Abiturfeier

Der Doppeljahrgang ist verabschiedet!

Am 16.Juni 2012 wurden unsere beiden Abiturjahrgänge im Ernst-Reuter-Saal verabschiedet. 123 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 13 haben das Abitur bestanden, nach erstmals 12 Jahren haben 92 Abiturienten unsere Schule verlassen.

Insgesamt erreichten sechs Schülerinnen und Schüler die Traumnote 1.0 , 52 Schülerinnen und Schüler erzielten einen Durchschnitt, der besser ist als 2.0. Ein super Ergebnis!
Das Programm war wie immer sehr feierlich eingerahmt in die großartigen musikalischen Darbietungen unseres Orchesters unter der Leitung von Frau Suckow, des Chors mit Frau Schwarzwälder und auch in diesem Jahr des Abiturientenchors unter der Leitung von D. Bui. Bei der Verabschiedung des 13.Jahrgangs hielten H.Kachel und K.Lawall eine humorvolle und durchaus auch kritische Rede für die Schülerschaft, in der sie, neun bzw. sieben Jahre Schulzeit in der „Bertha“ Revue passieren ließen.

Für den G-8er Jahrgang sprachen L.Lohse und L.von Chamier klug und unterhaltsam über die Götter, die nun vom „Abilymp“ zu uns herabsehen.
Nach einem langen Tag mit vielen Höhepunkten, zwei Zeugnisverleihungen, zwei großen Schülerehrungen und zwei Sektempfängen gingen wir schließlich am späten Nachmittag beglückt nach Hause.

E.Ites-Pätzold

 

 

Orchester der BvS
Adam rappt
Frau Ites hält die Abiturrede der Lehrer.

Abiturrede von Frau Ites

Abiturrede 2012

Liebe Abiturientinnen und Abiturienten,

Sehr geehrte Eltern, liebe Kolleginnen und Kollegen, verehrte Gäste!

Ich möchte mich als erstes im Namen des gesamten Kollegiums den Glückwünschen unserer Schulleiterin, Fr.Randelhoff, anschließen. Sie haben das Abitur geschafft, und das freut uns alle sehr!

Ein besonderer Dank gilt heute auch Ihren Eltern, die Sie, liebe Abiturienten,  in den letzten Jahren tatkräftig unterstützt haben.

Bevor ich auf die Zukunft zu sprechen komme,  möchte ich einen kleinen Exkurs in die Vergangenheit machen: Denn, wer die Vergangenheit nicht betrachtet, hat auch keine Zukunft!

Die Hälfte aller Abiturienten, die heute vor mir sitzen, kenne ich schon seit der 5.Klasse aus dem Unterricht. Einige Jahre sind vergangen, seit wir zusammen Erdkunde hatten in 5 und 6, a,b,c  parallel.  Alles vor dem Eintritt in die Pubertät, als die Welt noch in Ordnung war. ! Sie waren der letzte Jahrgang, mit dem ich noch Weltkugeln aus Styropor gebastelt habe, um die wir dann mit Wollfäden und Stecknadeln ein Gradnetz gelegt haben oder Vulkane, die wir spontan ausbrechen ließen und tatsächlich alles in der Unterrichtszeit.  Entweder hatten wir damals mehr Zeit, was vermutlich unwahrscheinlich ist oder Sie waren schneller im Begreifen als die Schüler, die heute neu zu uns kommen.

Um Ihnen einen kleinen Einblick zu vermitteln, wie Sie damals aussahen, möchte ich Ihnen aus dem alten Jahrbuch von 2005/06 die Klassenfotos der damaligen 7.Jahrgangsstufe zeigen: Einspiellung von Bildern aus dem Jahrbuch 2005/06

Aus der Mittelstufenzeit möchte ich Ihnen nur eine Episode in Erinnerung rufen, an die ich während Ihrer Zeit in der Kursoberstufe noch häufig gedacht habe:

Wir stritten im Erdkundeunterricht in Vorbereitung auf den MSA über Mc Donalds, H&M und die vietnamesische Zigarettenmafia im Kontext der Globalisierung, während Sie gleichzeitig mit mindestens ebenso viel Engagement fleißig das Balancieren von Bleistiften übten und das Zuspätkommen, eine Eigenschaft, die nicht alle bis zum Schluss ablegen konnten.  Sie  waren nicht immer hoch motiviert und vernünftig  und reagierten sehr entspannt auf meine Ermahnungen, doch langsam etwas mehr an der persönlichen Leistungsbereitschaft zu arbeiten. Jemand von Ihnen klärte mich daraufhin sehr ernsthaft darüber auf, dass es sich erst lohnen würde zu arbeiten, wenn man in die Kursoberstufe käme. Der Wahlspruch Vieler hätte damals in etwa lauten können: „Schule ist ein  Ort, wo man sich mit Freunden trifft und die Zeit absitzt, bis sie hinter einem liegt.“

