprobieren konnte. Dazu lernte man noch etwas über Themengebiete, mit denen man sich im Alltag sonst nicht auseinandersetzt und konnte die Phänomene am eigenen Leib erfahren.

Mattis Sabien