Erasmus+ Austausch Gubbio–Berlin vom 21. – 26. September 2025 - Eine Woche voller Begegnungen

Nur noch eine Straße. Noch hundert Meter. Wir starren gebannt auf ein Handy. Der kleine grüne Punkt, der den Standort des Busses zeigt, kommt immer näher. Die Spannung steigt. Als der große blaue Bus schließlich um die Ecke biegt, ist es für einige kaum noch auszuhalten. Er hält direkt hinter der Aula. Die Tür geht auf, die Austauschschüler*innen aus Gubbio steigen aus – und plötzlich stehen alle in einer wilden Traube auf dem Bürgersteig.

Die Verwirrung ist zuerst groß. Wer von ihnen ist denn nun „meiner“? Bisher kannte ich nur ein WhatsApp-Profilbild, auf dem er einen Motorradhelm trug. Nach ein paar Minuten kristallisiert sich dann aber heraus, wer zu wem gehört, und langsam machen sich alle auf den Weg nach Hause. Am nächsten Tag startet schließlich das offizielle Programm.

22.September, 7:30 Uhr, Berlin-Mitte
„Are you finished? We have to leave now or we’re gonna be late!“
„Yees, just a minute!“
Wir unterhalten uns auf Englisch. Er spricht kein Deutsch, ich kein Italienisch – also treffen wir uns in der Mitte.
„Okay, let’s go. We’ll meet the others at the metro station.“
Es dämmert draußen, als wir uns auf den Weg zur U-Bahn machen. Erste Berlinerfahrung: U8. Berlin von seiner… speziellen Seite.

Der erste Programmtag soll uns – die deutsche und italienische Gruppe – dabei helfen, uns kennenzulernen: „Ice-Breaker-Activities“, ein Mini-Theaterworkshop, ein Workshop zum Thema Aktivismus und später noch ein bisschen Sport.

Am Nachmittag haben wir unseren Austauschschüler*innen dann Berlin von einer anderen Seite gezeigt: Zoo, Ku’damm, Brandenburger Tor, Reichstagsgebäude – eben die Klassiker unter den Touristenattraktionen.

Tag zwei war sehr geschichtsträchtig. Erst ein wenig Unterricht zum Kalten Krieg und zur Berliner Mauer, dann sahen wir im Kino Blauer Stern in Pankow den Film Ballon. Anschließend führte uns der Weg zur Gedenkstätte Berliner Mauer in der Bernauer Straße. Dort nahmen wir an Führungen teil – auf Deutsch für die eine Hälfte, auf Italienisch für die andere.
Später waren wir privat noch in Mitte unterwegs: bei Dussmann, auf der Museumsinsel und so weiter.

Am dritten Tag standen erneut Workshops an, diesmal zum Thema Nachhaltigkeit an Schulen. Am Nachmittag wurden wir durch das Futurium geführt.
Abends zeigten wir ihnen noch das Tempelhofer Feld. Viele waren beeindruckt, wie groß Berlin eigentlich ist.

Der vierte und letzte Tag des Programms begann mit einer kleinen Fahrradtour durch Mitte – wieder vorbei an allen wichtigen Sehenswürdigkeiten. Danach aßen wir Berlins zweitberühmtestes Gericht: Currywurst. Bei Konnopke an der Eberswalder Straße gab es Mittagessen, bevor wir anschließend durch das Humboldt Forum geführt wurden.
Am Nachmittag probierten wir dann Berlins berühmtestes Gericht: Döner. Für die italienischen Gäste war er überraschenderweise „ein bisschen zu scharf“.

Das war auch schon der letzte Tag. Am nächsten Morgen brachten wir sie zur Schule, von wo aus sie direkt zum BER fuhren.

Obwohl dies nur der erste Teil des Austauschs war – für uns geht es nächstes Jahr nach Rom und Gubbio – kann ich jetzt schon sagen, dass ein Austausch, egal wohin, immer eine sehr wichtige und wertvolle Erfahrung ist. Wir haben viel von ihnen gelernt, und sie konnten in dieser Woche erfahren, wie sich das Leben in Berlin anfühlt. Natürlich waren die Workshops über Nachhaltigkeit, Aktivismus und die Geschichte der Mauer spannend, aber ich glaube, was uns allen am meisten in Erinnerung bleibt, sind die vielen kleinen Momente: wie wir zwei Stunden im Alexa nach Souvenirs gesucht haben, wie wir jedes Mal noch schnell in die U-Bahn gesprungen sind und all die anderen lustigen gemeinsamen Erlebnisse.

Joakim, Johann, Wim (Jahrgang 9)