Tatsächlich setzten einige von Ihnen vom ersten Semester an die eben beschriebene Zielgerichtetheit in die Tat um und begannen sehr ernsthaft für das Abitur zu arbeiten. Bei anderen dauerte es etwas länger, bis sie verstanden, wie sich der Notendurchschnitt am Ende zusammensetzt.  Aber spätestens nach den Sommerferien mit Beginn des 3.Semesters  veränderte sich die Arbeitshaltung doch bei fast allen, selbst bei den Anhängern des Minimalismus; auf einmal gab es tiefgründige Diskussionen  auch im Unterricht.  Unser Verhältnis rückte auf Augenhöhe.

Dieses 3.Semester wird Ihnen allen vermutlich noch sehr deutlich im Gedächtnis sein und bleiben, nicht unbedingt aufgrund des Unterrichts, sondern weil Sie als Jahrgang eine wirklich beeindruckende Großveranstaltung organisiert und durchgeführt haben, die GLOMUN 2011.

 212 Schülerinnen und Schüler unserer Schule, vor allem aus Ihrem Jahrgang, haben sich 850 Tage auf diese Veranstaltung vorbereitet und allein 196 Stunden nur für den Aufbau, überwiegend in den Ferien, geopfert. In 11 verschiedenen Teams wurde die Arbeit organisiert, vom Möbelrücken über das Catering, bis hin zur inhaltlichen Gestaltung.

Sie zeigten so viel  Engagement und opferten ihre gesamte Freizeit dafür, dass diese Veranstaltung ein Erfolg und Gewinn für alle Teilnehmer  werden konnte. Perfekt organisiert, inhaltlich sehr anspruchsvoll und getragen von einem außerordentlichen Teamgeist.  An dieser Stelle möchte ich Ihnen dafür noch einmal meinen Dank aussprechen und auch meine Hochachtung zu dieser Leistung!

Dieser Dank und Respekt gelten auch in besonderem Maße Frau Brehm als einer unermüdlichen Initiatorin, Koordinatorin, und Blitzableiterin, der ordnenden Hand in dem gesamten Projekt !  Auch Sie, liebe Frau Brehm, haben Ihre gesamte Freizeit nicht nur für diese GLOMUN geopfert, ganz herzlichen Dank dafür!

Ihre vielfältigen Talente entdeckten, entwickelten und zeigten Sie in der Oberstufe aber nicht nur bei der MUN, sondern auch bei den verschiedensten Debating-Wettbewerben,  bei der Deutschen Schülerakademie , im Austausch mit der Simon Langton Boys School, mit der Sie zusammen ein Grundschulprojekt in Berlin und Canterbury durchführten und beim Studienkolleg International durch ihre Mitarbeit im Tönissteiner Kreis. Sicherlich  habe ich hier einige Projekte nicht genannt, in Punkto internationale Begegnung sind Sie jedenfalls erfahren und beweglich.  

Nun sind wir fast beim Abitur angelangt: Einspielung von Bildern von den Mottotagen

Die Mottotage bilden in den letzten Jahren den Abschluss der Unterrichtszeit; Sie bringen damit unseren Betrieb ganz schön durcheinander!

Erstaunlicherweise sind Sie heute nicht in dieser Verkleidung aufgetaucht, sondern angemessen zu diesem einmaligen Ereignis erschienen, schließlich macht man nur einmal Abitur und situationsgerechtes Verhalten macht ebenfalls einen Teil der  Persönlichkeitsentwicklung aus!

Container-Schiff-Bild -  Ein letztes Bild zum Abschluss dieser Einleitung:

Sie werden sich sicherlich wundern, was dieses Bild zu bedeuten hat: Nun, so langsam wende ich mich dem ernsteren Teil meiner Ausführungen zu;  es geht um  ihre unmittelbare Zukunft, und die beginnt jetzt,  vielleicht nicht gerade in dieser Minute, aber doch schon in den nächsten Tagen, wenn Sie sich damit beschäftigen, was in den nächsten Monaten und Jahren aus Ihnen werden soll.

