Der Fachbereich Griechisch

Das Fach Griechisch prägte ursprünglich allein neben dem Fach Latein an der Bertha-von-Suttner-Oberschule das Profil des grundständigen Zweiges. Es musste ab Klasse 9 von allen Schülerinnen und Schülern dieses Zweiges erlernt werden, ob sie nun wollten oder nicht. An die Stelle des Zwanges ist glücklicherweise inzwischen die bewusste Wahl dieses Fachs getreten. Am Ende der Klasse 7 können die Schülerinnen und Schüler sich zwischen Französisch und Griechisch als dritter Fremdsprache entscheiden. Im Schuljahr 2003/2004 macht etwa ein Viertel der Schüler der 8. Klassen des grundständigen Zweiges von der Möglichkeit Gebrauch, Griechisch zu lernen, die Sprache des Volkes, das unsere europäische Kultur mit seinem Denken grundlegend geprägt hat 
 

Spree-Athen? Auf den Spuren des Klassizismus in der Berliner City

 

Ein Projekt des Wahlpflichtfaches Griechisch

 

Das Alte Museum, das Neue Museum, das Schauspielhaus, das Brandenburger Tor, der Deutsche Dom – sie alle sehen doch irgendwie griechisch aus. Säulen, Friese und Steinfiguren auf dem Dach sind deutliche Hinweise darauf. Doch wie viel ist wirklich vom griechischen Tempel abgeleitet?

Mit dieser Frage beschäftigten wir uns im Wahlpflichtfach Griechisch.

Als man im 18. Jahrhundert anfing, Pompeji auszugraben, brach in Europa eine Begeisterung für die Antike aus. Griechisch-römisch inspirierte Architektur entsprach nun dem Geschmack der Zeit. Berühmte Architekten wie Karl Friedrich Schinkel und Leo von Klenze bauten im sogenannten klassizistischen Stil. Die Bauten waren häufig von  schlichter Eleganz und Erhabenheit zugleich.
Und um genau diese Gebäude ging es in unseren Präsentationen.

In Zweiergruppen suchten wir uns ein klassizistisches Gebäude in Berlin aus und verglichen es mit dem alten griechischen Tempel. Dabei stellte sich heraus, dass es einige große Unterschiede gab. Zum Beispiel waren die Tempel ursprünglich bunt, korinthische Säulen wurden eigentlich eher im Römischen Reich als in Griechenland verwendet und auch die Raumaufteilung entspricht ganz und gar nicht den alten Vorbildern.
Trotzdem waren die Präsentationen zu den Gebäuden alle unterschiedlich, da jedes Bauwerk ganz eigene Unterschiede und Gemeinsamkeiten aufweist. Es war auf jeden Fall sehr interessant und es ist nur empfehlenswert, sich mit diesem Thema einmal zu beschäftigen.

Corinna Liedtke, 10a

Exkursion zu den bunten Göttern

Nach der vierten Stunde trafen sich am Dienstag, den 21.9.2010 die 25 Schüler des Griechisch Grund-sowie Leistungskurses, um gemeinsam mit Frau Appel die Ausstellung „Bunte Götter“ im Pergamonmuseum zu besuchen.

 

Nachdem wir unsere Sachen in den Schließfächern verstaut hatten, wurden wir von Herrn Dominik Petzold empfangen, der uns innerhalb der nächsten Stunde das vermutlich wirkliche Aussehen der antiken Statuen näherbrachte. Die von uns als edel angesehenen antiken Kunstwerke, ebenso wie die monumentalen Tempel sollen farbig gewesen sein. Zwar räumt Herr Petzold ein, dass die Intensität der Farben nach über 2000 Jahren kaum mehr nachweisbar ist, doch dass es sie gegeben hat, wird durch Farbpigmentfunde auf den Statuen bewiesen. Auch anhand schriftlicher Quellen, als Beispiel sei die momentan im Unterricht behandelte „Politeia“ Platons genannt, lässt sich die Existenz der Farben belegen, die die Aufgabe hatten, den in dem Kunstwerk abgebildeten Menschen so lebensnah wie möglich zu porträtieren. Aufwändige Techniken wurden verwendet, komplexe chemische Vorgänge erkannt und angewandt, um ein unglaublich differenziertes Farbenspektrum verwenden zu können, dem die Archäologen heute mithilfe von Schwarzlicht und dem Wissen des Absorbtionsspektrum der Farben langsam auf die Spur kommen.

Einige solcher aufwändig rekonstruierten farbigen Meisterwerke sind im Rahmen der Ausstellung im Pergamonmuseum zu betrachten. Herr Petzolds Äußerung deckte sich mit dem Großteil der in den Kursen vertretenen Meinung, als er die Statuen als dem modernen Auge nicht angenehm beschreibt. Doch was für uns überladen und fast wie eine Parodie wirkt, könnte in der Welt der Antike wohl durchaus für Bewunderung gesorgt haben. Abschließend bleibt zu sagen, dass wir uns anscheinend endgültig von der klassischen Vorstellung ausschließlich marmorner Kunstwerke in der Antike verabschieden müssen. Dennoch ist keinesfalls sicher, wie intensiv farbig die Götter auf die Erdenbewohner herabgeblickt haben, der Gedanke an eine etwas subtilere Farbgebung ist keinesfalls ausgeschlossen. Auch wenn einige von uns lieber bei dem Bild der marmornen Götter geblieben wären, der Besuch des Pergamonmuseums erwies sich letztlich für alle als eine interessante Exkursion, bei der jeder von uns einige neue Dinge über die Welt, von der auch der Unterricht handelt, erfahren hat.

Celina Schneider (3. Semester)