Nίκα, ῾´Ελλας! Vince, Roma!
Die erste Lange Nacht der Antike am Europäischen Gymnasium Bertha-von-Suttner – ein Rückblick
Am Freitag, den 27.2.2026 füllt sich die Schule am späten Nachmittag erneut, ein ungewohnter Anblick: Mehrere Dutzend Schülerinnen und Schüler schwärmen in den 1. Stock im Neubau und sorgen innerhalb kürzester Zeit für beste Stimmung, lösen in Spitzen-Teamarbeit die Rätsel des Escape Games, verkleiden sich im Beauty Kosmos mit griechischen und römischen Gewändern, lauschen dem Philosophenkaiser Marc Aurel zu Stressmanagement und Lebensbewältigung, spielen das neu erschienene Computerspiel „Anno 117“ oder genießen einen Film mit Popcorn.
Den später eintreffenden Eltern steht Dr. Marcel Humar von der HU Berlin in der Mediothek beim Experten-Talk Rede und Antwort. Schnell wird hier klar: Das Erlernen der sogenannten Alten Sprachen ist weder Fehlinvestment noch Zeitverschwendung. Vielmehr sind Latein und Griechisch wahre Multi-Talente und bieten dem jugendlichen Hirn einzigartige Entwicklungsmöglichkeiten.
Mit Latein ab der 5. Klasse und erst recht mit Griechisch ergibt sich eine perfekte Mischung: Die alten Sprachen arbeiten grundsätzlicher und analytischer als moderne Kommunikationssprachen, sie sorgen für ein systematisch angelegtes Sprachverständnis und lassen so das Gehirn Strukturen entwickeln, die auch für viele andere Fächer hilfreich sind. Zudem bilden sie ein stabiles Gegengewicht zu unserer modernen schnelllebigen Welt, sie sind ein Fundament für die Ewigkeit, ein κτῆμα εἰς ἀεί (ein Besitz für alle Zeit), auch wenn man im späteren Leben ganz andere berufliche Bahnen einschlägt.
Dass sich andere europäische Sprachen viel leichter und nachhaltiger lernen lassen, wenn man Latein und Griechisch gelernt hat, ist ohnehin bekannt. Denn man hat nicht nur ein strukturelles Sprachverständnis gewonnen, sondern auch einen basis-europäischen Wortschatz.
Verbindung zu den MINT-Fächer? – kein Problem: Dr. Humar, der neben Griechisch und Latein auch Biologie studiert hat und an der Uni fachübergreifende Forschungsprojekte der Klassischen Philologie mit den Naturwissenschaften unterstützt, legt dar, dass die Antike auch hier eine Grundlage für viele technische und wissenschaftliche Ansätze und Begriffe der Moderne bietet.
Angesichts dieser Win-Win-Situation bliebt nur noch eine Frage: Warum sollte man Griechisch und Latein nicht lernen?
Zuletzt Dr. Humars Tipp: Beide Fächer in der Oberstufe fortführen, nicht nach der 10. Klasse aufhören. Denn dann kann man auf der Grundlage der sprachlichen Fertigkeiten, die in der Mittelstufe erworben wurden, die kulturellen und künstlerischen Leistungen der griechisch-römischen Antike noch besser würdigen und die Präsenz der Antike in unserem Alltag und in Europa noch besser erfassen.
Sonja Appel für den FB Alte Sprachen



















