Einmal auf der ganz großen Bühne!

Nachdem wir die Berliner Endrunde gewonnen hatten, war uns bewusst, dass JtfO nun für uns beendet ist, denn traditionell wird Berlin durch seine Sportschule auf Bundesebene vertreten. Ein Spiel gegen die mit Jugendnational-Spielern auflaufende (und tagtäglich zusammen trainierende Mannschaft) der Sportschule ist reine Formsache und wird deshalb in der Regel nicht ausgetragen.

Nun aber die besondere Situation: Aufgrund der Terminüberschneidungen mit dem MSA im Fach Deutsch hat Berlins Sportschule auf ihr Startrecht verzichtet und wir durften mit unserem Schulteam der BvS die Bühne betreten.

Bei unserer Ankunft in Hohenschönhausen liefen noch die letzten Vorrundenspiele der Gruppen A und B und bereits das Zusehen jagte uns großen Respekt ein: Mit Schulvolleyball hatte das nichts zu tun!

Hier sahen wir Teams mit ausgebildeten Zuspielern, die in der Regel mit dem 5:1-System spielten und souverän Sprung-Aufschläge, Kurzschüsse und Aufsteiger zeigten. Die Aktionen der „Riesen“ spielten sich garantiert 40 cm über unserem Niveau ab.

Also lautete unsere Devise:

„Ok, wir werden alles geben und es unseren Gegnern zumindest nicht leicht machen. - Freuen wir uns über jeden gewonnenen Ball und lassen wir uns von den harten Schmetterbällen der Gegner nicht beeindrucken. Lasst uns Druck mit den Aufgaben machen und frech im Angriff spielen!“

Wir blieben unserem Motto treu und spielten in unserer Vorrunde C gegen Hamburg, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz sehr gut mit, schafften es sogar teilweise den Gegner mit 21:21 in Bedrängnis zu bringen und ernteten seitens der Organisatoren und Schiedsrichter Lob für unsere Einstellung und Spielfreude: Kein Ball wurde verloren gegeben, es gab spektakuläre Abwehraktionen, kein Ball fiel peinlich zu Boden – die Gegner mussten sich ihre Punkte erkämpfen, geschenkt wurde nichts!

Dies klappte dank einer hervorragend durchgehaltenen Taktik, die ganz klar auf den Stärken unserer drei Vereinsvolleyballer aufbaute:

Moritz E. und Moritz A. trugen die Hauptlast in Annahme und Angriff und wurden dabei von Konrad unterstützt. Eine saubere Annahme ermöglichte unseren beiden Zuspielern Malte und Konrad M., beide in anderen Sportarten beheimatet, erst die Chance auf ein technisch sauberes Zuspiel. Und das Schiedsgericht (ausschließlich Lizenzträger) legte sehr hohe Maßstäbe an die Pritschtechnik an...

Im Angriff wiederum wurden Moritz und Moritz auf allen Positionen mit Pässen bedient. Sie zauberten, indem sie die Bälle „einhauten“, den Block anschlugen oder in die Lücken der gegnerischen Abwehr spielten.

Devrim bewies (wie schon bei der Qualifikation), wie schnell er sich in eine vorge-gebene Taktik integrieren kann und überzeugte durch ein fast fehlerfreies Spiel – keine Selbstverständlichkeit!!

Ole, der den verletzten Devrim in der Berliner Endrunde hervorragend vertreten hat, unterstützte die Mannschaft nicht nur mit taktisch wichtigen Kurzeinsätzen auf dem Spielfeld, sondern agierte auch außerhalb des Feldes stets mit Umsicht in allen organisatorischen Belangen. Konrad M. stieß erst ganz kurzfristig zur Mannschaft. Der Handballer fiel beim ersten Probetraining sofort durch ein außergewöhnliches Talent für das obere Zuspiel auf. Nach einem weiteren Vorbereitungstraining war klar, das wird unser 2. Zuspieler. Also hieß es ganz schnell Taktik lernen. Nebenher wurde er in die Technik des Blockens eingeführt. Dann hieß es abwarten, wie nervenstark Konrad unter Wettkampfbedingungen agieren würde. Ein Debüt auf so großer Bühne!! Konrad, du hast das großartig gemacht!

Erst am Ende des Tages fiel die Konzentration etwas ab – kein Wunder, hatten doch einige von uns am Morgen noch eine Klassenarbeit geschrieben.Im Block agierten unsere drei Volleyballer sehr erfolgreich, aber auch Malte und Konrad M. durften jubeln. Konrad G. hatte überdies einige schöne Aufschlagserien zu verzeichnen!

Aber was wäre eine Mannschaft auf dem Feld ohne Anfeuerung von außen? Ole unterstützt von Felix, Erik und Florian schrien sich fast die Seele aus dem Leib! Nein, wir haben es unseren Gegnern gewiss nicht leicht gemacht, trotzdem reichte es nur für den 4. Platz der Vorrunde.

Am nächsten Morgen begann das Spiel gegen das Sportgymnasium Magdeburg bereits um 8.00 Uhr. Diesen Gegner zwangen wir fast in den 3. Satz. Wir verloren mit 23:25 und 27:29 Punkten – wie schade!!

Gegen das Saarland spielten wir schließlich um die rote Laterne. Dieses Team agierte weniger harmonisch. Auch hier waren der Zuspieler und einige Angreifer ausgebildet, dennoch gab es auf dem Feld Abstimmungsprobleme. Nachdem wir zu Beginn der Partie sehr häufig den Aufschlag vergaben, rissen wir uns noch einmal zusammen und fanden zu unserem konzentrierten Spiel zurück und gewannen das Spiel dann deutlich.

Dies bescherte uns zumindest den 15. Platz im Bundesfinale und eine großartige Erfahrung mehr. Wer bis dahin noch ein wenig traurig war, wurde spätestens bei der phänomenalen Abschlussveranstaltung in der Max-Schmeling-Halle getröstet, die sehr tempo- und abwechslungsreich war und professionell moderiert wurde.

Die Sportarten wurden jeweils mit einem kurzen Filmchen, das Eindrücke von den Wettkampfstätten zeigte, vorgestellt, danach die Siegerehrung vorgenommen und dann erfolgte eine Show-Einlage der Extraklasse: Basketballer mit Trampolin, Akro-batinnen am schwebenden Reifen, Turner auf der Luftmatte...

Und für uns gab es dann noch ein Extra-Highligt: Unsere BvS stand natürlich nicht auf dem Treppchen, aber wir wurden bei den Wettkampfimpressionen gezeigt, waren also sogar über der großen Bühne auf der großen Leinwand der Max-Schmeling-Halle, und Spaß gemacht hat es uns auf jeden Fall!

Und im nächsten Jahr wird die BvS nicht nur mit guter Stimmung, sondern dank unseres Fördervereins auch noch mit viel schöneren Trikots an den Start von JtfO gehen!!

P. Fischer