Schülerbericht über die Deutsche Schülerakademie 2017

Ich wollte ein wenig über den Tellerrand hinausschauen und erfahren was Forschung in der Industrie eigentlich bedeutet. - Mit dieser Motivation bekam ich die Möglichkeit vom 02.08.2017 - 11.08.2017 an der Naturwissenschaftlichen Sommerakademie der BASF (Teil der Deutschen Schülerakademie) teilzunehmen und mich mit 19 anderen Jugendlichen mit Themen rund um Biotechnologie, Nachhaltigkeit, Kunststoffe und Agrarwirtschaft zu beschäftigen. Die Naturwissenschaftliche Sommerakademie ist dabei ein Programm, um die Teilnehmerinnen und Teilnehmer untereinander und mit den Referenten in Kontakt zu bringen, Einblicke in Forschung auf dem biologisch-chemischen Sektor zu geben und auch Zukunftsperspektiven aufzuzeigen.  

Genau diesen Zweck konnte die Akademie auch in sehr guter Art und Weise erfüllen. Von Vorträgen über die Herstellung und Bedeutung von TDI, ein wichtiges Zwischenprodukt der Kunststoffindustrie, dem Einfluss von Stickstoff auf die Bodenqualität, den Möglichkeiten und Risiken des Genome Editings, der Nutzung von recycelfähigen biologischen Kunststoffen für Abfalltüten etc. bis zur Nachhaltigkeit in der Forschung und den Vor- und Nachteilen von gentechnisch veränderten Pflanzen, war das Programm unglaublich facettenreich und spannend. Die Referenten waren zumeist Mitarbeiter der BASF und haben persönlich über ihren Arbeitsalltag berichtet. Diese waren bspw. mit der Entwicklung des Werkes oder als Gruppenleiter einer Forschungsgruppe tätig. Spannend waren auch die Führungen, zu denen wir in vier Gruppen aufgeteilt wurden und jeweils die Möglichkeit hatten mit einem Mitarbeiter einer Fachrichtung, wie Physik, Chemie, Biologie oder Ingenieurwissenschaften zu sprechen und deren Arbeit kennenzulernen.  

Dazu konnten wir verschiedene Werke (Produktionsstätten) auf dem ca. 10 km2 großen Gelände besuchen und so einen Einblick in die Produktion bekommen sowie selber im Labor der BASF arbeiten und Experimente zum Nachweis von einer Gen-Mais-Sorte oder der Produktion von Nylon durchführen. Neben dem inhaltlichen Input waren auch zwei Ausflüge nach Heidelberg und Speyer vorgesehen, sowie Abende mit den Referenten, freie Zeit zum Baden im Hotel und zum gemeinsamen Kochen.   Selbstverständlich sollte man sich darüber bewusst sein, dass es sich um eine Akademie der BASF handelt. - Die gesamte chemische Industrie ist sicherlich noch einmal weiter gefasst und hat weitere Schwerpunkte. Um eine Werbeveranstaltung handelt es sich aber definitiv nicht. Fast alle der Teilnehmerinnen und Teilnehmer wollten schon vorher ein Fach in  den Naturwissenschaften studieren und tendenziell auch in die Forschung gehen. - Da bietet sich ein Wechsel in die Industrie nach einer gewissen Zeit an der Universität durchaus an. Ob das jetzt die BASF oder ein anderes Unternehmen ist, ist eine andere Frage.  

Für mich hat sich die Akademie aber allein schon aufgrund der Fülle an Informationen, die man erhält, gelohnt. Wer hätte gedacht, dass Chemie der großen Namen der Branche in fast jedem Produkt, das wir benutzen steckt? - Ob der Lack am Auto, Deine neue Lieblingstasse oder die Handcreme, von der Du jetzt vielleicht lieber Abstand nehmen würdest, wenn der Name eines Chemiekonzerns dort auftauchen würde. Ich konnte in diesen 10 Tage unglaublich viel lernen und es war eine fantastische Möglichkeit mit Leuten in den Kontakt zu kommen, die so interessiert an Naturwissenschaften sind, wie ich es bin, und dazu ähnlich denken. In 2 Jahren soll es auch ein offizielles Nachtreffen aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer geben.  Wenn sich Euch die Möglichkeit bietet an der Naturwissenschaftlichen Sommerakademie oder einer anderen Akademie teilzunehmen, dann ergreift diese Chance. - Es ist es definitiv wert. Neben der Akademie der BASF gibt es von der Deutschen Schülerakademie noch einige weitere Akademien. Mehr Informationen findet ihr unter www.deutsche-Schuelerakademie.de oder sprecht mich einfach an.