  Das große Containerschiff symbolisiert Sie alle, jeder dieser bunten Metallcontainer steht für einen von Ihnen, jeder mit einer anderen Ladung und vermutlich auch mit einem anderen Bestimmungsort. Das kleine Lotsenschiff, das waren wir ; Ihre Schule – wir haben Sie bis hierher in den Hafen geleitet. Auf dem Weg in den Hafen drohte die eine oder andere Kiste zeitweise über Bord zu gehen, jetzt aber sieht die Ladung geordnet und intakt aus. Ihre weitere Reise müssen Sie nun allein, ohne die bewährte Gemeinschaft und die sichere Führung antreten. Wir geben nunmehr die Verantwortung für diese Ladung ab, ebenso wie vermutlich die meisten Eltern.

 Sie alle sind nicht nur in Ihren Persönlichkeiten und Ihrem Leistungsvermögen  unterschiedlich,  sondern auch in Ihren Wünschen und Erwartungen.  Ich denke, Sie haben auf Ihrer Reise in den letzten Jahren genügend Erfahrungen, Kenntnisse und Fähigkeiten entdeckt und gesammelt, um diesen neuen Weg selbstständig einzuschlagen.

II.Teil 

Wer aber nun denkt, mit dem Schulabschluss sei endlich das lästige Lernen vorüber, der irrt sich gewaltig. Der Unternehmer Reinhold Würth hat seine Sicht aufs Lernen folgendermaßen fomuliert:

„Lebenslang lernen ist ein Stück Selbstverständlichkeit, und doch wird ein aufmerksamer Beobachter feststellen, daß sich die Menschen seiner Umwelt in zwei Lager aufzuteilen scheinen: die einen schon mit 40 vergreist, lustlos am Leben vorbei lebend, phlegmatisch,  dick, auf dem Weg zur Senilität. Andere im Alter von 70 machen einen wendigen, optimistischen, agilen und positiven Eindruck, sind unabhängig von der Berufslaufbahn aktiv geblieben und beobachten ihre Umwelt aufmerksam und positiv. Analysiert man beide Gruppen, dann zeigt es sich, daß erstere verlernt haben, zu lernen, während letztere sich analytisches Denken und den Drang zum Leben bewahrt haben.“

So fällt auch mir keine Tätigkeit ein, die sich zum Broterwerb eignet, die ohne Lernen auskommt – glücklicherweise, denn Lernen im weitesten Sinne schützt den Menschen vor Langeweile und Engstirnigkeit.

Es geht in diesem Zusammenhang aber nicht nur um Schul- oder Universitätswissen. Wir leben in einer Zeit, in der sich das Wissen der Menschheit sehr schnell weiterentwickelt. Die Jahresabstände der Wissensverdoppelung haben sich enorm verkürzt: Während es um 1800 hundert Jahre dauerte, bis sich das Wissen verdoppelt hatte, verdoppelte sich das Wissen im 20. Jahrhundert in Abständen von fünf Jahren und seit Anfang des 21. Jahrhunderts alle  vier Jahre.

Ich hoffe, Sie haben bemerkt, dass es uns nicht nur auf das Pauken von Fakten ankam, sondern vor allem auch auf das gründliche Analysieren und Verstehen von Zusammenhängen, auch wenn das manchmal mühsam war.

Lernen ist aber vor allem nicht nur ein intellektueller Prozess; ohne Begeisterung findet kein nachhaltiges Lernen statt. Leidenschaft und Interesse sollten Sie also antreiben, beides haben viele von Ihnen schon in der Schulzeit entwickelt, häufig auch außerhalb des Unterrichts.

 So spiegelt das Abiturzeugnis nur zum Teil Ihre Fähigkeiten wider, die Schulnoten berücksichtigen weder die Leistungsbereitschaft eines fähigen Schulsprechers oder Veranstaltungstechnikers noch die Führungsqualitäten und das Engagement, das einige von Ihnen als Trainer im Sportverein unter Beweis gestellt haben.  Und dennoch stellt dieses Abiturzeugnis mit dem unvermeidlich dokumentierten Notendurchschnitt Ihre Eintrittskarte für den nächsten Lebensabschnitt dar. – Ich wünschte, wir hätten andere, gerechtere  und vor allem sinnvollere Auswahlverfahren für die Vergabe von Ausbildungs- und Studienplätzen,  genau das ist aber leider zur Zeit nicht der Fall!

