Im Frühjahr 2022 hatten wir, sechs Schüler aus der damals neunten Klasse, die fantastische Möglichkeit, an einem Schüleraustausch teilzunehmen.
Diesen veranstalteten wir mithilfe von Herrn Saathoff mit einer Schule im Herzen von Aix-en-Provence namens „Sacre Coeur“ (franz. Heiliges Herz).
Als erstes fuhren wir sechs alleine mit dem Zug nach Frankreich. Nach einer fast dreizehnstündigen Zugfahrt wurden wir am Bahnhof von unseren Gasteltern und -schüler*innen abgeholt und in unser neues Zuhause gebracht, wo wir die kommenden zweieinhalb Wochen verbringen würden. Wir lebten alle in Familien außerhalb der Stadt und mussten, anders als aus Berlin gewohnt, jeden Morgen 30min-1h mit jeweiligen Schulbussen der Dörfer in die Stadt und zur Schule gefahren werden.
Nicht nur der Weg, auch die Schule an sich war/ist in Frankreich sehr anders als die deutsche. Auch der Unterricht ist weitaus strenger und anspruchsvoller. Die Tage an sich sind lang und die Stunden nicht regelmäßig, dafür hat man aber täglich mindestens eine Stunde Mittagspause in welcher wir auch das Schulgelände verlassen und uns in der Stadt Essen kaufen konnten. Meistens liefen wir durch die Straßen bis wir etwas Leckeres fanden, um uns dann in den relativ zentralen Park der Stadt zusetzen. So verbrachten wir fast jeden Tag die Mittagsstunden und kannten uns schon bald in der Stadt aus. Innerhalb von Aix ist alles fußläufig und leicht zu erreichen.
Außerdem ist es in Südfrankreich um diese Jahreszeit schon weitaus wärmer, als bei uns in Deutschland gewohnt. Das nutzen wir auch aus: Einige von uns waren Schwimmen in den Calanques (ein langer Küstenstreifen bei Marseille, Mittelmeer) und ich verbrachte Zeit im Swimmingpool der Familie. Wir waren in den Alltag normal eingebunden und ich schrieb im Unterricht sogar die Tests mit, allerdings unbewertet.
Im Generellen wurden wir sehr nett empfangen, sowohl von den Schüler*innen als auch von den Lehrer*innen. An unserem ersten Tag bekamen wir eine Führung durch die Schule und ein sehr umfangreiches Frühstück mit lokalen, sehr leckeren Produkten.
Alles in allem verbrachten wir eine tolle Zeit, die weitaus schneller verging als gedacht.
Fanny