Lucas Arnoldt, Jahrgang 12

Schülerbericht über die deutsche Schülerakademie - Nachhaltigkeitsakademie

„Klimaschutz und Nachhaltigkeit sind zwei äußert wichtige Worte, die mich schon seit Ewigkeiten beschäftigen und genau aus diesem Grund war ich so erfreut über die Möglichkeit an der Nachhaltigkeitsakademie in Papenburg im Sommer teilzunehmen.“  

„Von der Sahara zum Smart Grid - oder auch Strom-Kurs wie er von uns intern eher bezeichnet wurde - hat sich mit allen Arten von Stromgenerierung und Stromspeicherungsmöglichkeiten befasst, die zur Zeit technisch möglich sind. Die Erkenntnisse waren für mich sehr überraschend und auch erfreulich, da man zum Strom `speichern´ unter anderem auch ganze Inseln füllt und entleert.

“Anfang des Jahres wurde ich gefragt, ob ich denn nicht Lust hätte an einer Schülerakademie teilzunehmen. Damals wusste ich noch gar nicht, was das denn sein soll. Nachdem ich mich direkt informierte, auf was ich mich da einlassen würde, war mir klar, dass ich da mitmachen wollte. Es wurden noch einige Informationen von mir benötigt, mit denen die Schule anschließend ein Vorschlagsschreiben verfassen konnte. Daraufhin begann dann das Warten auf den ersten März, da erst zu diesem Zeitpunkt eine Kurswahl und die direkte Bewerbung möglich waren. Es gab die Auswahl zwischen ca. 6 Kursen pro Akademie, die sich von musikalischer Geschichte über mathematische Beschreibungen der Wirklichkeit bis hin zu der UN als Klimaschützer erstreckten. Die Nachhaltigkeitsakademie umfasste sechs Kurse, die sich nur mit den Themen Klimaschutz, Zukunftsmöglichkeiten und wie der Name schon sagt Nachhaltigkeit beschäftigten. Man konnte aus über 12 Akademien mit jeweils sechs Kursen fünf Prioritäten angeben. Meine Wünsche bezogen sich ausschließlich auf die Kurse der Nachhaltigkeitsakademie in Papenburg. Das Warten begann erneut, da Ende April die Zu- und Absagen zugeschickt wurden. Am 28.04.2017 kam die erhoffte E-Mail. Ich war im Kurs „Von der Sahara zum Smart Grid- Stromnetze und Optimierung“ angenommen und freute mich riesig. Nun war ich also ein Teil der Nachhaltigkeitsakademie in Papenburg, die Ende der Sommerferien stattfinden sollte. Im Laufe der Zeit bekam ich einige E-Mails zur Vorbereitung. Unter anderem musste ich auch einen Vortrag über ein halb ausgesuchtes, halb zugewiesenes Thema ausarbeiten. Mein Thema waren SDOs (Standard Developing Organizations), die die Standards für die Windkraft erstellen. Tröstlich war, dass ich dafür über drei Monate Zeit hatte.

Am 19. August war es dann soweit und ich stieg in den Zug nach Papenburg, der mich letztendlich einer unvergesslichen und wunderschönen Zeit näher brachte. Aufgrund von Vandalismus kam ich eine Stunde später als erwartet an. Vielleicht gar nicht so schlecht, da nun mit mir rund die Hälfte der Teilnehmer ankam. Ein eigens für uns reservierter Reisebus holte uns vom Bahnhof ab und brachte uns zum Akademiegelände. Das war wie ein kleines Dorf aufgebaut, mit einem See, großen Grünflächen und mehreren Häusern, in denen wir in 2er- und 3er-Zimmern untergebracht wurden. Das Abendessen wurde im Haupthaus mit Blick auf den See eingenommen. Dabei haben wir mit den anderen Teilnehmern die ersten Kontakte geknüpft und uns kennen gelernt. Nach einer organisatorischen Einweisung und Vorstellung folgte dann die erste Kurszeit, in der wir uns selbst kurz vorstellten. Als dieses erste relativ kurze Aufeinandertreffen in den Kursen beendet war, hatten wir den restlichen Abend zur freien Beschäftigung. Im Kaminzimmer traf sich dann der Großteil der Akademiemitglieder. Wir spielten erst einmal Karten. Gegen Mitternacht war dann der erste Tag beendet. Der tägliche Ablauf lief wie folgt ab: Frühstück ab 7:30 Uhr gefolgt von einen Morgenplenum, das bis 9:00 Uhr ging und der Kursarbeit bis zum Mittagessen um 12:30 Uhr. Um 16:00 Uhr ging es dann mit der Kursarbeit weiter. Während der Mittagspause hatten wir wiederum Zeit für freie Beschäftigung. Das norddeutsche Wetter spielte mit und wir hatten bis auf einen Tag immer Sonnenschein und glücklicherweise keinen Regen. Boot fahren gehörte zu unser täglichen Beschäftigung, genauso wie schwimmen, Karten spielen, joggen und vieles mehr bevor es dann mit „Unterricht“ weiterging. Der „Unterricht“ bestand aus den vorher ausgearbeiteten Vorträgen, Diskussionen rund um das Thema Klimawandel, Suchen nach Lösungen für das Problem der Klimaerwärmung und eine Einführung wie der Strom und das Verhalten der Menschen das Klima überhaupt beeinflussen.