Einige  von Ihnen werden sich für eine Ausbildung oder ein duales Studium entscheiden oder bereits entschieden haben, weil sie sich weniger für theoretische Probleme interessieren, schnell in die Berufspraxis streben und vor allem die finanziell überschaubare und sichere Variante wählen. Von Anfang an auf eigenen Füßen stehen zu können, nicht mehr von den Eltern unterstützt werden zu müssen, ist ein wesentlicher Beweggrund für diese Entscheidung. Auch die klarere Perspektive, die sich mit einer Ausbildung verbindet, lockt. Man kann sich zumindest etwas darunter vorstellen, welche Tätigkeiten auf einen zukommen, wenn man beispielsweise bei Siemens eine Ausbildung macht. Für manche ist dieser Weg genau richtig.

Sollten Sie aber einen guten oder sehr guten Abschluss haben und auch über ein deutliches intellektuelles Potenzial  verfügen, möchte ich Ihnen raten, doch noch einmal über diese Entscheidung nachzudenken. Es ist richtig, dass ein Studium mit finanziellen Belastungen einhergeht, zumindest bis zu einem Abschluss.  Einige wenige werden ein Stipendium bekommen können, viele werden mit Hilfe von BAFÖG oder anderen Studienkrediten studieren und ein weiterer Teil benötigt die finanzielle Unterstützung der Eltern; nicht zu vergessen sind die vielen Jobs, die man im Laufe seiner Studentenzeit annimmt, um den Lebensunterhalt mitzufinanzieren.  Dieses finanzielle Risiko ist natürlich bedenkenswert und erfordert zudem viel Aufwand und Energie.

 Verunsicherung darüber, ob ein Studium das richtige ist, resultiert auch aus den vagen Berufsbildern, die heute hinter einem Studium stehen. Wie oft wurde ich gefragt, was man denn später machen könnte, wenn man beispielsweise Europäische Kulturwissenschaften studiert oder das so beliebte Fach BWL . Wo wird man mit seinem Abschluss  arbeiten können und was wird dann eigentlich von mir verlangt? Sehr gute ehemalige Schüler von uns mit einser Abituren  studieren exotische Fächer wie Europäische Ethnologie oder Vergleichende Linguistik. Wo werden diese Absolventen einmal landen? Bei den klassischen Fächern wie Medizin oder Jura, ja auch den Lehramtsstudiengängen gibt es noch ein klares Berufsbild, das sich anzuschließen scheint. Sicher ein Grund für die stetig wachsende Beliebtheit dieser Studiengänge.

Worauf kommt es also an, wenn ich mich für ein Studium entscheide?

 Ich muss wissen, was ich gut kann, was mich wirklich interessiert und ich sollte mir die Frage stellen, wo ich in 10 oder 15 Jahren stehen möchte. Ich muss mich auf eine innere Zeitreise begeben, um diese Frage zu beantworten. Möchte ich  schnell fertig werden, eine Familie gründen und eine Arbeit, die mir zwar Freude bereitet, mich aber nicht übermäßig zeitlich beansprucht? Möchte ich eher eine Führungsposition übernehmen oder lieber eine Position besetzten, bei der nicht die gesamte Verantwortung auf meinen Schultern lastet.  Sehe ich mich als Chefin mit einer steilen Karriere oder eher als Mutter von zwei oder drei Kindern?  Möchte ich gar beides , Karriere und Familie? Dann muss ich mich darauf einstellen, mindestens  15-20 Jahre hart zu arbeiten, kaum Zeit für mich selbst zu finden, also sehr belastbar zu sein. Will ich mit anderen Menschen im Team arbeiten oder sehe ich mich eher allein in einem Forschungslabor? All diese grundsätzlichen Überlegungen sollten für die Berufsentscheidung eine Rolle spielen und meine Wahl beeinflussen.

 Wer jetzt noch nicht weiß, was er gut kann, sollte vielleicht das kommende Jahr nutzen und in den Freiwilligendienst oder ins Ausland gehen, um über work and travel neue Lebenserfahrungen zu gewinnen und die eigenen Prioritäten herauszufinden.

