„Alle zusammen unter einem Dach. Jeder für sich allein“ Die Gewinner stehen fest!

Schreibwettbewerb 2020 am Europäischen Gymnasium Bertha-von-Suttner

 

Sechzig Kurzgeschichten von jungen Autor*innen den Europäischen Gymnasiums Bertha-von-Suttner aus den Klassenstufen 5 bis ins 11 durfte die diesjährige Jury des Schreibwettbewerbs in den letzten drei Wochen studieren. Heute verkünden wir mit Dankbarkeit die Gewinner der einzelnen Jahrgangsstufen und veröffentlichen zugleich unsere kurzen Begründungen zur Auswahl. Nicht zuletzt, sondern vor allem bedanken wir uns von Herzen bei allen Teilnehmer*innen für ihren Mut, ihre Kreativität und ihre ganz persönliche Ideen:

Es war eine pure Freude, eure Geschichten zu ergründen!

Für die Jury: Susanne Schrimpf

 

Klasse 5 / Jury: Frau Foullon (Elternvertreterin), Frau Niesmann, Frau Schrimpf (31 Einsendungen)

1. Platz: A. Moye (5c) Der Schmetterling von Sophie : Anne ist eine wirklich zum Thema passende, sympathische Geschichte, in der das Haus von ehemaligen jüdischen Bewohnern und deren Geschichte spricht und die die Vergangenheit und Gegenwart über ein schönes Symbol miteinander verbindet, gelungen. Die Kurzgeschichte ist zudem schön und elegant geschrieben. Besonders gelungen ist auch die Kombination aus der Verbindung zum Thema (das Haus erzählt wirklich eine Geschichte!) und dem aktuellen Corona-Bezug. Nicht zuletzt ist die Geschichte pädagogisch wertvoll, denn sie erinnert an und würdigt die ehemaligen jüdischen Bewohner das Hauses: Es war insgesamt eine große Freude, den Text zu lesen!

2. Platz: J. Baumeister (5c) Es kann alles anders kommen, als man denkt : Joris` Geschichte von der Rettung durch einen (verhassten) Hund und von der entsprechenden Katharsis in Zeiten von Corona unterhält und macht gleichermaßen nachdenklich. Sie ist  geschrieben in einem lässigen, ironischen und humorvollen Grundton, der zum Schmunzeln verleitet. Zudem thematisiert Joris die Auseinandersetzung mit Vorurteilen und damit ein immer aktuelles Thema.

3. Platz: R. Yousufi (5c) Emilia, Wanzizowitch und ihre tierische Idee: Rubina macht aus einer lustigen und zugleich menschlichen Idee - die sonst schweigend aneinander vorbei lebenden Bewohner eines Wohnhauses werden durch die Protagonisten der Kurzgeschichte über den Einsatz von Tierstimmen dazu gebracht, endlich miteinander zu kommunizieren, – eine rührende Kurzgeschichte. Sie verwendet fantasie- und humorvolle Namen und eine lebendige Sprache.

 

Klassen 6 / 7 und 8, Jury: Frau Hundsdorfer (Elternvertreterin) und Frau Velikov (9 Einsendungen)

1.Platz: D. Fiedler (7a) Erinnerungen: Eine sehr gelungene und zum Thema passende Geschichte über ein Mädchen, das sich nach seinem Umzug nach Berlin nach ihrem alten Zuhause zurücksehnt und durch ihre Mitschülerin Mareike lernt, dass auch das neue Haus ein Zuhause werden kann. Die Entwicklung der Ich-Erzählerin als auch die wachsende Akzeptanz der neuen Situation, mit der sie zurechtkommen muss, werden sehr schön veranschaulicht. Die Erzählung kommt mit wenig Personal und Ortswechseln aus, hat keine Zeitsprünge, lässt Leerstellen und schafft dadurch Raum für den Dialog, das Ende ist offen. Zudem enthält sie sehr schöne Formulierungen (z. B. die Beschreibung der Farben am Himmel, Personifikationen..) und hat uns somit sowohl inhaltlich als auch sprachlich überzeugt.

2. Platz: G. Schönwolff (8a) Häuser erzählen Geschichten:

Eine spannende Geschichte über eine Mutprobe in einer verlassenen Ruine, die es auf wenigen Seiten schafft, den Leser zu fesseln und die unheimliche Stimmung sehr gut zu vermitteln. Die Unruhe bzw. die Angst der Ich-Erzählerin sind sprachlich so dargestellt, dass sie gut nachempfunden werden können.

3. Platz: L. Hungermann (6a) Einsam in der Ecke:

Eine wirklich amüsante und an die aktuelle Situation angelehnte Geschichte aus der Perspektive eines Schulranzens, die sicher viele Leser zum Schmunzeln bringen wird. Sehr konsequent umgesetzt, unmittelbarer Einstieg, offenes Ende, eine wirklich „unerhörte“ Begebenheit. Zwar kein dialogisches Prinzip, höchstens im Sinne des diskursiven Selbstgesprächs, aber der Monolog ist wirklich sehr witzig - der Ranzen wird dadurch vielschichtig charakterisiert. Das Überraschungsmoment, in dem man den Ich-Erzähler als Schulranzen erkennt, ist gut gelöst.

 

Klassen 9, 10 und 11, Jury: Frau Nessler und Herr Saathoff (20 Einsendungen)

1.Platz: M. Thesing (10d) Zusammen allein

Maximilians Erzählung zeichnet sich besonders durch eine abwechslungsreiche und genaue Wortwahl und eine besondere Beobachtungsgabe hinsichtlich des Protagonisten aus. Gelungen platzierte Andeutungen und Verzögerungen erzeugen Spannung. Außerdem werden aktuelle Probleme (Einsamkeit, Anonymisierung, moderne Arbeitswelten) mit dem vorgegebenen Thema gelungen zu einer dystopisch anmutenden Erzählung verknüpft.

2. Platz: L. Raasch (10d) Inspiration

Die Kurzgeschichte "Inspiration" nimmt den Leser mit in die Welt eines Karikaturisten in Paris. Der passende, elegante Stil und die gelungene szenische Gestaltung der Erzählung verleihen dem Text eine besondere Leichtigkeit. Zudem werden die Gedanken und Gefühle eines alternden Künstlers in einer Schaffenskrise besonders überzeugend dargestellt.

3. Platz: L. Malin Luxa (9d) Klappernüsse und weinende Tänzer

Linas Kurzgeschichte greift das Thema durch einen originellen Perspektivwechsel auf humorvolle Weise auf. Aus der distanzierten Perspektive einer Katze erhalten wir einen kurzen Einblick in die unterschiedlichen Lebenssituationen verschiedener Bewohner eines Hauses.

 

 

Schreibwettbewerb