Am Wochenende gab es keinen Kurs, sondern eine Projektarbeit während derer mehrere unterschiedliche Themen rund um Nachhaltigkeit besprochen und entwickelt wurden. Ich war im CO2-Mess-Projekt, in dem wir zum Beispiel den CO2 Gehalt eines stehenden (Benzin-/ Diesel-) Autos mit der Atemluft eines in eine Tüte atmenden Menschen verglichen haben (Diesel war für den Moment am wenigsten CO2-haltig). Die ganzen ausgearbeiteten Ergebnisse wurden am Sonntagabend vorgestellt, wobei auch externe Leute wie der Bürgermeister von Papenburg, dabei waren. Mit diesem diskutierten wir am Ende ordentlich, da er unsere Baumpflanzungsvorschläge nicht akzeptieren wollte. Kursintern unternahmen wir zwei Exkursionen, einmal zu einer Windkraftanlage und die andere zu einem Biomasseheizkraftwerk. Von der Akademie wurden auch Exkursionen angeboten, die wir in der Freizeit unternehmen konnten. Und so kam es, dass am Samstag ein Großteil der Teilnehmer zur Werft in Papenburg gefahren ist. Dort wurde ein neues Kreuzfahrtschiff gebaut und aus der Werft entlassen. Es war das größte jemals dort gebaute Schiff. Am letzten Abend hatten wir noch einen Präsentationsabend, an dem die einzelnen Kurse und verschiedene Gruppen noch mal Theaterstücke oder auch Lieder aufgeführt haben (z.B. Countryroads durch den Google-Übersetzer gejagt). Und dann war auch schon Zeit für die Verabschiedung, die uns dann allen tatsächlich schwer viel. In den zwei Wochen sind wir ziemlich zusammengewachsen und fühlten uns, als würden wir uns schon Ewigkeiten kennen.

Simon, 12. Jahrgang

Schülerzitate von Stipendiaten des Europäischen Gymnasiums Bertha-von-Suttner

(Stand: Februar 2017)

Viele Schüler unserer Schule haben sich in der Vergangenheit erfolgreich für diverse Stipendienprogramme beworben und profitierten oder profitieren von den unterschiedlichen Fördermaßnahmen der Stiftungen und Institute. Die Möglichkeiten sind vielfältig und die Chancen stehen besser als man oft vermutet! Diese Zitate sollen einen kleinen Einblick in die Realität der Welt der Stipendien geben und anderen Schülern Mut machen, sich selbst auf das eine oder andere Stipendium zu bewerben.

1. Stipendien während der Schulzeit:

Alle Stipendienprogramme, die hier aufgeführt sind, fördern ihre Stipendiaten finanziell, z.B. durch Zuschüsse zu Klassenfahrten, einen Internetanschluss mit PC, Lernmaterialien und vor allem durch spezielle Workshops. Der eigentliche Wert aber besteht in den vielen Fortbildungsveranstaltungen, bei denen die Jugendlichen andere Menschen kennen lernen, neue Freunde gewinnen, im Austausch mit persönlichen Mentoren Erfahrungen sammeln, ihre Kompetenzen erweitern und vor allem das Arbeiten in Netzwerken erproben können. Diese Kontakte bleiben auch über das Stipendium hinaus bestehen und spielen im späteren Uni- und Berufsleben noch eine wichtige Rolle.

Stipendienprogramme


2. Stipendien nach der Schulzeit

Nach der Schule gibt es eine Vielzahl von Begabtenförderwerken, die Stipendien vergeben, mit Hilfe derer das Studium entweder ganz oder wenigstens teilweise finanziert werden kann. Abgesehen von der finanziellen Unterstützung steht auch hier die ideelle Förderung im Mittelpunkt, wobei sich die Förderwerke je nach ihrer politischen Ausrichtung stark unterscheiden. Auch die Anforderungen an die Bewerber sind verschieden. Gute bis sehr gute schulische Leistungen sind nur eine Voraussetzung unter vielen. Wert wird auf soziales und gesellschaftspolitisches Engagement gelegt. Bisher studieren nur sehr wenige Studenten mit Hilfe eines Stipendiums. Das Bewerbungsverfahren erfordert einen gewissen Aufwand und auch während der Förderung muss ein Stipendiat regelmäßig nachweisen, dass er sehr gute Studienleistungen vollbringt. Dafür entfällt für diese Stipendiaten der Druck, zur Finanzierung der Existenz einen Nebenjob ergreifen zu müssen, sie können sich auf das Studium konzentrieren.
An dieser Stelle sind nur die Stiftungen aufgeführt, in die in den letzten Jahren Schüler unserer Schule nach dem Abitur aufgenommen worden sind oder bei denen sich Schüler beworben haben. Darüber hinaus gibt es aber noch etliche mehr, die von Parteien, Kirchen Wirtschaftsverbänden, Firmen und privaten Stiftern ausgelobt werden.

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