Altsprachenschüler des Bertha-von-Suttner-Gymnasiums

Die Humboldt-Schülergesellschaft für Altertumswissenschaften ist eine Begegnungsstätte für begabte und an der Antike interessierte Oberstufenschüler
mit den Lehrenden der Latinistik, der Gräzistik, der Alten Geschichte, der Klassischen Archäologie, der Antiken Philosophie, der Theologie und der Wissenschaftsgeschichte, die im August-Boeckh-Antikezentrum zusammengeschlossen sind.

Vom 3. bis 5. Februar fand eine Winterakademie zum Thema ‚Fremde in Rom‘ statt. Oberstufenschüler aus Berlin konnten sich für die Teilnahme bewerben verbunden mit einer Empfehlung durch ihre Fachlehrer.
Aus einer großen Bewerberzahl wurden 20 Teilnehmer ausgewählt, darunter vier Schüler unserer Schule: Denise A., Steven J., Kristina S. und Celina S.
Bericht Winterakademie der Humbold Universität
„Fremde in Rom“
Dass Migration und Fremdenbilder in heutiger Zeit wichtige politische Themen sind, ist offensichtlich. Doch wie gingen die Menschen der Antike, allen voran die Römer, mit dem „Fremden“ in ihrem politischen sowie sozialen Umfeld um?
Mit dieser Frage beschäftigten sich 21 Oberstufenschüler aus ganz Berlin im Rahmen der von der HU erstmals durchgeführten Winterakademie. Neben der Beschäftigung mit diesem Thema sollte die Akademie außerdem Einblicke in die verschiedenen Fächer der Altertumswissenschaften bieten. So stand der erste Tag nach einer Einführung im Zeichen der Latinistik, der zweite der Archäologie und der alten Geschichte. Der dritte Tag bot die Möglichkeit, anhand von Museumsbesuchen Gelerntes in der Praxis zu sehen und anzuwenden.
Begrüßt wurden wir am ersten Tag von Hrn. Prof. Dr. Kipf und Dr. King, dann stellte Prof. Dr. Schmitzer sein Fachgebiet die Latinistik vor.
Nachdem auf diese Weise geklärt worden war, was ein Latinist überhaupt macht, wurden die Themen für die folgenden 3 Workshops vorgestellt, denen wir uns nach der Mittagspause zuordnen sollten. Wer nicht von der immensen Größe der Mensa überwältigt oder damit beschäftigt war, sich mit anderen Teilnehmern auszutauschen, konnte überlegen, ob er sich mit „Fremdenfeindlichkeit in der Antike“, „ Ciceros Bild von den Griechen“ oder einer Germania-Rezeption in neuerem Latein beschäftigen wollte.

Diese Workshops fanden im Hauptgebäude der HU Unter den Linden statt, umgeben von einer beeindruckenden Abguss- und Vasensammlung, die wir am Samstag noch besichtigen würden. Wir hatten in den Workshops sehr viel (lateinischen) Text und ziemlich wenig Zeit, was sich aber als nicht schlimm herausstellte, da das Übersetzen relativ frei war und deswegen recht schnell ging. Bei eventuellen Problemen fand sich auch immer mindestens ein Gruppenmitglied, das aushelfen konnte und zur Not stand auch Hr. Prof. Dr. Schmitzer immer bereit. Nach über 2 Stunden intensiver Textarbeit sowie Diskussion über das übersetzte wurden die einzelnen Ergebnisse in der gesamten Gruppe zusammengetragen und der erste Tag bei Brötchen und Getränken ausklingen gelassen. Der zweite Tag begann wieder um 9 Uhr, diesmal mit einem Vortrag über Archäologie, wiederum gefolgt von Workshops, bei denen es um die Darstellung von Fremden in der römischen Öffentlichkeit sowie auf griechischen Vasen ging. Der Exkurs in die Archäologie machte deutlich, dass dieses Fach nicht nur aus dem Interpretieren kleinster Fundstücke besteht sondern, dass auch komplexe historische Fragestellungen anhand von bildlichen Quellen genau untersucht werden können und dass diese Zeugnisse einen wichtigen Beitrag zu schriftlichen Quellen bilden. Die Alte Geschichte stellte sich als Wissenschaft vor, die von allem ein bisschen, hauptsächlich jedoch schriftliche Quellen, anwendet. In dem folgenden Workshop war ich in einer Gruppe, dich sich mit den christlichen Katakomben in Rom beschäftigt hat. Ausgehend von hauptsächlich archäologischen Funden haben wir unter anderem die Bestattungsgeschichte sowie Unterscheidungen zwischen christlichen und „heidnischen“ Gräbern besprochen. Seinen Abschluss fand dieser Tag in den „12 Aposteln“ wo wir zum Pizzaessen eingeladen waren. Nach kleineren Verwirrungen bezüglich des Treffpunktes am letzten Tag, kamen doch alle mehr oder weniger pünktlich am alten Museum an, in dem wir dann unter Leitung von Dr. Dietrich sowie von Frau Zombronner einige Ausstellungsstücke unter archäologischen Gesichtspunkten schärfer unter die Lupe nahmen. Dieses setzten wir im Pergamonmuseum fort, in dem wir den Fries am Pergamonaltar ausführlich besprachen und deuteten. Nach dem sehr leckeren Mittagessen wurden wir von Dr. Stürmer in der Sammlung der HU begrüßt, durch die er uns dann auch wie angekündigt führte. Zum Schluss wurden noch Teilnahmezertifikate verliehen und das Versprechen von folgenden Veranstaltungen abgegeben, das von den Teilnehmern sehr geschätzt wurde. Alles in allem waren diese drei Tage nicht nur anstrengend, sondern vor allem informativ und interessant, besonders weil im Gegensatz zum schulischen Unterricht alle Teilnehmer ein großes Maß an Interesse an und Wissen von der Antike mitbrachten, dass sich durch den intensiven Kontakt zu Professoren erweitern und vertiefen ließ. Für mich zumindest war diese Winterakademie eine überaus lohnenswerte Erfahrung, die meinen Studienwunsch in diese Richtung noch bestärkt hat. - Celina Schneider