Rudern an der Bertha – Ein Schülerbericht

 

Wenn ich Anfang dieses Schuljahres Freunden, Eltern oder Verwandten erzählt habe, was ich für einen Sportkurs in der Schule habe, dann war die Frage hierauf meist: „Rudern? In der Schule? Wie soll denn das gehen?“

Das waren auch meine ersten Gedanken, als ich den Zettel zur Wahl der Sportkurse sah.  Heute weiß ich es. Herr von Leupoldt, ein Sportlehrer meiner Schule, engagiert sich seit über 10 Jahren für den Rudersport an der Bertha. In Zusammenarbeit  mit dem Ruderverein Preußen Saffonia  (RVP Saffonia) wird 15 bis 20 glücklichen SchülerInnen ermöglicht, Rudererfahrungen zu machen, an die man sonst nur sehr schwer kommen würde. Natürlich ist Rudern nicht wie jeder andere Sportkurs, sondern der Kurs ist mit ein paar Ausnahmeregelungen verbunden. So hat man zum Beispiel ein Vierteljahr lang keinen Ruderunterricht, um dann aber die andere Hälfte des Semesters gleich vier Schulstunden Rudern am Stück zu haben.

Vier Schulstunden am Stück sind drei Zeitstunden und mit der An- und Abfahrt von und nach Heiligensee, wo der Ruderverein ist, hat der Ruderkurs dann also ein halbes Semester lang meine Freitagnachmittage bestimmt, sodass ich teilweise erst kurz vor 20:00 Uhr zu Hause war. Es mag vielleicht schrecklich klingen, Freitage noch so lange schulisch beschäftigt zu sein, aber tatsächlich ist es das überhaupt nicht. Das Vorbereiten der Boote zusammen mit Schulfreunden und Betreuern und anschließend die Zeit auf dem Wasser stellen nämlich viel mehr einen Kontrast zum sonst so stressigen Alltag dar und bieten sogar die Möglichkeit, mal abzuschalten oder zumindest auf andere Gedanken zu kommen. Diese lockere und gute Atmosphäre wurde maßgeblich durch unsere Betreuer Merle, Angelo, Leandro und Alex ermöglicht, die nicht sehr viel älter als wir Schüler sind, wodurch wir uns immer gut mit ihnen verstanden haben.

Highlight des Ganzen war eine Übernachtung im Ruderverein. Nach dem normalen Ruderkurs an diesem Freitag blieben wir Schüler noch im Ruderverein und gingen baden, spielten Fußball oder unterhielten uns  einfach untereinander und mit anderen ungefähr gleichaltrigen Mitgliedern des Vereins. Am Abend gab es ein gemeinsames Essen vom Grill und anschließend das Nachtrudern, was durch die Leere und Stille der Havel zu der Zeit eine sehr interessante, andere Erfahrung war. Außerdem gab es die Möglichkeit, mit Vereinsmitgliedern oder in einem Achter zu rudern, was normalerweise nicht möglich war, aber großen Spaß macht. Nach dieser Ruderpartie gab es zum Abschluss noch ein Lagerfeuer und dann nach einem sehr langen und anstrengenden Tag konnte man auch im Vereinshaus oder in einem mitgebrachten Zelt übernachten. Am nächsten Morgen gab es ein gemeinsames Frühstück. Man konnte noch einmal losgelöst von den Normen des Unterrichts rudern, baden gehen oder anders die Freizeit verbringen.

Allein schon wegen dieser Veranstaltung würde ich für mich sagen, dass es sich gelohnt hat, den Ruderkurs zu wählen. Man hat viel Spaß, macht neue Erfahrungen, lernt nette Leute kennen und ist dabei draußen an der frischen Luft. Es ist zwar ein etwas zeitintensiver Sportkurs, der aber viel mehr als nur das ist und eine Möglichkeit, die man nutzen sollte. Schade, dass es Rudern nur in einem Semester gibt.

Vielen Dank an Herrn von Leupoldt, der den Ruderkurs organisiert und leitet und natürlich auch vielen Dank an den Ruderverein, vor allem Merle, Leandro, Angelo und Alex, die das Ganze zu einer tollen Erfahrung gemacht haben.

Arthur Schunke, 11. Jahrgang, Europäisches Gymnasium Bertha-von-Suttner

 

Interessierte Schüler unserer Schule können gerne einmal beim Rudern im Verein rein schnuppern!

Zeit:       dienstags: 17 Uhr            &            donnerstags: 18 Uhr

Ort:        RV Preußen Saffonia e. V., Fährstraße 16, 13503 Berlin, Tel: 030-431 16 52