Die Humboldt-Universität zu Berlin hatte zusammen mit der Humboldt-Schülergesellschaft für Altertumswissenschaften zur Winterakademie 2016 mit dem Thema „Die Stadt in der Antike“ vom 2.-6. Februar in den Winterferien geladen. Die antike Stadt sollte unter den Gesichtspunkten der klassischen Philologie, Archäologie, und Geschichte betrachtet werden. Eine Bewerbung war gefordert.

Am Donnerstag um zehn Uhr ging es los, direkt im Hauptgebäude in der Nähe des Brandenburger Tors. Geleitet wurde die Veranstaltung von Prof. Dr. Stefan Kipf und Laura Rapp, die einzelnen Seminare gaben Professoren und Doktoren von den jeweiligen Fachgebieten.
Für die insgesamt 28 Teilnehmer wurde mehr als ausreichend gesorgt, von Brezeln über Kekse zu lecker Essengehen.

Neben der Vorstellung des TOPOI Excellence Clusters, bei dem die HU Mitglied ist und wo Wissenschaftler fachübergreifend an Themen zur Antike arbeiten, wurden thematisiert:
Medizin und medizinische Versorgung in der antiken Stadt (Konnte man als Arzt reich werden? Wie gut war die Versorgung zum Beispiel in Pompeii? Was für Besteck gab es?),
Stadtplanung im Zusammenhang mit Archäologie (Was sind die wichtigen Merkmale einer griechischen oder römischen Stadt? Wie findet man eine neue Ausgrabungsstätte? Wie sieht die Arbeit eines Archäologen aus?),
Karthago in der römischen Literatur (Geschichte Karthagos. Wie wurde Karthago von den Römern gesehen? Wie sah es wirklich aus?),
die Christen in der antiken Stadt (Integration oder Resistenz? Warum gingen Christen im Allgemeinen nicht ins Theater? Inwiefern unterschieden sich die Christen von den anderen Römern?),
Rom als Stadt des otium/der Freizeit (Was ist staatstragendes otium? Was staatsfernes otium? Wie nutzte die römische Liebeselegie die Stadt Rom?),
und das Spree-Athen (Wie kam im 18./19. Jahrhundert der Klassizismus auf? Was sahen die Deutschen in den Griechen? Wo findet man klassizistische Gebäude in Berlin?).
Außerdem gab es einen Besuch in der Ausstellung zum Forum Romanum in der HU, eine Führung durch das Grimm-Zentrum, die Bibliothek der HU, und eine Exkursion zum Brandenburger Tor, um sich dieses Beispiel für den Klassizismus genauer anzusehen.

Die Seminare waren meistens sehr interessant und haben neue Einsichten in den Alltag der Antike gewährt. Manchmal war es ein wenig anstrengend, wenn die Präsentationen anderthalb Stunden dauerten, davon mehrere mit nur kurzen Pausen zwischendurch, bis 18 Uhr, aber die Informationsflut war es wert. Auch lernt man neue Leute aus allen Ecken Deutschlands kennen, die extra anreisen, z.B. aus Bayern oder Nordrhein-Westfalen, und deren Interessen auch noch die gleichen sind wie die eigenen.
Die Winterakademie ist wirklich empfehlenswert für jeden, der Interesse an alter Geschichte und der Antike generell hat. Es lohnt sich.

 

Corinna Liedtke, LK Latein, 02.2016