Karyatiden, Kentauren, korinthische Säulen – ein Spaziergang durch die griechische Antike in Berlin

Griechische Antike live stand am Mittwoch auf dem Programm des Grundkurses Griechisch. Nicht in der Schule, nicht im Museum, sondern auf den Straßen und Plätzen mitten in Berlin. 

Es war der Klassizismus, der sich die griechische Antike zum Vorbild nahm, und Berlin zwischen 1770 und 1840 unter der Leitung der Architekten Schinkel und Langhans prächtige Bauten bescherte, die griechische Tempel nachbilden: unter anderen das Alte Museum (1830), die Neue Wache (1815), das Schauspielhaus (1825) und natürlich das Brandenburger Tor (1788). Übrigens ergriff damals das Antiken-„Fieber“ nicht nur Deutschland, sondern auch ganz Europa und später sogar Amerika. 

Wir spazieren durch imposante Bauwerke, lernen ionische, dorische und korinthische Säulen zu unterscheiden und bemerken, dass Karyatiden - nach dem Vorbild des Erechtheions auf der Akropolis - oft anstelle einer Säule oder eines Pfeilers an Fassaden oder Portalen eingesetzt werden und als Schmuckstücke in der ganzen Stadt zu finden sind, übrigens auch auf dem U-Bahnhof Residenzstraße. Wir entdecken Götter, Helden und Dichter, Amazonen und Atlanten, wilde Kentauren, Bellerophon mit seinem geflügelten Begleiter Pegasus und immer wieder den alles bezwingenden Herakles. 

Am Ende mischen wir uns unter die Studenten in der HU-Mensa und stärken uns dort nach den Anstrengungen – mit solider Hausmannskost, leider nicht wie die griechischen Götter mit Nektar und Ambrosia.