 Aber: nicht jede Entscheidung wird von Anfang an die richtige sein. Manch einer wechselt nach zwei Semestern das Studienfach, weil er erkennt, dass er sich falsche Vorstellungen von diesem Fachgebiet gemacht hat.  Kommt diese Erkenntnis allerdings erst am Ende einer Ausbildungs- oder Studienzeit, so  haben Sie viel  Zeit verloren (und auch Geld) und sie entscheiden sich dann möglicherweise aus pragmatischen Gründen dabei zu bleiben, was mitunter nicht gerade die Grundlage für ein zufriedenstellendes Berufsleben darstellt. Sie sollten sich daher sehr gründlich mit dem nächsten Schritt auseinandersetzen und nicht aus Bequemlichkeit oder Furcht vor dem Risiko für etwas Mittelmäßiges entscheiden.  Lassen Sie sich beraten von Menschen, die Sie gut kennen, und informieren Sie sich gründlich, ob der Bachelor-Abschluss an der gewählten Hochschule tatsächlich international anerkannt ist und damit auch zu einem Masterstudium berechtigt. Die Hochschullandschaft ist unübersichtlich und Vieles, was auf den Werbe-Webseiten der Institutionen auftaucht, erweist sich in der Realität als leere Versprechung, trotz exorbitanter Studiengebühren.  Der Numerus Clausus legt Ihnen Steine in den Weg: für manche scheint das Wunschstudium trotz großer Leidenschaft und Begabung für diesen Beruf  am Abiturnotendurchschnitt zu scheitern.  Sie sind der letzte Jahrgang in Berlin, der mit 13 Schuljahren zum Abitur gegangen ist. Die G-8er warten schon vor der Tür und drängeln sich in diesem Jahr ebenso wie Sie auf den Ausbildungsmarkt, nicht nur in unserem Bundesland. Einige von diesen Konkurrenten haben Sie schon kennen gelernt, in den Kursen, in denen Sie gemeinsam gearbeitet haben. Akademisch betrachtet ist dieser Jahrgang nicht viel schlechter als der Ihre, was die  persönliche  Reife angeht, lassen sich aber deutliche Unterschiede feststellen, nutzen Sie Ihren Vorteil:  Sie sind schon selbstständiger, zielorientierter und gewandter in Kommunikationsituationen. Finden Sie heraus, wie man auf Umwegen an das Wunschstudium herankommt und machen Sie sich dabei Ihre Erfahrungen, die Sie während der Schulzeit  in Ihren Auslandsbegegnungen gemacht haben, zunutze. Wir haben viel Wert darauf gelegt, Ihre Horizonte zu erweitern, Ihnen Weltoffenheit zu vermitteln.

 Ich appelliere an Sie: Halten Sie an Ihren Zielen fest, auch wenn der Weg dorthin beschwerlich ist, langfristig zahlt sich die richtige Wahl aus.  Sie werden alle bis zum 70. Lebensjahr arbeiten müssen, so dass das Berufsleben einen riesigen Raum in Ihrer Lebenszeit einnehmen wird.

Und bei allem Frust über die Zugangsbedingungen jetzt, gibt es doch auch eine gute Nachricht:

Die Demographie rettet Sie alle!

 Die geburtenschwachen Jahrgänge der 1980 er und 1990er Jahre werden mit dem Studium oder der Berufsausbildung fertig, wenn die geburtenstarken Jahrgänge in Rente gehen. Dieser Prozess des Generationenwechsels wird in den nächsten 5-15 Jahren stattfinden.  Je vielfältiger Ihre Fähigkeiten und je leidenschaftlicher Sie an Ihren Zielen und Ideen festhalten, desto größer werden Ihre Chancen sein, sich einen guten Platz auf dem Arbeitsmarkt zu erobern und zu erhalten.

Dieser Trend gilt übrigens für fast alle Länder der Europäischen Union. Ein bisschen Bereitschaft zur Mobilität werden Sie also mitbringen müssen, aber die Welt hört ja nicht in Berlin auf, auch wenn  sich das einige von Ihnen immer noch nicht vorstellen können.  Behalten Sie diese positiven Aussichten im Hinterkopf, wenn Sie von der allgemeinen Bildungspanik an den Universitäten überschwemmt werden, wenn Sie von  vielen gut und hervorragend ausgebildeten Hochschulabsolventen hören, denen nur völlig unterbezahlte Praktikumsplätze zum Berufseinstieg angeboten werden. Sofern unsere wirtschaftliche Lage einigermaßen stabil bleibt, werden Sie es mit etwas Durchhaltevermögen und Kreativität schaffen.

 

Victor Hugo, Literat und Publizist im 19.Jh. hat über die Zukunft Folgendes gesagt :

Die Zukunft hat viele Namen. Für die Schwachen ist sie das Unerreichbare. Für die Furchtsamen ist sie das Unbekannte. Für die Tapferen ist sie die Chance.“

Ich wünsche mir, dass Sie sich auf die Seite der Tapferen stellen! Nur Persönlichkeiten bewegen die Welt, niemals Prinzipien! (Oscar Wilde)

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